Chatroulette.com: Video-Chat mit Unbekannten
Chatroulette.com: Video-Chat mit Unbekannten
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Das Portal Chatroulette.com sorgt Zufalls-Unterhaltungen - zwischen Smalltalk und Exhibitionismus. (Bild: chatroulette.com)
am 22.02.2010
Meerbusch (dpa-infocom) - Es ist eine Mischung aus Smalltalk, internationaler Begegnung und Exhibitionismus: das Plauderportal chatroulette.com. Ein 17-jähriger Schüler aus Russland hat es entwickelt.
Das Prinzip ist denkbar simpel: Die Webseite würfelt wahllos wildfremde Leute zum Video-Chat zusammen. So sitzt man mit einem Klick plötzlich einem Japaner gegenüber, kurz darauf grüßt eine grinsende Gruppe aus Jamaika oder ein oberbayerisches Trachten-Original grantelt gegen die Welt nördlich der Alpen. Achtung: Auch Exhibitionisten nutzen das Portal. Zartbesaiteten ist es daher nicht unbedingt zu empfehlen.
Technisch gesehen ist Chatroulette eine Mischung aus dem Videotelefonie-Dienst Skype und Chat: Es erscheinen zwei kleine Bildschirme auf der Website, einer für den Besucher selbst und einer für den zufällig ausgewählten Gesprächspartner. Die Taste F9 wechselt ohne Vorwarnung zum nächsten User. Genauso einfach kann einen das virtuelle Gegenüber wegklicken und zwar unwiderruflich, denn es gibt weder eine Zurück- noch eine Holdtaste, auch keine Suchfunktion oder Profile.
Wer auf der Suche nach einem Onlineflirt ist oder interkulturellen Austausch will, ist bei chatroulette.com komplett falsch. Nutzer müssen auf alles vorbereitet und gefasst sein. Einen funktionierenden Jugendschutz gibt es nicht. Viele eingeblendete Chatpartner können irgendetwas Besonderes, sind kostümiert, tanzen, singen oder spielen ein Instrument. Chatroulette ist wie eine Ansammlung verrückter Youtube-Videos. Der Unterschied: Man ist mittendrin und live dabei, und die Leute reagieren auf einen. Da mittlerweile oft bis zu 20.000 Menschen gleichzeitig online sind, kommt so schnell keine Langeweile auf.
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