Suchtgefahr Internet: Mit Kindern im Dialog bleibenam 18.06.2008 Hannover (dpa) - Das Internet mit seinen Online-Rollenspielen und Chatrooms entwickelt sich zunehmend zu einer Suchtgefahr für Jugendliche. Nach Angaben eines Experten sind etwa 700 000 Jugendliche in Deutschland abhängig. Der Kinderpsychologe Wolfgang Bergmann betonte bei einer Expertentagung in Hannover, Kinder suchten in Online-Rollenspielen Abenteuer, Magie und feste Regeln, die ihnen im realen Leben fehlten. Letztendlich agierten die Spieler in den Fantasie-Welten wie Gott. «Das ist ein Versprechen an den Narzissmus der Kinder», erklärte der Leiter des Instituts für Kinderpsychologie und Lerntherapie in Hannover. Nach seinen Angaben sind etwa 700 000 Jugendliche in Deutschland abhängig von Online-Rollenspielen wie «World of Warcraft». Anzeichen für süchtiges Verhalten seien das Abkapseln von Freunden und Familie, nächtliches Spielen, Vernachlässigung von Essen und Körperpflege sowie völliges Desinteresse an der Schule. «Die Eltern wissen nicht mehr, wie sie einschränken können, dass der Computer nur im Mittelpunkt steht», berichtete Sozialpädagogin Sonja Bittner von der Beratungsstelle Drobs in Wolfsburg. Etwa ein Drittel der Schüler der 8. und 9. Klasse spielen nach ihrer Beobachtung sehr viel: Jungen bevorzugten PC-Spiele, Mädchen besuchten eher Chatrooms. Statt Verbote auszusprechen müssten Eltern versuchen, mit ihren Söhnen und Töchtern im Gespräch zu bleiben, sagte Bergmann. Trotz aller Suchtgefahren sei es sinnvoll, Kinder schon im Vorschulalter an den Computer heranzuführen. «Sonst verstehen sie die moderne Welt nicht.»
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