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Online-Seelsorge bringt Besucher in die Kirche

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Online-Kirche
In der Online-Kirche St. Bonifatius gibt es neben Gottesdienst und Gemeindebrief auch einen Kirchen-Chat. (Bild: «kirche.funcity.de»)

am 18.06.2008

Hildesheim (dpa) - Die Online-Seelsorge von Deutschlands erster Internet-Kirche weist zahlreichen Menschen nach Einschätzung der Organisatoren erst den Weg in die reale Kirche.

«Das ist ein niederschwelliges Angebot, zu dem alle Leute Zugang haben», sagte der Koordinator der Internet-Kirche der Bistümer Hildesheim und Osnabrück, Norbert Lübke. «Das nutzen kirchengebundene Menschen ebenso wie welche, die nie die Idee hätten, in eine Kirche hineinzugehen.»

«Das Wichtigste ist, dass dies eine Form der Seelsorge ist, die sich den Lebensgewohnheiten der Menschen anpasst», sagte Lübke. «Wenn die Leute privat E-Mails schreiben und das Internet nutzen, warum sollen sie dies nicht auch für kirchliche Dinge tun?» Die virtuellen Kirchgänger hätten rund um die Uhr Zugang zu St.Bonifatius und seien nicht auf die Öffnungszeiten eines Pfarramtes angewiesen. Häufige Themen seien Fragen über Gott und das Beten, ebenso wie eigene Lebensfragen, Suchtprobleme bis hin zum gestorbenen Hamster bei Kindern.

«Die Anonymität schafft Vertrauen», meint Lübke zum Vorteil der Online-Seelsorge. Die Leute könnten sich unbefangener ausquatschen als etwa im Freundeskreis. «Die Anonymität nimmt mit wachsendem Vertrauen ab, die Menschen nennen später ihre E-Mail-Adresse und ihren richtigen Namen.» Etliche vereinbarten später auch Treffen mit dem Seelsorger. Im Gottesdienst stehe manchmal jemand an einer Säule und wende sich am Ende an den Pastor, den er aus dem Team der Internet-Kirche kenne.

In der Online-Kirche gibt es neben Gottesdienst und Gemeindebrief an zwei Abenden pro Woche einen Kirchen-Chat mit einem der 21 beteiligten Seelsorger, die auch per E-Mail Kontakt zu Interessierten halten. Die Kirche ist Teil der virtuellen Stadt «funcity», einer Internet-Initiative mehrerer norddeutscher Radiosender.

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