IT-News World - tägliche PC-, Internet- und IT-NewsIT-News World:   Home | Hier werben | Impressum |
 

 
 

Anzeige 
 
Startseite Aktuelles Berichte Tipps Spiele Surftipp Netzwelt News-Archiv
 
 
IT-News World » Berichte » Messenger-Programme attackieren SMS

Berichte

Messenger-Programme attackieren SMS

Bewertung:
Messenger-Programme attackieren SMS IT-News-World.de 0 5 1
Messenger-Programme bedrohen SMS
160 Zeichen und dafür 20 Cent? Die SMS scheint vielen angesichts neuer Messenger-Programme teuer und überholt. (Bild: Michael Kappeler/dpa)

am 24.10.2011 | Von Christina Horsten, dpa

Berlin (dpa) - 160 Zeichen verschicken und 20 Cent bezahlen? Die SMS scheint vielen teuer und überholt - angesichts neuer Messenger-Programme, die unendliche Zeichen kostenlos von Smartphone zu Smartphone schicken. Mobilfunkanbieter fürchten um ein Millionengeschäft.

Genauso schnell, genauso einfach - aber umsonst: «Wir bieten eine mobile Message-App, mit der du Nachrichten schicken kannst, ohne für eine SMS zu bezahlen», wirbt die Firma «WhatsApp» kämpferisch und legt damit den Finger in die Wunde der Mobilfunkanbieter. Denn Messenger-Dienste für Smartphones können längst all das, was eine SMS kann - und mehr: Die Beschränkung auf 160 Zeichen entfällt und das Ganze ist kostenlos. Bis zu 40 Prozent des SMS-Aufkommens könnte sich in den kommenden vier Jahren auf die Messenger-Dienste verschieben, prophezeien Branchenexperten wie Roman Friedrich von der Unternehmensberatung Booz & Company.

Immer neue Messenger-Programme drängen auf den Markt: Die Apps heißen «Plinger», «TextMe» oder «Kik», die meisten kosten beim Herunterladen weniger als einen Euro oder gar nichts. Gerade hat auch das weltweit größte Online-Netzwerk Facebook seinen Messenger in Deutschland gestartet, er funktioniert inzwischen auf Blackberrys, Androids und iPhones. Der kalifornische Computerkonzern Apple bietet mit seinem Programm «iMessage» seit dem Sommer aber auch eine eigene, ins Betriebssystem iOS integrierte Chat-Kommunikation. Blackberry punktet schon seit längerem mit seinem «Blackberry Messenger». Nutzer zahlen nur für die Datenübermittlung per Internet und die ist meist in einem monatlichen Fixpreis inbegriffen.

«Für einige Kundensegmente stellen diese Dienste sicherlich eine Konkurrenz dar», sagt ein Sprecher der Telekom. Und beim Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) beobachte man die Entwicklung ganz genau, sagt Geschäftsführer Jürgen Grützner. «Sicherlich wird sich hier eine Community entwickeln, die in einem zunehmenden Wettbewerbsverhältnis zur konventionellen SMS stehen.»

Aber noch kann die versammelte Konkurrenz der SMS offenbar nichts anhaben: 2011 sind in Deutschland nach ersten Schätzungen des Verbands der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) täglich über das Handy geschickt worden, mehr als jemals zuvor. «Die SMS hat sich eben bewährt», sagt Telekommunikationsexperte Friedrich. «Sie ist unmittelbar, direkt und ihre Beliebtheit ist sehr groß. Ein Verschwinden der SMS muss man nicht befürchten.» Und auch bei der Telekom ist man sich sicher, dass die SMS «auf absehbare Zeit sicherlich nicht komplett ersetzbar» ist.

Das liegt unter anderem an dem großen Haken der Messenger: Nicht alle Programme können zwischen verschiedenen Smartphone-Anbietern hin und her senden und natürlich muss der Nutzer überhaupt erstmal ein Smartphone haben. In Deutschland ist nach Angaben des Branchenverbands Bitkom derzeit etwa jedes dritte neu verkaufte Handy ein Smartphone. «Aber es werden natürlich immer mehr und damit wächst die Konkurrenz der Messenger», warnt Friedrich. Mobilfunkanbieter müssten sich darauf einstellen. «Das klassische SMS-Geschäftsmodell wird angegriffen.»

