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Smartphone lotst Radler durch fremde Städte

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Fahrrad-App Naviki
Auch in einer fremden Stadt finden sich Radler mit einer Navigations-App schnell zurecht. Die Fachhochschule Münster hat mit Naviki ein kostenloses Programm entwickelt. (Bild: Naviki/dpa/tmn)

am 10.11.2011 | Von Peter Zschunke, dpa

Berlin (dpa/tmn) - Umständlich am Fahrrad montierte Kilometerzähler sind out. Jetzt erfassen Radler ihre zurückgelegte Strecke mit Smartphone und GPS. Damit finden sie auch in fremder Umgebung den richtigen Weg.

Zehn Kilometer sind es vom Berliner Westend bis zum Checkpoint Charlie. Dafür braucht man auf dem Rad bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 19,7 Kilometern in der Stunde 30 Minuten und 38 Sekunden, wie die App auf dem Smartphone genau registriert. «Wie bei der Auto-Navigation geht auch bei Fahrradfahrern der Trend zu Smartphone-Apps als Alternative zu speziellen Navigationsgeräten», sagt der Berliner Telematik-Experte beim IT-Branchenverband Bitkom, Bernd Klusmann.

Für die reine Streckenerfassung kann man das Gerät in der Tasche lassen - und verstößt so auch nicht gegen das Verbot, im Straßenverkehr das Handy in die Hand zu nehmen. Will man das Smartphone als Navi nutzen, sollte man es aber mit einer Halterung am Lenker befestigen. Hier gibt es auch wasserfeste Universalhalterungen für unterschiedliche Modelle.

«Eine Navi-App auf dem Smartphone ist für Radfahrer vor allem in fremden Städten interessant», sagt Bettina Cibulski vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) in Bremen. «Da will man ja nicht im dichten Verkehr auf den Hauptstraßen bleiben.» Eine weitere Anwendung ist die Nutzung auf größeren Radtouren. «Da setzt es sich immer mehr durch, dass man statt einer Karte einfach ein Smartphone-Navi dabei hat», sagt Cibulski. «So muss man bei der Suche nach dem richtigen Weg nicht absteigen, sondern kann auf dem Display auf den Pfeil schauen.» Wie bei Navigationssystemen im Auto weist ein Pfeil die Richtung zum zuvor eingegebenen Ziel.

Fahrrad-Halterung fürs Smartphone
Auch in einer fremden Stadt finden sich Radler mit einer Navigations-App schnell zurecht. Die Fachhochschule Münster hat mit Naviki ein kostenloses Programm entwickelt. (Bild: Naviki/dpa/tmn)

Der ADFC hat selbst eine App ( - 2,39 Euro) für Radtouristen entwickelt, die auf dem iPhone 20 ausgewählte Radfernwege präsentiert - mit Streckenlänge, Höhenprofilen sowie Angaben zu Sehenswürdigkeiten, Unterkunftsmöglichkeiten und Fahrradwerkstätten. Umfangreicher ist die kostenlose iPhone-App von der Fachhochschule Münster, die für ganz Deutschland eine gewünschte Fahrradroute ermittelt und auch die zurückgelegten Wege speichert.

(2,39 Euro) eignet sich auf dem iPhone auch zum Speichern einzelner Wegpunkte. Diese lassen sich dann ebenso wie vollständige Streckendaten mit einer E-Mail verschicken. Als Fahrradcomputer versteht sich die (3,99 Euro) - diese Anwendung speichert alle Touren, zeigt aber auch die zurückgelegte Gesamtkilometerzahl an. (1,59 Euro) gibt es für das iPhone wie für Android-Handys; die App verwendet das Kartenmaterial des OpenStreetMap-Projekts und eignet sich auch für die Fahrrad-Navigation, ist aber nicht darauf spezialisiert.

Auf dem Android-Smartphone bietet sich ansonsten die kostenlose App an - hier weist schon der Name auf das Open-Street-Maps-Projekt hin. Das Kartenmaterial für die gewünschte Region kann bereits vorab geladen werden. Neben der Navigation ist es damit auch möglich, im GPX-Format gespeicherte Strecken zu laden und diesen zu folgen. Die App (4,95 Euro für die unbegrenzte Version) bietet auch Wanderern und Geocaching-Freunden Orientierung.

Streckendaten im GPX-Format (GPS Exchange) können auch schon während der Planung einer Radtour erstellt und dann aufs Smartphone geladen werden. Hierfür entwickelte das Projekt BBBike.org einen . Nach Eingabe von Start und Ziel wird die Strecke aufgelistet und auf einer Karte angezeigt.

Allerdings komme man bei ganztägigen Fahrradtouren am Ende der Strecke leicht an die Grenzen der Akku-Leistung - dies gelte vor allem für ältere Smartphones, sagt Bitkom-Experte Klusmann. Daher sei es für Tourenfahrer sinnvoll, einen Zweitakku oder ein spezielles Akku-Pack mitzunehmen.

Umweltbewusste Fahrradfahrer denken da auch gleich an eine Stromversorgung mit Solarzellen. Aber leider brauchen diese meist zu lange zum Aufladen. Daneben gibt es Lösungen, um das Smartphone mit Hilfe der beim Fahrradfahren erzeugten Energie aufzuladen, mit Verbindung zum Naben-Dynamo. Vielversprechend ist schließlich die Technik der mobilen Brennstoffzelle, wie sie vom des schwedischen Herstellers myFC verwendet wird.

«Ein Radler braucht dafür das Ladegerät, ein bisschen Wasser und die Brennstoffpatrone PowerPukk», erklärt Kristina Lindholm von myFC in Stockholm. Das kleine Paket könne dann in den Rucksack gelegt werden, um das Smartphone während der Fahrt aufzuladen. Das Ladegerät soll nach Angaben des Herstellers im Januar 2012 zu einem Preis von 199 Euro in den Handel kommen, eine PowerPukk-Patrone soll 1,90 Euro kosten.

Wenn Software und Akku-Versorgung gelöst sind, bleibt schließlich noch das Problem, bei hellem Sonnenschein die Anzeige auf dem Smartphone-Display zu erkennen. Hier haben Speziallösungen wie der GPS-Fahrrad-Computer (399 Euro) ihre Vorteile.

Bildergalerie
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