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eBay-Funktionen für den Firefox

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eBay-Funktionen für den Firefox IT-News-World.de 5 5

am 01.04.2007 | von Alfred Krüger

Die gemeinnützige Mozilla Foundation, Entwicklerin des Webbrowsers Firefox, wird künftig eng mit dem Internetauktionshaus eBay zusammenarbeiten. Dies gaben beide Unternehmen kürzlich offiziell bekannt. Das Ziel sei, das „eBay-Auktionserlebnis für Firefox-Nutzer in Deutschland, Frankreich und Großbritannien noch einfacher zu gestalten“, heißt es bei eBay Deutschland. Auch bei Mozilla ist man über diese Zusammenarbeit begeistert. Kritiker stellen weniger begeistert die Frage: „Wohin marschiert Mozilla Firefox?“

Mozilla und eBay arbeiten zusammen
Wenn alles so abläuft, wie es sich die Spitzen der gemeinnützigen Mozilla-Stiftung und des Internetauktionshauses eBay vorstellen, dann wird es künftig eine enge Zusammenarbeit zwischen beiden Unternehmen geben. Der beliebte Webbrowser Firefox soll dann Werkzeuge besitzen, mit denen der Nutzer seine Auktionen bei eBay problemlos auch dann verwalten kann, wenn er nicht auf den eBay-Seiten surft. Man möchte das „Auktionserlebnis“ bei eBay noch einfacher gestalten, verkünden beide Partner in einer gemeinsamen Presseerklärung.

Über Geld wird (noch) nicht geredet
Was genau geplant ist, wurde noch nicht bekannt gegeben. In der gemeinsamen Erklärung wird nur erwähnt, dass man Techniken entwickeln und in den Firefox integrieren möchte, mit denen es dem Firefox-Nutzer möglich sein soll, sich über den Stand seiner Auktionen bei eBay ständig auf dem Laufenden zu halten. Die Details der Zusammenarbeit sollen erst im nächsten Quartal bekannt gegeben werden. Auch über die Frage, wie viel eBay die Zusammenarbeit mit dem beliebten Open-Source-Browser wert ist, drang bisher noch nichts nach draußen. Sicher ist, dass die Summe nicht nur die Mozilla-Portokasse füllen wird.

Das neue Firefox-eBay-Erlebnis
„Wir sind begeistert mit eBay zusammenzuarbeiten und somit das eBay-Erlebnis bei Firefox zu verstärken“, erklärte Christopher Beard, Vizepräsident und bei Mozilla für Marketing und Produktmanagement zuständig. „Firefox bietet eine stabile Plattform zur Integration führender Web-Dienstleistungen, die wir durch unsere Zusammenarbeit mit eBay erweitern“, macht Beard Reklame für die kommende Zusammenarbeit zwischen dem weltgrößten Internetauktionshaus und der zur Gemeinnützigkeit verpflichteten US-Mozilla-Stiftung. eBay Deutschland schlägt in dieselbe Kerbe. Auch hier freut man sich über die geplante Zusammenarbeit. Harald Eisenächer von eBay spricht von einer „großartigen Chance, von der beide Nutzer-Gemeinschaften profitieren werden.“



Wird der Firefox-Nutzer bevormundet?
Die Mozilla Foundation muss sich eine Reihe von kritischen Fragen gefallen lassen. Die wichtigste ist: Warum lässt sich die Stiftung darauf ein, kommerzielle Webdienste wie eBay in seinen Browser zu integrieren? Wird der Firefox-Nutzer künftig bevormundet und by default auf eBay verpflichtet? Die beschriebenen neuen Möglichkeiten mögen für einige Firefox-Nutzer und eBay-Kunden ja tatsächlich vorteilhaft sein. Doch das Konzept dazu heißt Firefox-Extension bzw. Addon, sagen Kritiker. Solche Fragen sind möglicherweise verfrüht. Noch wissen allenfalls die unmittelbar Beteiligten, auf welche Art und Weise der neue eBay-Beobachtungsdienst in den Firefox integriert werden wird. Erlaubt sind diese Fragen allemal. Nötig auch.

Kein überflüssiger Ballast
Natürlich sei es verständlich und zahle sich in barer Münze aus, wenn eine solche geplante Funktion standardmäßig installiert ist. „Doch gerade dafür sollte sich Mozilla nicht zur Verfügung stellen“, meinen Kritiker. Firefox zeichne sich gerade dadurch aus, das er keinen überflüssigen Ballast transportiere, sondern eine schlanke, aufs Wesentliche reduzierte Basis besitze – getreu der Philosophie: Wer zusätzliche Funktionen benötigt, kann sie sich bequem per Addons nachinstallieren.

Kooperationen nützen den Branchengrößen
Schon das voreingestellte Suchfeld bricht mit dieser Tradition. Die geplante Zusammenarbeit mit eBay ist ein weiterer Schritt weg von der Basis eines neutralen Webbrowsers. Ziel ist es, den Firefox-Nutzer an die im Browser verankerten Dienste zu binden. „Mozilla sollte sich ganz genau überlegen, ob sie hier dauerhaft im Sinne der breiten Nutzerbasis handeln“, warnen Kritiker. „Kooperationen mit ‚Branchengrößen’ sind sicher nett – doch in erster Linie für die Player wie Google und eBay“, die dadurch ihre Marktpositionen ausbauen und festigen wollen.

Nicht ungewöhnlich
Es ist nicht das erste Mal, dass die Mozilla-Stiftung mit kommerziellen Unternehmen zusammenarbeitet, um Erweiterungen für den Firefox zu entwickeln bzw. anzubieten. Mit Google gibt es ähnliche Kooperationen, und erst kürzlich wurde eine Erweiterung vorgestellt, die in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Eastman Kodak entwickelt wurde. Diese Erweiterung macht es einfacher, Fotos in die Kodak EasyShare Gallery und andere Online-Foto-Portale hochzuladen.

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