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BerichteLandet Apple mit dem iPad einen neuen Mega-Erfolg?
![]() Die Tage vor Ostern erleben in diesem Jahr viele Apple-Fans wie eine Vorweihnachtszeit. Sie warten aber nicht auf das Christkind, sondern auf das iPad. (Bild: dpa) am 02.04.2010 | Von Christoph Dernbach, dpa Cupertino/Hamburg (dpa) - Die Tage vor Ostern erleben in diesem Jahr viele Apple-Fans wie eine Vorweihnachtszeit. Sie warten auf den Verkaufsstart des Tablet-Computers iPad. Der etwa DIN-A4-große Rechner kommt am Samstag (3. März) in den USA zum Preis zwischen 500 Dollar und 700 Dollar (ohne Mehrwertsteuer) in die Läden. Ende Mai startet Apple auch den Vertrieb der iPad-Modelle, die über 3G-Mobilfunk (UMTS) Daten senden und empfangen können - und dann wird das iPad auch in Deutschland zu haben sein. Über den Apple-Store im Web sollen bereits «hunderttausende» Vorbestellungen für die futuristische Schiefertafel eingegangen sein. Entfacht die Fan-Gemeinde mit ihrer Sehnsucht nach einem neuen Apple-Gadget nur ein Strohfeuer? Oder gelingt es Apple nach dem iPod und dem iPhone erneut, eine ganz neue Gerätekategorie am Markt zu etablieren? Die Ausgangslage für den Marktstart des iPad erinnert an die Situation bei der Einführung des MP3-Players iPod. Als Apple-Chef Steve Jobs am 23. Oktober 2001 das erste iPod-Modell der Öffentlichkeit vorstellte, fragten sich etliche Beobachter, warum nun auch noch Apple einen Musikplayer auf den Markt bringt. Andere Hersteller wie Creative Labs und Sony hatten nämlich nur mäßigen Erfolg mit ihren Geräten. Und außerdem drückten die Anschläge vom 11. September 2001 auf die Konsumstimmung der Verbraucher. Doch Apple gelang es damals - nach einem langsamen Start im ersten Jahr - ein komplettes Ökosystem rund um den Player mit den weißen Kopfhörern aufzubauen und mit iTunes massiv in den Vertrieb digitalisierter Musik und Videos einzusteigen. Mit einem Marktanteil von rund 75 Prozent dominiert der iPod inzwischen in den USA das Musikplayer-Geschäft. Mit dem iPad bringt Apple auch diesmal nicht den ersten Tablet-Computer auf den Markt. Microsoft-Begründer Bill Gates stellte bereits vor über zehn Jahren auf der Computermesse Comdex eine Digitaltafel vor, die als mobiler Multimedia-Player und hypermoderner Notizblock dienen sollte. Doch die Tablet-PCs der ersten Generation floppten. Sie waren zu teuer, zu langsam, zu kompliziert zu bedienen und verfügten nur über viel zu kurze Batterielaufzeiten. Außerdem fehlten die «Killer-Apps», also die Anwendungen, die man nie wieder missen möchte. Hier sieht Apple sich heute viel besser aufgestellt. Im iTunes Store werden über 140 000 «Apps» für das iPhone und den iPod touch angeboten, die mit wenig Aufwand für das iPad optimiert werden können. Außerdem haben etliche Spielehersteller und Inhalteanbieter angekündigt, Anwendungen für das iPad anzubieten. Allerdings zögern etliche Verlage, TV-Sender und Hollywood-Studios noch, auch diesen Teil der digitalen Contentwirtschaft in die Hände von Apple zu legen. Und auch die Apple-Wettbewerber wollen diesmal nicht tatenlos zuschauen, wie Konzernchef Steve Jobs neue Claims in der digitalen Landschaft absteckt, in denen große Goldvorkommen vermutet werden. So präsentierte Microsoft-Chef Steve Ballmer im Januar auf der Consumer Electronics Show Prototypen neuartiger Tablet-PCs, die mit Windows 7 laufen. Doch diese Geräte werden erst im Herbst 2010 zu haben sein. Google arbeitet im Goldfieber rund um die Tablet Computer an der entsprechenden Anpassung seines Android-Betriebssystems. Und das deutsche Softwarehaus Neofonie möchte zusammen mit verschiedenen Partnern noch vor dem Marktstart des iPad in Deutschland hierzulande ein Konkurrenz-Geräte namens WePad auf den Markt bringen, das mit einer Android-Variante läuft. Apple zeigt sich von den hektischen Aktivitäten der Wettbewerber nur mäßig beeindruckt und bereitet sich auf einen Massenansturm auf das iPad vor. Die Lieferanten von Apple in Asien erwarten den Absatz von 2,5 Millionen Geräten bis Ende Mai, berichtete Katy Huberty, Analystin bei Morgan Stanley. Im Jahr 2010 könnte der iPad-Absatz nach dieser Prognose sogar auf acht bis zehn Millionen Geräte steigen. InfosApples iPad: Das «Riesen-iPhone» Der Tablet-Computer iPad sieht wie eine übergroße Version des Apple-Handys iPhone aus. Wie das iPhone wird das Gerät in der Größe einer DIN-A4-Seite über einen berührungsempfindlichen Bildschirm bedient. Apple liefert den 680 Gramm schweren Tafel-Computer mit einer Reihe von Programmen aus. Dazu gehören ein Webbrowser zum Surfen im Web, ein E-Mail-Programm sowie eine iPod- Anwendung, mit der man Musik und Videos abspielen kann. Vorerst nur in den USA wird das Gerät ein virtuelles Bücherregal («iBook») haben, mit dem man über den iTunes Store digitalisierte Bücher kaufen kann. In Deutschland fehlt dem Vernehmen nach noch eine Einigung mit großen Verlagen über das Geschäftsmodell des E-Book- Vertriebs. Die Versionen, die am Osterwochenende in den USA auf den Markt kommen, können über WLAN (WiFi) mit dem Internet verbunden werden. Ende April sollen dann auch iPad-Varianten folgen, die über 3G- Mobilfunk (UMTS) online gehen. Zu diesem Zeitpunkt soll auch der Vertrieb außerhalb der USA und damit auch in Deutschland starten. Für das iPad stehen von Beginn an rund 140 000 Anwendungen aus dem iTunes App Store zur Verfügung, die eigentlich für das iPhone und den Musikplayer iPod touch entwickelt wurden. Außerdem soll es zum Marktstart des iPad etliche Programme geben, die eigens für den größeren Bildschirm des Tablet-Computers geschrieben wurden. Kritiker des iPad bemängeln, dass die Batterielaufzeit nur maximal zehn Stunden beträgt, während spezielle E-Book-Geräte wie der Kindle von Amazon tagelang ohne Steckdose auskommen. Wie beim iPhone und iPod kann beim iPad die Batterie nur von einem Servicetechniker ausgetauscht werden. Weiterhin wird kritisiert, dass das iPad nicht beliebig viele Programme parallel laufen lassen kann (Multitasking) und die populäre Flash-Technologie von Adobe nicht unterstützt, die beispielsweise für viele Online-Spiele notwendig ist.
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