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Neue iPhone-Generation bietet mehr als UMTS und GPS

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Das Laden von aufwendig gestalteten Webseiten geht mit der neuen iPhone-Generation noch schneller. (Bild: dpa-infocom)

am 14.07.2008 | Von Christoph Dernbach, dpa

Hamburg (dpa-infocom) - Es dürften vor allen die Zauberworte «UMTS» und «GPS» gewesen sein, die zum Verkaufsstart (11. Juli) der neuen iPhone-Generation in Deutschland die Kunden in Massen in die Geschäfte von T-Mobile getrieben haben.

Wie bedienungsfreundlich das Smartphone von Apple ist, hatte sich bereits seit Monaten unter den Technikverliebten herumgesprochen. «Das iPhone begeistert mit seiner durchgängig konsistenten und klaren Bedienung. Es bleiben nur selten Fragen offen, es gibt kein Menüwirrwarr wie bei der Konkurrenz», schreibt Michael Spehr von der FAZ.

Das neue iPhone 3G unterstützt nun auch die dritte Generation des Mobilfunks (UMTS/HSDPA) und die satellitengestützte GPS-Ortung. Erste Testberichte legen aber vor allem den Schluss nahe, dass vor allem die nun erhältlichen Zusatzprogramme das iPhone zur derzeit interessantesten Mobilfunkplattform machen.

Nach den Erfahrungsberichten von einigen Journalisten, die das iPhone 3G schon vor dem offiziellen Verkaufsstart testen konnten, kommt die von Apple formulierte Aussage «doppelt so schnell» - im Vergleich zum ersten iPhone - der Wirklichkeit sehr nahe. «Vor allem aufwendig gestaltete Web-Seiten, wie die von Spiegel Online oder die Nachrichtenseite der BBC, profitieren deutlich vom schnelleren Netzwerk. Erstaunlich: Ein zum Vergleich herangezogenes HSDPA-Handy eines anderen Herstellers brauchte teilweise länger, um dieselben Seiten aufzubauen», schreibt Matthias Kremp von Spiegel Online. Redakteur Kremp macht für den Geschwindigkeitsvorteil vor allem den iPhone-Browser «Safari» verantwortlich, der ohne jede Verzögerung startet, während andere Browser die Seiten erst dann anzeigen, wenn sie vollständig geladen sind.

Auch bei der Selbstortungsfunktion punktet das iPhone gegenüber der Konkurrenz. Es wertet nicht nur die Signale aus, die das GPS-Modul empfängt, sondern berechnet vorab seine ungefähre Position aus den benachbarten Mobilfunkmasten und WLAN-Netzen in der Umgebung. Um als vollwertiges Navigationsgerät eingesetzt zu werden, fehlt es jedoch noch an der notwendigen Software. Die Google Maps im iPhone können zwar präzise den Standort anzeigen und grobe Routenempfehlungen geben. Für eine Echtzeitnavigation mit präzisen Anweisungen, wie beispielsweise die Ansage «Nach 50 Meter rechts in den Turmweg einbiegen», müsste es aber eine spezielle Anwendung geben. Navigationsspezialist Tomtom hatte im Vorfeld des iPhone-3G-Starts bereits ein entsprechendes Programm angekündigt. Es scheint aber noch nicht geklärt zu sein, ob diese Software auch von Apple für das iPhone zugelassen wird.

E-Mail auf dem iPhone
Das Laden von aufwendig gestalteten Webseiten geht mit der neuen iPhone-Generation noch schneller. (Bild: dpa-infocom)

Die Anwendungen von Drittanbietern vertreibt Apple über den «App Store», der direkt über das iPhone oder am PC via iTunes zur Verfügung steht. Zum Start standen über 560 Programme zum Download bereit, darunter fast 200 Spiele, aber auch ein AOL-Chat-Client, ein eBay-Programm und etliche Produktivitätsanwendungen. Rund 140 Anwendungen sind kostenlos, die meisten kostenpflichtigen Programme sind für unter zehn Euro zu haben.

