Alles über die Steinlaus von Loriot
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Die Steinlaus: Das «possierliche Tierchen» von Loriot hat jetzt auch einen eigenen Weblog. (Bild: «diesteinlaus.com»)
am 17.11.2008
Meerbusch (dpa-infocom) - Loriot hat sie 1976 mit einem Sketch unsterblich gemacht - die gemeine Steinlaus. Darin präsentiert er das fiktive Nagetier mit dem wissenschaftlichen Namen «Petrophaga lorioti» als Parodie über den damals beliebten Fernseh-Zoologen Bernhard Grzimek.
1982 nahm sogar das medizinische Wörterbuch Pschyrembel einen fingierten Artikel in sein Standardwerk für Mediziner auf. Seither gilt die Steinlaus als Paradebeispiel des wissenschaftlichen Witzes. In der 257. Pschyrembel-Auflage wurde das Stichwort getilgt. Die Redaktion befürchtete, mit solchen Einträgen den Ruf des Nachschlagewerks zu schädigen. Wegen unerwartet heftiger Leserproteste wurde die Steinlaus aber in die darauf folgende Ausgabe in erweiterter Form wieder aufgenommen.
In diese revidierte Fassung fanden neueste Erkenntnisse Eingang, welche die Steinlaus in Verbindung mit dem Fall der Berliner Mauer brachten. Aber auch die Gefahr, welche die Steinlaus für den Denkmalschutz darstellt - immerhin soll sie einen Tagesbedarf von etwa 28 Kilogramm Beton und Ziegelsteinen haben und gelegentlich auch Eisenträger nicht verschmähen - wurde wissenschaftlich erörtert. Aber die Lebensbedingungen für die Steinlaus verschlechtern sich immer mehr. Überall wird ihr wertvoller Lebensraum entzogen, sie kann kaum noch tun, was sie am besten kann: Steine nagen und verputzen. Dafür hat das laut Loriot weltweit kleinste Nagetier der Welt nun ein eigenes Weblog.
Unter «die-steinlaus.de» können Liebhaber jederzeit nachschlagen, wenn sie etwas über das, Zitat, «possierliche Tierchen» erfahren wollen. Nirgendwo erfährt man mehr über die Steinlaus, in Wort und Bild - und per Video, natürlich auch von Loriot. Hinter dem Weblog steckt der Wissenschaftsverlag de Gruyter, Herausgeber des «Pschyrembel». Das Weblog will nicht nur den enorm angewachsenen Wissensstand zur der lebenden Steine verzehrenden Legende dokumentieren. Es ruft auch die vielen, bisher im Verborgenen forschenden Wissenschaftler auf, die Welt an ihren neuesten Ergebnissen teilhaben zu lassen. Folglich kann jeder mitmachen und eigene Forschungsergebnisse mitteilen. Es gibt einen Wettbewerb für die besten Beiträge. Eine Jury kürt später die besten Ideen. Mitten unter ihnen: Loriot.
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