Und das ist ein lukratives - einige Experten sprechen sogar von einer Goldgrube. Um die 20 Cent pro SMS zahlen viele deutsche Handybenutzer. Mittlerweile sind allerdings auch Flatrates weit verbreitet. Die Kosten für den Mobilfunkanbieter sind dagegen gering. Eine des Informatik-Professors Srinivasan Keshav von der kanadischen Waterloo-Universität aus dem Jahr 2009 zufolge, die auf den Daten amerikanischer Mobilfunkbetreiber basiert, liegen sie bei rund 0,3 Dollarcents (rund 0,2 Eurocents) pro SMS. Profitmargen von rund 80 Prozent seien keine Seltenheit.

Insgesamt mache das Geschäft mit den SMS in Deutschland rund zehn Prozent des Gesamtumsatzes der Mobilfunkanbieter aus, sagt Roman Friedrich. Um das zu verteidigen, müsse mit der Zeit gegangen werden - beispielsweise indem den Kunden eigene Messenger-Programme angeboten würden, die gleich auf den Smartphones installiert seien. «Das muss sich dann gar nicht negativ auf den Umsatz auswirken, sondern kann sogar positiv werden.»

IT-News als RSS-Feed lesen

« vorheriger Artikel
Streaming-Dienste für Musik: Viele nicht ausgereift
nächster Artikel »
Filmwirtschaft weitet Selbstkontrolle auf Internet aus

Weitere News aus Berichte

Das neue Radio - Was es bei DAB+ zu beachten gibt

24.05.2012 | Von Samuel Acker, dpa | Berlin/München (dpa/tmn) - DAB+ trägt es schon im Namen: Das neue digitale Radio soll ein Plus zum bisherigen Hörfunk bieten - in Form von Bildern, Nachrichten und Infos zu Musiktiteln oder Sendungen. Doch nicht jedes DAB-Radiogerät ist dafür gerüstet.  .  Weiter lesen ...

Kryptische Kürzel - Gerätebezeichnungen sorgen für Verwirrung

23.05.2012 | Von Tobias Hanraths, dpa | Starnberg/Berlin (dpa/tmn) - Wer ein technisches Gerät anschaffen möchte, verliert oft zuerst die Übersicht - und dann die Nerven. Denn viele Hersteller geben ihren Produkten ellenlange und unverständliche Bezeichnungen. So lassen sich die kryptischen Kürzel entziffern:  .  Weiter lesen ...

Apps und Tools für USB-Sticks: Der Mini-PC in der Hosentasche

22.05.2012 | Von Thomas Joos, dpa | Korschenbroich (dpa/tmn) - USB-Sticks sind Alltag. Doch die kleinen Wegbegleiter können nicht nur Fotos, Dokumente und Videos speichern. Wer transportable Programme, sogenannte Portable Apps auf ihnen ablegt, hat seinen Mini-PC immer dabei.  .  Weiter lesen ...

Befehle vom Telefon: Fernsteuerungs-Apps für TV & Co.

18.05.2012 | Von Tobias Hanraths, dpa | Stuttgart (dpa/tmn) - Unterwegs den Router anschalten, aus der Ferne auf die Musiksammlung zugreifen und den Fernseher vom Nebenraum aus steuern: Remote-Apps machen es möglich. Allerdings kochen viele Hersteller ihr eigenes Süppchen, Universallösungen gibt es kaum.  .  Weiter lesen ...

Sprachen pauken für den Urlaub - Neue Apps und Lernprogramme

16.05.2012 | Von Cordula Dernbach, dpa | Berlin (dpa/tmn) - «Hallo», «Tschüss», «Bitte» und «Danke»: Wer im Urlaub mehr als nur diese Sprachfetzen beherrschen will, kann fremde Begriffe und Vokabeln mit elektronischen Helfern lernen. Unter den neuen Programmen gibt es auch Angebote für Kinder.  .  Weiter lesen ...

Weitere News aus dem Bereich Berichte »

 

Bransparent / Gelbe und grüne Punkte zeigen dem Verbraucher an, ob er sozial und umweltfreundlich hergestellte Textilien kauft. (Bild: Bransparent/dpa/tmn)
 
     
 

Anzeige