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David macht's vor: Geld verdienen mit YouTube

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David macht's vor: Geld verdienen mit YouTube IT-News-World.de 0 5 1
«YouTube»
Auf der Video-Plattform YouTube kann jeder Nutzer Videos einstellen - einige verdienen damit sogar Geld. (Bild: dpa)

am 30.03.2010 | Von Britta Schultejans, dpa

München (dpa) - Ein Zahnarztbesuch ist nur für die wenigsten eine angenehme Sache. Für den sieben Jahre alten David aus den USA aber hat es sich mehr als gelohnt, dass er sich einen Zahn hat ziehen lassen.

Weil sein Vater filmte, wie der Kleine - von der Narkose völlig benebelt - im Auto saß, und das Video anschließend ins Internet-Portal YouTube stellte, kann der Junge später aufs College gehen. Mehr als 100 000 Euro Dollar hat die Familie inzwischen mit dem Video «David after dentist» (David nach dem Zahnarzt) eingenommen. Weil die Klickzahlen in die Höhe schnellten, bot YouTube der Familie an, Werbeplätze neben dem Video zu verkaufen. «Die Zahnarztrechnung dürfte bezahlt sein», sagt YouTube-Sprecher Henning Dorstewitz.

So wie David und seine Familie machen inzwischen immer mehr Nutzer von YouTube Geld mit den Videos, die sie hochladen. Die Plattform, die zum Google-Konzern gehört und in diesem Jahr fünf Jahre alt wird, bietet erfolgreichen Videomachern inzwischen sogenannte Partnerschaften an. YouTube darf neben den Videos Werbeplätze verkaufen. Dafür geht «ein Großteil» der Einnahmen an die Macher, der Rest bleibt beim Portal. Wieviel genau? «Das ist ein Bereich, über den wir nicht sprechen», sagt Dorstewitz. Die Partner sind vertraglich dazu verpflichtet, niemandem zu sagen, was sie verdienen.

Weltweit habe YouTube inzwischen mehrere tausend Partner, sagt Dorstewitz. «Und in Deutschland weit über 200.» Viele von ihnen hätten inzwischen ihren eigentlichen Beruf an den Nagel gehängt. Diese Nutzer haben nach Angaben der Firma die Videos gedreht, die mit am häufigsten angeklickt werden. Alle Top-Videomacher, die in Deutschland am beliebtesten sind, hat die Firma allerdings nicht unter Vertrag - noch nicht. «Uns ist daran gelegen, solche Partner zu haben, deren Beiträge wir zu Geld machen können», erläutert Dorstewitz das Geschäftskonzept.

Doch nicht nur YouTube verdient gut mit beliebten Videos - die Nutzer, die Werbung neben ihren Werken zulassen, auch. Da ist zum Beispiel der 20 Jahre alte Sami Slimani, der als «HerrTutorial» der YouTube-Gemeinde Lebenshilfe anbietet. «Das sind Ratgeber-Stücke - über Themen wie Mobbing, Zahnpflege oder Haarpflege.»

Oder die drei Jungs von «Y-Titty» aus dem fränkischen Hilpoltstein, die nicht verraten wollen, woher der Name ihrer Gruppe kommt, inzwischen mit ihren Videos aber so erfolgreich sind, dass sie möglicherweise den Sprung von der Internet-Plattform auf den Fernsehbildschirm schaffen.

Mit ihrer Parodie der Vampirsaga «Twilight» wurden sie einem riesigen Publikum bekannt, jetzt planen sie eine Comedy-Serie über ihr eigenes Leben und haben auch schon eine Kölner Produktionsfirma auf sich aufmerksam gemacht. «Bei YouTube können wir genau das machen, was wir witzig finden», sagt Philipp Laude, 19 Jahre alt, Schüler und «Y-Titty»-Sprachrohr. «Wir bieten Beratungen an», sagt Dorstewitz. Einfluss auf den Inhalt ihrer Videos habe YouTube aber nicht genommen, versichert Laude.

Neben dem Geld, das sie verdienen, trudeln inzwischen auch Werbegeschenke von großen Firmen zuhauf in Hilpoltstein ein. «Dieses Handy habe ich bekommen, damit ich es in die Kamera halte», sagt Laude und zieht das Telefon aus seiner Tasche. Ein weiterer positiver Nebeneffekt für die «Partner»: Sie können - wie alle anderen Nutzer auch - genau nachverfolgen, wer wann wo ihr Video angesehen hat und ihr Angebot dann entsprechend an ihre Zielgruppe anpassen. Dafür haben sie allerdings in der Regel keinen Einfluss darauf, welche Werbung neben ihrem Video und ihrem Namen erscheint. «Bei uns kommt immer Werbung gegen Mundgeruch», sagt Laude und zuckt mit den Schultern.

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