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Glasfasernetz für noch schnelleres Internet

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Glasfasernetz
Buddeln für mehr Bandbreite: In Städten wie München und Köln werden derzeit neue Glasfaserkabel verlegt. (Bild: netcologne/dpa/tmn)

am 18.06.2008 | Von Sven Appel, dpa

Berlin/Hamburg (dpa/tmn) - In Deutschlands Metropolen wird wieder gebuddelt. Nach dem Motto «DSL ist heute, morgen ist Glasfaser», bauen mehrere Telekommunikationsunternehmen ihre Netze aus.

In München werkelt M-net an eigenen Glasfaserleitungen, in Köln hat NetCologne die Bagger anrücken lassen, und in Hamburg plant Hansenet alias Alice seine eigene Datenautobahn. Ist der Anschluss da, können Kunden von Internet-Zugängen mit Übertragungsraten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde (MBit/s) profitieren - ein Vielfaches dessen, was herkömmliche DSL-Anschlüsse leisten.

Derzeit ist eine Bandbreite von 100 MBit/s noch gar nicht nötig. Das werde aber dann der Fall sein, wenn via Internet Fernsehen in HD-Qualität bezogen wird - womöglich für mehrere Geräte gleichzeitig, erklärt Thorsten Neuhetzki vom Portal Teltarif.de in Berlin. IPTV - also Internetfernsehen - mit HDTV-Inhalten oder Video-on-Demand sieht man auch beim Münchener Anbieter M-net als Schlüsselanwendung für den Glasfaseranschluss. Die ersten Haushalte in Bayerns Landeshauptstadt sind bereits über die neue Technologie online.

Bis zum Jahr 2011 sollen M-net zufolge 60 Prozent der Münchener Wohnungen an Glasfaser angeschlossen sein. Wer einen entsprechenden Anschluss von M-net mit bis zu 100 MBit/s nutzen möchte, braucht eine Flatrate für 39,90 pro Monat. Mitte Februar hat M-net den Startschuss für den Glasfaserausbau in Augsburg gegeben.

In Köln können manche Haushalte einen Glasfaseranschluss von NetCologne nutzen. Das Unternehmen will nach eigenen Angaben dieses Jahre mehrere Zehntausend weitere Gebäude an das Netz anbinden. Voraussetzung dafür ist das Einverständnis der Hauseigentümer. Ob er das Angebot von NetCologne nutzen möchte, entscheidet letztlich aber der Mieter selbst - die monatliche Pauschale beträgt 29,95 Euro.

In Hamburg plant das dort ansässige Telekommunikationsunternehmen Hansenet mit seiner DSL-Marke Alice den Bau eines eigenen Glasfasernetzes - zunächst für fünf Stadtteile mit insgesamt 100 000 Haushalten.

Mit Hilfe der Netze wollen die durch die Privatisierung des Telekommunikationsmarktes entstandenen Anbieter unabhängig von der Deutschen Telekom werden. Es geht um das Überbrücken der sogenannten letzten Meile: Für die Nutzung dieses Leitungsabschnittes zwischen Hauptverteiler und Hausanschluss zahlen die privaten Anbieter eine Gebühr an den Rosa Riesen. Durch den Wegfall der letzten Meile würden Hansenet und seine Konkurrenten dem entsprechend viel Geld sparen, so Carsten Nillies.

Die Glasfaserkabel reichen in der Regel bis in den Keller, von dort an wird das bestehende Netz im Haus genutzt. Dass dabei dennoch Datenübertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 100 MBit/s erreicht werden, liegt an der Kürze der Strecke im Haus. Das Verlegen von Glasfasern vom Keller bis in die Wohnung würde laut M-net sogar Bandbreiten von bis zu 1000 Mbit/s möglich machen.

Glasfaserkabel sind keine Erfindung der privaten Anbieter: Auch die Telekom-Tochter T-Home verwendet sie für den DSL-Nachfolger VDSL - aber anders: Reichen die Glasfaser-Strippen von Alice und Co. bis ins Haus, enden die Telekom-Kabel an einem Verteiler, von dem aus noch bis zu mehrere Hundert Meter über die herkömmliche Kupferleitung zurückgelegt werden müssen. Das Tempo von VDSL hängt maßgeblich von dieser Entfernung ab. T-Home bietet bis zu 50 MBit/s an.

T-Home-Kunden können laut Sprecher Mark Sausen VDSL nutzen, indem sie ein «Entertain»-Paket buchen. Es enthält neben der herkömmlichen Internetnutzung auch Fernsehen übers Netz und Zugriff auf eine Online-Videothek. Derzeit sei VDSL in den 27 größten deutschen Städten verfügbar. Weitere 13 sollen bis Ende dieses Jahres hinzukommen.

Was den Ausbau seiner schnellen Internetzugänge angeht, ist T-Home der Konkurrenz um mehr als eine Nasenspitze voraus. Denn der Ausbau des Glasfasernetzes wird nach Ansicht von Thorsten Neuhetzki länger dauern als der des VDSL-Netzes: Um das Glasfaser-Internet bis in die Keller zu bekommen, müssen Gehsteige aufgebrochen werden. Zudem muss der Hausbesitzer damit einverstanden sein, dass in seinem Gebäude ein entsprechender Anschluss installiert wird.

Bei VDSL sei das nicht so dramatisch, sagt Neuhetzki. Schließlich müssen dafür keine Gehwege aufgebuddelt werden, weil auf der Strecke zum Haus die bestehende Leitung genutzt wird. Allerdings dürften VDSL und die neuen Glasfaserangebote nicht in einen Topf geworfen werden: Letzteres sei schließlich gut doppelt so schnell.

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