Neben den beiden neuen Hardware-Funktionen (UMTS und GPS) verfügt das iPhone nun über die runderneuerte Software 2.0, die auch kostenlos für die erste iPhone-Generation sowie als kostenpflichtiges Upgrade (acht Euro) für den iPod touch angeboten wird. Das erneuerte Betriebssystem macht das iPhone vor allem für Geschäftsanwender interessant. So hat Apple die Microsoft-Technologie «Active Sync» lizensiert, um das iPhone an die allgegenwärtigen Exchange-Server des Software-Riesen ankoppeln zu können. «Die Einrichtung ist kinderleicht, und das Gebotene überzeugt. In vielen Punkten ist das Apple-System leistungsfähiger als ein Mail for Exchange von Nokia oder das Active Sync auf Windows-Mobile-Geräten», schreibt FAZ-Tester Spehr.

An der Bildschirm-Tastatur des iPhone scheiden sich weiterhin die Geister: Spehr empfindet das Schreiben auf der virtuellen Tastatur als «beschwerlich und gewöhnungsbedürftig» und lobt im gleichen Atemzug die Hardware-Tastatur des Blackberry. Andere Anwender weisen hingegen darauf hin, dass die Software-Tastatur des iPhone sich kontinuierlich an den Benutzer anpasse und nach einer gewissen Eingewöhnungsphase auch dem Blackberry überlegen sei.

Kritisch gehen die Tester mit der Akkulaufzeit des neuen iPhones um. Walt Mossberg vom Wall Street Journal hatte anfangs Mühe, mit einer vollen Akkuladung überhaupt einen Arbeitstag lang auszukommen. Erst als er gelernt hatte, einige Energiesparfunktionen des iPhone auszunutzen, zeigte sich das Apple-Handy weniger stromhungrig. Mossberg und Edward Baig von USA Today empfehlen in diesem Zusammenhang, die 3G-Funktion auszuschalten, wenn man sie absehbar ohnehin nicht braucht.

Baigs Testfazit lautet: «Apples iPhone 3G ist nicht perfekt, aber dicht daran». Spiegel-Mann Kremp meint dagegen, das iPhone 3G sei «bei weitem nicht so revolutionär wie sein Vorgänger, sondern nur ein evolutionärer Schritt nach vorn. Die Ergänzung von 3G-Netzanbindung und GPS stopft die gröbsten Fehlstellen des Erstlings. Die echten Neuerungen stecken dagegen in der Software - und die bekommen auch die Besitzer von iPhones der ersten Generation kostenlos aufs Handy gespielt.» FAZ-Autor Spehr lobt «Charme, Charakter und Ausstrahlung» des iPhone und attestiert ihm «gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft».

Auf der Wunschliste der meisten Tester an Apple stehen eine längere Akkulaufzeit und ein austauschbarer Akku sowie eine bessere Kamera mit Video-Funktion. Außerdem vermissen die Experten eine «Copy&Paste»-Funktion zur Übernahme von Infos aus der Mail in andere Anwendungen. Weiterhin werden häufig die Tarife von T-Mobile als zu teuer kritisiert. Denn obwohl der Kaufpreis für das iPhone selbst deutlich gesunken ist, summieren sich die Gesamtkosten auf die gesamte Vertragslaufzeit zu erklecklichen Beträgen zusammen.

Im Gegensatz zu früher wird es beim iPhone 3G nicht einfach möglich sein, mit einem starken Euro-Kurs im Rücken für wenig Geld ein Gerät in den USA zu kaufen und dann mit Hilfe einer sogenannten Jailbreak-Software in Deutschland einzusetzen. Apple und AT&T rücken in den USA das neue iPhone nur noch mit einem aktivierten Vertrag raus, so dass der Preis in unwirtschaftliche Höhen steigt. Damit dürfte auch massenhafte Nachschub über den Atlantik für den deutschen Graumarkt auf eBay weitgehend versiegen.

Bildergalerie
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