IT-News World - tägliche PC-, Internet- und IT-NewsIT-News World:   Home | Hier werben | Impressum |
 

 
 

Anzeige 
 
Startseite Aktuelles Berichte Tipps Spiele Surftipp Netzwelt News-Archiv
 
 
IT-News World » Berichte » Viele Häppchen, eine Story: Kuratierungsdienste

Berichte

Viele Häppchen, eine Story: Kuratierungsdienste

Bewertung:
Viele Häppchen, eine Story: Kuratierungsdienste IT-News-World.de 0 5 1
Das beste aus dem Netz auf einen Blick
Mit sogenannten Kuratierungsdiensten kann man interessante Bilder, Links oder Tweets zusammenbringen. (Bild: Warnecke)

am 19.10.2011 | Von Christof Kerkmann, dpa

Dortmund (dpa/tmn) - Blogs, Nachrichten-Portale, YouTube, Twitter: Das Netz ist eine schier unerschöpfliche Informationsquelle. Mancher verliert da den Überblick. Kuratierungsdienste wie Storify helfen, die Fundstücke zu bündeln und hübsch zu präsentieren.

Als Anfang September im Ruhrgebiet der Boden wackelte, machte die Nachricht zuerst auf Twitter die Runde. «Hui, Erdbeben in Dortmund?», fragte eine Nutzerin über den Kurzmeldungsdienst. Ein anderer schickte bald darauf einen Bericht des Geoforschungszentrums Potsdam herum: Stärke 4,6. Es dauerte nicht lange, da vermeldeten auch das Pottblog und der WDR das Beben.

Für die Dortmunder Lokalredaktion der «Ruhr Nachrichten» (RN) waren die vielen Info-Häppchen ein prima Rohstoff: Die Reporter schrieben nicht nur einen Artikel für die Website und die Zeitung, sondern bastelten auch eine - mit dem Dienst . Twitter-Meldungen, Links und Videos fügen sich zu einem bunten Bild von dem Naturereignis zusammen.

Damit liegen die Berichterstatter aus der Ruhrstadt im Trend: Immer mehr junge Dienste helfen, die Informationsflut zu ordnen, die täglich durchs Internet rauscht. Bei Storify und Licorize, Scoop.it und Curated.by können Nutzer Inhalte ordentlich ablegen, neu zusammenstellen und kommentieren. Das alles geht mit wenigen Klicks und ist somit deutlich einfacher, als ein eigenes Blog anzulegen. Kuratieren wird das genannt. Man könnte auch sagen: Linkliste 2.0.

Bei Storify können Nutzer über eine Suche Inhalte aus Twitter, YouTube, Flickr, Facebook aufstöbern, kommentieren und per «drag and drop» zu einer Geschichte verarbeiten. Dank einer Schnittstelle lassen sich die Storys exportieren und auf der eigenen Website veröffentlichen.

Storify
Mit sogenannten Kuratierungsdiensten kann man interessante Bilder, Links oder Tweets zusammenbringen. (Bild: Warnecke)

Während Storify einem bebilderten Nachrichtenartikel ähnelt, sieht eher wie ein Journal aus. Der Dienst generiert aus den Links bunte Vorschauen mit Überschriften und Fotos, wie es von der iPad-App Flipboard bekannt ist. Auch eigene Bilder kann man hochladen. Wer bei dem Dienst registriert ist, kann - ähnlich wie bei Twitter - anderen folgen und nachlesen, was sie alles veröffentlichen.

Der Web-Entwickler Henry Zeitler aus Düsseldorf gehört zu den ersten Nutzern. Auch wenn es hier und da noch hakt, ist er angetan. Scoop.it ziele nicht auf Nerds, sondern «Otto-Normal-User» ab: «Das ist für Leute interessant, die keinen eigenen Blog betreiben, aber etwas verbreiten möchten. Die einfache Handhabung macht Spaß», sagt der Tester, der das Blog betreibt. Ein Manko sieht Zeitler allerdings: «Im Moment passiert nicht viel, es plätschert vor sich hin.» Der Dienst ist im geschlossenen Testbetrieb, Scoop.it werde bald allen Nutzern offenstehen, versichert das Unternehmen.

Während bei Storify und Scoop.it das Kuratieren im Mittelpunkt steht, ist ein vollumfänglicher Informationsmanager mit einem angeschlossenen Sozialen Netzwerk. Nutzer können dort Fundstücke ablegen und mit einem virtueller Textmarker Passagen hervorheben. Doch auch Diigo ist ein Kuratier-Werkzeug: «Ich kann Linklisten zusammenstellen und einzelne Beiträge kommentieren», erklärt , der sich als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Koblenz mit E-Learning beschäftigt und Diigo seit 2008 verwendet.

