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Satelliten-TV wird digital: Tipps für Umsteiger

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Sat-TV
Auf den ersten Blick ähneln sich viele Schüsseln. Welche Anlage fürs digitale Zeitalter gerüstet ist, lässt sich leicht herausfinden - etwa über den Videotext. (Foto: Kai Remmers)

am 29.12.2011 | Von Dirk Averesch, dpa

Berlin (dpa/tmn) - Der Jahreswechsel ist die Zeit der guten Vorsätze: Wer Fernsehen per Satellit empfängt, sollte es nicht dabei belassen, sondern prüfen, ob seine Anlage schon digital arbeitet. Sonst läuft er Gefahr, dass für ihn im Frühjahr vorerst Schluss mit Sat-TV ist.

Am 30. April 2012 um 3.00 Uhr wird die analoge Ausstrahlung von Satellitenfernsehen über Astra eingestellt. Wer seine Anlage nicht rechtzeitig auf das digitale Satellitenfernsehen DVB-S umrüstet, kann kein Sat-TV mehr schauen. Nach Zahlen der Medienanstalten vom September 2011 sind das noch 2,3 Millionen Haushalte. Die wichtigsten Tipps für Umsteiger im Überblick.

Ja. Digitales Satelliten-Fernsehen wird schon seit Jahren parallel zum analogen Sat-TV ausgestrahlt. Neben mehr und auch fremdsprachigen Programmen bietet es bessere Bild- und Tonqualität sowie einen elektronischen Programmführer (EPG). Nach dem Abschalten des analogen Signals haben die Satelliten sogar mehr Kapazitäten frei für neue HD- oder 3D-Programme.

Wer Fernsehen zu Hause über Satellit empfängt, sollte prüfen, ob er nicht längst digital fernsieht. Das lässt sich unter Umständen schon am Programmangebot ablesen: Bei Astra stehen knapp 35 analogen gut 350 digitale Sender gegenüber. Einen Schnelltest bietet auch die Videotext-Tafel 198 bei Das Erste, den Dritten Programmen, ZDF, ProSieben, RTL oder SAT.1. Die Tafel zeigt an, ob noch analog oder schon digital empfangen wird. Auskunft können im Zweifel auch Vermieter, Hausverwaltung oder Hausmeister geben.

Auch wer noch analog schaut, ist vielleicht besser gerüstet, als er denkt. Denn das Herzstück der Sat-Schüssel könnte schon startklar sein. Um alle digitalen Astra-Programme empfangen zu können, muss der sogenannte LNB (Low Noise Block Converter) Frequenzen bis 12,75 Gigahertz (GHz) verarbeiten können. Er wird dann auch Universal-LNB genannt. In seltenen Fällen stehen die Frequenzen auf dem LNB. Ein Bereich von 10,7 bis 11,7 GHz zeigt an, dass es sich um einen alten, nicht kompatiblen Converter handelt. Als Faustregel gilt: Der LNB muss getauscht werden, wenn er älter als zehn Jahre ist. Die allermeisten Haushalte müssen nach Angaben von Klardigital, einer Initiative der Landesmedienanstalten und Sender, aber nur den Receiver austauschen.

Die neue digitale wird einfach anstelle der alten analogen Empfangsbox angeschlossen, dann der Sendersuchlauf aktiviert. Für ein zukunftssicheres Gerät, das auch hochauflösendes Fernsehen (HDTV) unterstützt, muss man auf die Unterstützung von DVB-S2 achten und mindestens 50 Euro anlegen. 150 Euro und mehr werden fällig, wenn über die Box auch Internetinhalte abgerufen werden sollen (HbbTV) oder ein Festplatten-Rekorder integriert ist. Für den Empfang verschlüsselter Sender ist ein sogenannter CI-Schacht (Common Interface) erforderlich. Jedes TV-Gerät braucht einen eigenen DBS-S-Receiver, in vielen neuen Modellen ist dieser bereits integriert.

Wird auch ein neuer LNB benötigt, kann dieser ebenfalls vergleichsweise leicht ausgetauscht werden. Je nach Zustand der Sat-Anlage müssen unter Umständen auch eine verrostete LNB-Halterung oder eine Schüssel mit abgeblätterter Lackierung ersetzt werden. Probleme kann auch ein verrottetes oder für den Digitalbetrieb ungenügend abgeschirmtes Anschlusskabel machen - nötig sind mindestens 95 Dezibel (dB). War zuletzt beim Analogempfang das Bild verrauscht, sollte ebenfalls eine neue Schüssel mit größerem Durchmesser installiert werden - mindestens 60 bis 65 Zentimeter bei einem normalen oder einem Doppel-LNB, rät der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH). Bei kleineren Durchmessern drohen beim digitalen Empfang sonst Bildaussetzer.

Wer eine Schüssel mit einem Single-LNB kauft, kann daran auch nur einen einzigen Receiver anschließen - nicht mehr und nicht weniger. An einem Twin-LNB können dagegen schon zwei Receiver betrieben werden, an einem Quad-LNB bis zu vier und an einem Octo-LNB bis zu acht. Außerdem gibt es den Quattro-LNB, an dem in Kombination mit sogenannten Multischaltern eine Vielzahl Receiver Anschluss findet. In Quad- und Octo-LNBs sind solche Schalter bereits integriert, sie sind aber im Gegensatz zum Quattro-LNB nicht mehr erweiterungsfähig.

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