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TV, Telefon und Web: Kabelnetze sind eine Alternative

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Kabelnetzbetreiber
Schnelles Surfen im Internet: Für viele Verbraucher sind die Kabelnetzbetreiber eine Alternative zu den DSL-Anbietern. (Bild: KDG/dpa/tmn)

am 30.07.2009 | Von Philipp Laage, dpa

Köln (dpa/tmn) - Wer im Internet surfen möchte, braucht dafür nicht unbedingt einen DSL-Anschluss. Eine Alternative sind die Kabelnetze. Dienten diese lange nur zum Empfang von Fernsehen und Hörfunk, ist es seit einiger Zeit möglich, darüber auch Telefon und den Internetanschluss zu beziehen.

Drei große Anbieter sind auf dem deutschen Markt aktiv: Unitymedia in Hessen und Nordrhein-Westfalen, Kabel BW in Baden-Württemberg und Kabel Deutschland in allen Bundesländern. Darüber hinaus sind Anbieter wie etwa Tele Columbus und viele kleinere regionale Anbieter am Markt.

In dem meisten Fällen wird sich Internet und Telefon übers Kabel für denjenigen lohnen, der ohnehin über seinen Mietvertrag an einen Kabel-Fernsehanschluss gebunden ist. Aber auch wer Internet und Telefon übers Kabel haben möchte, darüber aber kein Radio und Fernsehen empfangen will, geht nicht zwangsläufig leer aus. Er kann sich einen sogenannten Sperrfilter installieren lassen, erklärt Michael Gundall von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz in Mainz. «Das ist zum Beispiel eine Alternative für Besitzer einer Satellitenanlage, die überhaupt kein Kabelfernsehen brauchen.» Einzig in Baden-Württemberg müssten interessierte Verbraucher in jedem Fall zusätzlich 16,90 Euro für das Kabelfernsehen einplanen, weil dort Internet und Telefon per Kabel nicht entkoppelt vom Fernsehanschluss angeboten werden.

Prinzipiell sei das Kabel in der Fläche in Sachen Bandbreite leistungsfähiger als DSL in seinem jetzigen Ausbaustand, sagt Gundall. Für private Anwender, die mit dem PC nur arbeiten und surfen, reiche in der Regel eine Geschwindigkeit von 2 Megabit. «Wer besonders viel herunterlädt oder Videos im Netz anschaut, braucht allerdings eine größere Bandbreite.» Kabel Deutschland bietet beispielsweise Telefon und Internet mit 6 Megabit für 20 Euro monatlich an, die 32 Megabit-Flatrate liegt bei 30 Euro inklusive Telefon-Flatrate ins deutsche Festnetz. Wer mit 1 Megabit auskommt, kann auch eine reine Internet-Flatrate für 10 Euro monatlich buchen.

Wer bei Unitymedia eine Internet- und Telefon-Flatrate haben möchte, zahlt bei Geschwindigkeiten von 10 bis 32 Megabit Preise zwischen 25 und 45 Euro. Eine reine Internet-Flatrate kostet 20 Euro im Monat. «Aktuell sind 86 Prozent des Kabelnetzes in NRW und Hessen für Breitband-Internet ausgelegt», erklärt Unternehmenssprecherin Katrin Köster. Auf den Webseiten der Anbieter können Nutzer über die Eingabe ihre Anschrift prüfen, ob Internet und Telefon per Kabel bei ihnen zur Verfügung stehen.

Auch Kabel Baden-Württemberg staffelt sein Angebot nach der Verbindungsgeschwindigkeit. Das Einsteigerpaket mit Telefon- und Internet-Flatrate mit 6 Megabit ist für 20 Euro im Monat zu haben. Eine reine Internet-Flatrate mit 20 Megabit kostet ebenfalls 20 Euro im Monat. Hinzuzurechnen sind in jedem Fall die knapp 17 Euro für den TV-Kabelanschluss. In Baden-Württemberg seien bereits 99 Prozent des Netzes rückkanalfähig und können damit für Internet und Telefon genutzt werden, erklärt Martin Herkommer von Kabel BW. Noch im Sommer wolle das Unternehmen Bandbreiten bis zu 100 Megabit anbieten.

Ein Problem seien bundesweit aber noch die teilweise veralteten Hausverteileranlagen, erklärt Verbraucherschützer Gundall. Der Bereich der Kabelnetzbetreiber ende zum Teil am Hausübergabepunkt. Der Hauseigentümer sei nicht verpflichtet, Modernisierungen von Anlagen im Haus zuzustimmen. «Es kann passieren, dass die Hausverteileranlage aufgerüstet werden muss und der Mieter das erst merkt, wenn der Techniker zur Installation des Internetanschlusses bei ihm vor der Tür steht», sagt Gundall. Unter Umständen dauert ein Wechsel von DSL auf Kabel somit länger, als dem Nutzer lieb ist.

Die Kabelanbieter rieten beim Wechsel außerdem häufig dazu, den Vertrag mit dem alten Anbieter wegen der Portierung der Telefonnummern nicht selbstständig zu kündigen, so der Verbraucherschützer. Das Problem könne dann aber sein, dass noch Vertragslaufzeiten beim alten Anbieter einzuhalten sind und es zu längeren Überschneidungen kommt: «Wir haben Verbraucher erlebt, bei denen diese Überschneidung ein Jahr gedauert hat.» Der Verbraucher bleibt dann auf doppelten Anschlüssen und Kosten sitzen.

Kündigungszusicherungen vom neuen Anbieter würden oft an der Haustür oder am Telefon gemacht, erklärt Gundall. Der Kunde habe deshalb hinterher kaum einen Beweis in der Hand. Deshalb sollte er auf das Anmeldeformular schreiben, wie lange er noch an den alten Vertrag gebunden ist und wann gekündigt werden muss. Außerdem sollte er sich vor kostenpflichtigen Zusatzpaketen in Acht nehmen, die nach einem kostenlosen Testzeitraum ausdrücklich gekündigt werden müsssen. Außerdem sollte er nicht auf Werber eingehen, die zu Unrecht behaupten, dass das analoge auf digitales Kabelfernsehen umgestellt werde, und die nur einen neuen Vertrag abschließen wollen.

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