Optisch kann Diigo mit Storify und Scoop.it nicht mithalten, auf Bilder und Vorschauen müssen Nutzer verzichten. Auwärter überzeugen aber andere Funktionen, etwa die Suche und die Gruppenfunktion. «Ich kann entscheiden, ob ich Links in einer geschlossenen Gruppe verbreite oder veröffentliche - das ist für mich ein Muss», sagt er.

Ähnlich wie Diigo ist ein Lesezeichen-Dienst. Doch der Web-2.0-Pionier setzt seit kurzem ebenfalls aufs Kuratieren: Nutzer können Links in übersichtlichen Listen - Stacks - zusammenfassen und mit aller Welt teilen. Dank der integrierten Website-Vorschauen sieht das hübsch aus. Bei den jüngsten Änderungen gab es allerdings einige technische Probleme, viele Stammnutzer sind verärgert.

Wer aus den Inhalten anderer etwas Neues zusammenpuzzelt, sollte das Urheberrecht nicht vergessen. «Wenn man Links zusammenstellt und kommentiert, ist das unproblematisch», sagt Rechtsanwalt Carsten Ulbricht aus Stuttgart. Wenn man Textpassagen übernimmt, gelte das Zitatrecht: «Ich kann Werkteile entnehmen, wenn ich die Originalquelle angebe meine eigene Ausführungen hinzufüge», sagt Ulbricht, der sich auf IT- und Internetrecht spezialisiert hat.

Zu großer Vorsicht rät der Anwalt bei Fotos - die unerlaubte Übernahme fremder Bilder hat vielen Bloggern und Website-Betreibern juristischen Ärger bereitet. «Wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich das Bild nutzen kann, sollte ich die Finger davon lassen.» Kein Problem sieht er in Screenshots.

Bildergalerie
Das beste aus dem Netz auf einen BlickStorifyScoop.itDelicious
IT-News als RSS-Feed lesen

« vorheriger Artikel
Viele Häppchen, eine Story: Kuratierungsdienste
nächster Artikel »
Von Fiducia und Saftfarben: Kunstlexikon im Netz

Weitere News aus Berichte

Das neue Radio - Was es bei DAB+ zu beachten gibt

24.05.2012 | Von Samuel Acker, dpa | Berlin/München (dpa/tmn) - DAB+ trägt es schon im Namen: Das neue digitale Radio soll ein Plus zum bisherigen Hörfunk bieten - in Form von Bildern, Nachrichten und Infos zu Musiktiteln oder Sendungen. Doch nicht jedes DAB-Radiogerät ist dafür gerüstet.  .  Weiter lesen ...

Kryptische Kürzel - Gerätebezeichnungen sorgen für Verwirrung

23.05.2012 | Von Tobias Hanraths, dpa | Starnberg/Berlin (dpa/tmn) - Wer ein technisches Gerät anschaffen möchte, verliert oft zuerst die Übersicht - und dann die Nerven. Denn viele Hersteller geben ihren Produkten ellenlange und unverständliche Bezeichnungen. So lassen sich die kryptischen Kürzel entziffern:  .  Weiter lesen ...

Apps und Tools für USB-Sticks: Der Mini-PC in der Hosentasche

22.05.2012 | Von Thomas Joos, dpa | Korschenbroich (dpa/tmn) - USB-Sticks sind Alltag. Doch die kleinen Wegbegleiter können nicht nur Fotos, Dokumente und Videos speichern. Wer transportable Programme, sogenannte Portable Apps auf ihnen ablegt, hat seinen Mini-PC immer dabei.  .  Weiter lesen ...

Befehle vom Telefon: Fernsteuerungs-Apps für TV & Co.

18.05.2012 | Von Tobias Hanraths, dpa | Stuttgart (dpa/tmn) - Unterwegs den Router anschalten, aus der Ferne auf die Musiksammlung zugreifen und den Fernseher vom Nebenraum aus steuern: Remote-Apps machen es möglich. Allerdings kochen viele Hersteller ihr eigenes Süppchen, Universallösungen gibt es kaum.  .  Weiter lesen ...

Sprachen pauken für den Urlaub - Neue Apps und Lernprogramme

16.05.2012 | Von Cordula Dernbach, dpa | Berlin (dpa/tmn) - «Hallo», «Tschüss», «Bitte» und «Danke»: Wer im Urlaub mehr als nur diese Sprachfetzen beherrschen will, kann fremde Begriffe und Vokabeln mit elektronischen Helfern lernen. Unter den neuen Programmen gibt es auch Angebote für Kinder.  .  Weiter lesen ...

Weitere News aus dem Bereich Berichte »

 

WeFind / Die Suchmaschine WeFind baut Im Gegensatz zu Google keinen riesigen Index auf, sondern fokussiert sich auf spezielle Themenbereiche. (Bild: WeFind/dpa)
 
     
 

Anzeige