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Analog-Abschaltung von Satelliten-TV: Darum geht's

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Analog-Abschaltung von Satelliten-TV
Analog geht über Satellit bald gar nichts mehr: Im April 2012 wird das analoge Sat-TV abgeschaltet. (Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

am 30.11.2011 | Von Renate Grimming, dpa

Berlin (dpa) - In 150 Tagen ist es soweit: Dann könnte es in deutschen Wohnzimmern dunkel werden. Denn die analoge Ausstrahlung des Fernsehsignals über Satellit wird abgeschaltet. Die Industrie will ihre Informationskampagne noch einmal intensivieren.

Die Zeit wird knapp. Wer mit seinem Satelliten-TV bis zum 30. April 2012 nicht auf den digitalen Empfang umgestellt hat, wird vor einem schwarzen Bildschirm sitzen, warnt die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik gfu. Denn dann wird das aus dem Orbit für Zuschauer in Deutschland endgültig abgeschaltet. Wer bis dahin nicht vorbereitet ist, schaut in die Röhre. Immerhin könnten davon trotz intensiver Aufklärungskampagnen noch immer bis zu zwei Millionen Haushalte betroffen sein, sagte Wolfgang Elsäßer, Vorstandsmitglied der Deutschen TV-Plattform und Geschäftsführer von Astra Deutschland.

Dabei sei der Umstieg für private Haushalte in der Regel problemlos zu bewältigen. «Receiver für den digitalen Empfang gibt es bereits ab 40 Euro», sagte Elsäßer. Anders als oft vermutet wird, müsse man auch nicht auf das Dach steigen, um die Schüssel neu auszurichten. Selbst betagte Röhrenfernseher könnten mit Sat-Receivern angesteuert werden. «Insofern ist das ganz einfach.» Im Oktober seien allerdings gerade einmal 20 000 Receiver oder Tuner in Deutschland verkauft worden, es hätten aber 35 000 sein müssen, damit der Bedarf rechtzeitig abgedeckt ist. «Warten könnte zu einem Problem werden», sagt Elsäßer. Wer sich zu spät entscheidet, dem drohten Lieferengpässe.

Seit über zehn Jahren werden die wichtigsten Fernsehprogramme über Satellit bereits parallel zur analogen Ausstrahlung auch digital gesendet. Mit dem Wegfall des analogen Signals werde viel Platz für den weiteren Ausbau des HDTV-Angebots geschaffen, sagte Rainer Hecker, Aufsichtsrat der gfu. Die hohen Kosten für die Parallel-Ausstrahlung könnten nun eingespart und für die Weiterentwicklung von Inhalten und Technik verwendet werden. Über das digitale Signal soll eine größere Programm-Vielfalt ermöglicht, die Bild- und Ton-Qualität deutlich verbessert und die Ausstrahlung von hochauflösenden Fernsehbildern sogar in 3D ermöglicht werden.

Wer sich einen HD-tauglichen Receiver anschafft, soll künftig von einem gestochen scharfen Fernsehbild profitieren. Nach Schätzungen der Branche sieht der Verbraucher das Fernsehen in hochauflösender Qualität inzwischen als Standard an. Zum Jahresende würden rund 20 Millionen Fernsehgeräte mit HD-Tuner und rund 11 Millionen HD-Settop-Boxen in den deutschen Haushalten stehen, sagte Hecker.

Die Umstellung auf den digitalen Empfang macht zudem auch Fernsehen in 3D erstmals möglich. Zahlreiche Programme würden ab dem kommenden Jahr mit der Ausstrahlung von 3D-Sendungen beginnen, sagte Elsäßer. Bereits kommende Woche soll über die Astra-Schüssel (19,2 Grad) ein Demo-Kanal für ausgewählte Inhalte von Produzenten und Partnern an den Start gehen.

Doch vor allem Hotelbetreiber, Krankenhäuser und Nutzer von Gemeinschaftsanlagen sind auf die Umstellung noch nicht zureichend vorbereitet. Das hat die Deutsche TV-Plattform in einer Umfrage unter 240 Entscheidern ermittelt. Problematisch sei, dass in diesen Fällen in der Regel professionell eine Anlage installiert werden muss, sagte Elsäßer.

Die Betroffenen seien zwar meist informiert, doch knapp die Hälfte kenne den genauen Termin für die Umstellung nicht. Doch die Zeit könnte knapp werden. Man müsse auch die Auslastung der Handwerksbetriebe und die Witterungsbedingungen im Winter für nötige Außenmontagen berücksichtigen, sagte Herbert Strobel, Vorsitzender des Vorstands des Fachverbands Satellit und Kabel.

Als Alternative zum Umstieg vom analogen auf das digitale Satelliten-Signal kommen auch andere Alternativen in Frage: So können Fernsehzuschauer die TV-Sender auch über das terrestrische Antennenfernsehen DVB-T, über Kabel oder das Internet empfangen.

Bei den privaten Verbrauchern gebe es immer noch einen «harten Kern» von Betroffenen, die wenig technik-affin sind und deshalb schwer zum Umstieg zu bewegen seien, sagte Brigitte Busch, Leiterin Kommunikation und Marketing ARD Digital. Die öffentlich-rechtlichen Sender wollen gemeinsam mit den Privaten ihre Aufklärungskampagne ab Januar deshalb noch einmal intensivieren. Über den ARD-Videotext (Seite 198) stehen bereits alle Informationen bereit. Mit zahlreichen Werbespots, Info-Laufbändern und redaktionellen Beiträgen solle weiter über die notwendigen Maßnahmen informiert werden, damit kein Zuschauer im Mai die Röhre schauen muss.

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