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Altes Blech im rechten Licht: Autos fotografieren

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Auto-Fotografie
Das Auto in Szene setzen: Wichtig ist etwa, dass der Hintergrund nicht vom Wagen ablenkt. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)

am 20.08.2008 | Von Heiko Haupt, dpa

München/Ludwigsburg (dpa/tmn) - Früher bestand eine Gebrauchtwagen-Anzeige aus einer Reihe von Abkürzungen und einer Preisangabe. Wer heute das Interesse an einem Gebrauchten wecken will, setzt in aller Regel auf Fotos.

Sie zeigen den Wagen zum Beispiel im Internet in seiner mehr oder minder gut erhaltenen Pracht. Vergessen wird dabei, dass Bilder in vielerlei Hinsicht oft mehr sagen als Worte. Denn wer beim scheinbar so einfachen Fotografieren wichtige Grundregeln außer Acht lässt, der mindert die Verkaufschancen deutlich.

Manchmal schrecken schon Kleinigkeiten potenzielle Käufer ab. «Ein typischer Fehler ist es, wenn jemand im Sommer ein Fahrzeug anbietet, die Bilder aber eine verschneite Umgebung zeigen», erklärt Nicola Carbonari, Sprecher des Verkaufs-Portals Autoscout24 in München. Das erweckt den Eindruck, dass das Auto ein Ladenhüter ist.

Weit verbreitet sind auch Fotos, die den Gebrauchten zwischen diversen anderen Autos präsentieren - auch sie sind alles andere als optimal. «Der Hintergrund sollte ruhig wirken und nicht von dem eigentlichen Motiv ablenken», rät Jochen Preuß, Landesvorsitzender Baden-Württemberg des Deutschen Verbandes für Fotografie (DVF) in Ludwigsburg. «Geeignet ist zum Beispiel ein Ort, an dem sich Buschwerk im Hintergrund befindet.» Dieses Grün wirkt natürlich und lenkt nicht ab.

Doch auch bei grünem Hintergrund ist Vorsicht geboten: «Man sollte das Auto nicht in einem Wald fotografieren, da sich dann die Bäume im Lack spiegeln», sagt Norbert Balzer, Foto-Designer aus Cuxhaven. Denn Spiegelungen im Lack sind ein Problem: Sie verdecken auf dem Foto eventuell Konturen und lassen das Motiv unruhig wirken.

Gerade in Hinblick auf die Spiegelungen ist nicht nur auf die Umgebung an sich zu achten: «Der Fotograf muss aufpassen, dass er sich nicht selber im Lack oder in den Scheiben des Wagens spiegelt», sagt Constanze Clauß, Sprecherin des Photoindustrie-Verbandes in Frankfurt/Main. So etwas stört nicht nur die Konturen, es wirkt auch unprofessionell. «Das Foto soll ja kein Selbstbildnis sein.»

Ein weiterer Faktor ist das Wetter. Grundsätzlich wird wegen der vielen möglichen Spiegelungen davon abgeraten, ein Auto in der Sonne zu fotografieren. «Hinzu kommt, dass gerade das Mittagslicht für einen Blaustich in der Aufnahme sorgen kann», warnt Jochen Preuß. Das optimale Fotowetter ist dann gegeben, wenn es nicht regnet und der Himmel leicht bedeckt, aber nicht tiefgrau ist.

Stimmen die Voraussetzungen, kann die Kamera in die Hand genommen werden. «Fotografiert wird mit einem normalen oder einem leichten Teleobjektiv», rät Norbert Balzer. Und es wird formatfüllend aufgenommen. Das bedeutet, dass neben dem Wagen kaum Umgebung zu sehen ist. Das Bild selber sollte wiederum so aussehen, dass kein Teil des Autos am Rand «weggeschnitten» wird - die Räder sollen ebenso wie Front und Heck komplett sichtbar sein.

Zu den fotografierten Motiven sollte auch eine Aufnahme von rechts vorne gehören: So ist neben der Front auch die komplette Seitenlinie zu sehen. Constanze Clauß rät außerdem zu einer Innenaufnahme, die Lenkrad, Mittelkonsole und einen Teil der Sitze zeigt. Ein eigentlich als selbstverständlich erscheinender Punkt darf bei all den Hinweisen aber nicht vergessen werden: Die Fotos müssen scharf sein.

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