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Auf die Strategie kommt es an: Richtig suchen im Netz

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Siuch-Strategie
«UND» oder «ODER»: Mit Hilfe sogenannter Verknüpfungsoperatoren lässt sich die Web-Suche verfeinern. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)

am 05.05.2010 | Von Andreas Thieme, dpa

Stuttgart (dpa/tmn) - «Wer suchet, der findet», steht in der Bibel. Das gilt noch immer, nur ist die Suche schwieriger geworden. Bis zu 100 Milliarden Webseiten haben Suchmaschinen gespeichert - da das Gewünschte zu finden, ist nicht immer leicht.

Aber wer strategisch vorgeht und sinnvoll eingrenzt, kommt trotzdem ans Ziel. «Die Vielzahl der Informationen ist nicht neu, sondern der mediale Zugang dazu wurde erleichtert», sagt Roland Mangold. Suchmaschinen sind daher wichtige Filter, erklärt der Professor für Informations- und Kommunikationspsychologie an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Ob man findet, was man «googelt», ist eine andere Frage.

Ermittelt eine Suchmaschine auf eine Nutzeranfrage hin auf einer Webseite eine Kombination aus Buchstaben oder Ziffern, die zu ihrer Datenbank passt, zeigt sie einen Treffer. Dabei ermisst sie aber nicht, ob das Suchergebnis sinngemäß mit der Anfrage übereinstimmt. «Das Ergebnis hängt deshalb stets von der Präzision der Suchanfrage ab», erklärt Stefan Keuchel von Google in Hamburg.

Suchmaschinen-Anbieter wie Google, Yahoo und Microsoft arbeiten zudem «indexbasiert», erläutert Florian Koch vom IT-Branchenverband Bitkom in Berlin. Mit «Webcrawlern» durchforsten sie permanent das Netz und bilden aus den gefundenen Seiten eine Datenstruktur. Bei der eigentlichen Anfrage wird dann nur noch der Index durchsucht.

Trotzdem spucken die Maschinen nach Eingabe von Suchbegriffen wie «Urlaub» oder «neues Auto» mehrere Millionen Ergebnisse aus. Deshalb muss der Nutzer eingrenzen und eindeutig formulieren. Will er einen spontanen Trip ans Mittelmeer machen, ist «Mallorca last minute Preisvergleich» erfolgversprechender als «Urlaub Mallorca». Ideal ist es, auch den genauen Urlaubsort und das gewünschte Domizil anzugeben.

Sonderzeichen optimieren die Liste weiter. Wer An- und Abführung vor und hinter die Suchbegriffe setzt, bekommt nur Seiten angezeigt, auf denen sie direkt hintereinander vorkommen. Häufig empfehlen sich Minuszeichen: Will der Mallorca-Tourist kein Domizil in der Nähe des Ballermann 6, kann er suchen, indem er «Hotel -Ballermann» eingibt.

Hat er ein Hotel ermittelt und will wissen, wie andere es auf den Reise-Portalen bewertet haben, ist laut Keuchel der Befehl «site:» nützlich: Tippt man ihn und dahinter das Wort «Bewertung» sowie den Namen des Hotels, ist man schnell am Ziel. Hat der Nutzer eine Seite geöffnet, kann er das aktuelle Fenster bei gängigen Browsern mit der Tastenkombination «Strg+F» nach bestimmten Begriffen durchforsten.

Gelegentlich empfiehlt es sich, ein «UND» beziehungsweise «ODER» zwischen zwei Suchwörter zu setzen, wie es auf einer Webseite der Uni Bielefeld mit Tipps zur Suche heißt. «UND» signalisiert der Maschine, dass sie Seiten anzeigen soll, die beide Begriffe enthalten. «ODER» bedeutet, es soll zumindest einer der beiden auftauchen.

Für kompliziertere Fälle gibt es bei allen gängigen Suchmaschinen die «Erweiterte Suche» - jeweils in unmittelbarer Nähe zum Suchfeld. Bei Google ermöglicht sie zum Beispiel das Auffinden von Seiten, die vom Nutzer definierte «genaue Wortgruppen» enthalten.

Doch selbst die beste Strategie wird zunichtegemacht, wenn sich der Nutzer ablenken lässt - durch Bilder etwa. Das passiert oft, wie Prof. Sabine Trepte von der Hamburg Media School beobachtet hat. Beim Besuch von Nachrichtenseiten gilt das auch für Überschriften und generell beim Surfen für weiterführende Links. Deshalb gilt es, sich erstmal auf das eigentlich Gesuchte zu konzentrieren - und alle Verlinkungen und Verlockungen im Geiste auszublenden.

Infos

Zu viele Portale Manchmal finden Nutzer die für sie interessanten Portale schnell - aber es sind schlicht zu viele. Ein Beispiel: Laut einer Umfrage des Bitkom suchen immer mehr Surfer vor einem Kauf oder einer Reise nach Bewertungen der Produkte, Händler oder Hotels durch andere Anwender. Diese Bewertungen sind häufig über eine Vielzahl von Seiten verteilt. Aus dieser Menge gilt es, wenige Favoriten zu ermitteln, rät Prof. Roland Mangold von der Hochschule der Medien in Stuttgart - um nicht vor der Masse kapitulieren zu müssen. Wichtig sei es dabei, sich konkrete Suchziele zu setzen.

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