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Video-on-Demand: Streamen statt herunterladen

Video Streaming
Ob «Bully» oder US-Serie: Immer mehr TV-Sendungen oder auch Filme gibt es zum Streamen im Netz. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)

am 18.06.2008 | Von Ragah Kamel, dpa

Hamburg/Hannover (dpa/tmn) - Freitagabend und es kommt nichts im Fernsehen - mal schauen, was im Internet läuft. Wer im World Wide Web eine bestimmte Serie oder einen Spielfilm sucht, wird in der Regel schnell fündig, auch abseits illegaler Tauschbörsen.

Denn im Netz gibt es mittlerweile zahlreiche Video-on-Demand-Portale. Der Vorteil liegt für die Benutzer auf der Hand: Sie können verpasste Folgen und Filme genau dann sehen, wenn sie Zeit und Lust dazu haben. Und sie ersparen sich langes und in vielen Fällen illegales Herunterladen.

Die Zahl der Video-on-Demand-Angebote im Internet ist nicht mehr überschaubar. Die US-Webseite Online Video Guide listet mehrere hundert Internetseiten mit Videos auf. Viele der dort gezeigten Fernsehmitschnitte sind urheberrechtlich geschützt. Sie dürften also gar nicht im Netz stehen. «Das reine Betrachten von urheberrechtlich geschütztem Material ist allerdings nicht illegal», sagt der Jurist Till Kreutzer aus Hamburg, der sich schwerpunktmäßig mit Urheberrecht beschäftigt. Denn die Videodaten werden gestreamt, also auf dem Rechner wiedergegeben, aber nicht dauerhaft heruntergeladen.

Beliebte Internetseiten sind zum Beispiel «youtube.com», «video.google.de», «veoh.com» und «dailymotion.com». «Die Qualität der Videos auf den Portalen ist aber meist sehr schlecht», sagt Volker Zota, Redakteur bei der Computerzeitschrift «c't».

Neben Seiten, die direkt Videos anbieten, gibt es auch zahlreiche Portale, die nur Links zu Video-On-Demand-Seiten bereitstellen. So finden Benutzer auf «alluc.org» keine Videos, sondern alphabetische Listen mit Serien, Filmen, Musikvideos und Cartoons. Wird die Lieblingsserie angeklickt, erscheinen Links zu zahlreichen Portalen, die Videos zu der Serie anbieten.

Mittlerweile haben auch einige Fernsehanstalten verstanden, dass vor allem junge Zuschauer Serien und Filme gerne im Internet sehen, und nicht nur dann, wenn sie im Fernsehen ausgestrahlt werden. Das ZDF bietet seit längerem eine Mediathek mit kostenlosen Sendungen und Beiträgen an.

Seit Anfang April kann das ZDF auch live im Internet empfangen werden. Auf «zattoo.com» können neben dem ZDF noch 23 weitere Sender empfangen werden, darunter ARD, alle dritten Programme, DSF, Tele5, DasVierte und Comedy Central. Das Portal ist kostenlos, vor dem Fernsehgucken im Netz muss der User die Software «Zattoo Player» herunterladen.

Auch die Sender RTL, Sat1 und Pro7 sind mit Internetvideos aktiv. RTL bietet Sendungen und viele Serien aus dem Programm im Internet an. Zum Teil sind die Videos kostenlos, einige Serien müssen aber bezahlt werden - pro Stück oder im Abo: Einzelfolgen kosten zwischen 1 Euro und 1,99 Euro, wobei das Video nur für 28 Stunden angesehen werden kann.

Der Fernsehsender Pro7 geht ähnlich vor: Im Internet gibt es kostenlose Videos von selbst produzierten Fernsehshows, aber auch Serien. Einige US-Serien bietet der Sender allerdings nur auf dem Bezahlportal «maxdome.de» an. Einzelfolgen kosten zwischen 0,99 und 1,49 Euro, Spielfilme 2,99 Euro. Das Video kann innerhalb von 24 Stunden mehrmals angesehen werden.

INFO: Videorekorder im Internet

Neben Video-on-Demand Angeboten gibt es auch Portale, die Fernsehprogramme auf Wunsch aufzeichnen und zum Herunterladen bereitstellen - zum Beispiel die Seite «onlinetvrecorder.com». Der Service ist kostenlos, das Herunterladen kann allerdings mehrere Stunden dauern. Gegen Bezahlung - ungefähr 25 Cent pro Video - geht es auch schneller. Ob Videorekorder im Internet legal sind, ist allerdings fraglich. Die Anbieter sind mehrmals verklagt worden, und die Urteile fielen unterschiedlich aus. «Nutzer haben aber keine Probleme zu erwarten, wenn sie auf entsprechende Portale zugreifen», sagt Jurist Till Kreutzer aus Hamburg.

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