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Telefon-Warteschleifen sollen weniger kosten

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Warteschleifen
Warteschleifen von Telefon-Hotlines sind oft teuer. Die Bundesregierung will diese Kosten nun deckeln. (Bild: dpa)

am 06.05.2010 | Von Marc-Oliver von Riegen, dpa

Berlin (dpa) - Mozarts «Kleine Nachtmusik» kann ganz schön teuer sein. Wer mal eben schnell die Hotline seines Telefonanbieters oder seiner Fluglinie anrufen will, braucht oft sehr viel Geduld. Die schwarz-gelbe Koalition will Warteschleifen nun günstiger machen für Kunden.

Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn hat den Test gemacht. Ihr Team rief in den vergangenen Wochen rund 700 Mal bei Unternehmen an. Dabei ging es um Service-Nummern, wenn das Handy streikt, ein Flug umgebucht werden soll oder die Stromrechnung Fragen offen lässt. Das Resultat: Wartezeiten von bis zu 18 Minuten bei einem 0180-Anruf des Telefon-Anbieters Alice, Kosten von bis zu 22 Euro bei einer 12 Minuten-Schleife einer 0900-Nummer der Esoterik-Internetseite «Tarot König».

Es gibt 0180-Servicenummern, für die bereits eine Kosten-Obergrenze von 14 Cent pro Minute beim Festnetz und von 42 Cent mobil gilt. Ein Anruf darf insgesamt nicht mehr als 20 Cent beim Festnetz und 60 Cent mobil kosten. Die Kosten müssen zwar schriftlich auftauchen, angesagt wird der Preis allerdings nicht. Außerdem existieren sogenannte Premium-Nummern, 0800 und 0900. Sie sind deutlich teurer. 0900-Nummern können bis zu 3 Euro kosten. Bei ihnen muss der Preis auch telefonisch angesagt werden.

Die Grünen im Bundestag fordern kostenlose Wartezeiten bei Service-Nummern. Die Verbraucherpolitiker der Unionsfraktion lehnen den Antrag ab. Sie wollen zulassen, dass Service weiter etwas kosten darf. Die Verbraucher müssten nach ihrer Ansicht aber wissen, wieviel. Die reine Wartezeit bei 0180-Nummern soll dagegen kostenlos sein. «Der Kunde sollte erst von dem Moment an zahlen, an dem er eine Gegenleistung erhält», sagt die CDU-Verbraucherpolitikerin Lucia Puttrich. Außerdem fordert sie eine Preisansage für 0180-Nummern.

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) will schon bald mit Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) darüber verhandeln, wie Warteschleifen weniger kosten können. Das Problem bei 0180-Nummern war bisher, dass technisch ein kostenloser und ein kostenpflichtiger Teil nicht getrennt werden konnten. Das ist inzwischen möglich. «Ich persönlich gehe davon aus, dass eine gesetzliche Regelung nötig werden könnte, weil nicht alle Unternehmen freiwillig kostenfreie Warteschleifen anbieten», sagte Aigner kürzlich in einem Interview. Sie sagte aber auch: «Wenn Unternehmen guten Service bieten, dürfen sie dafür ruhig ein wenig Geld verlangen.»

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