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Mehr als «QWERTZ»: Neue Zeichen für die PC-Tastatur

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Neue Zeichen für die PC-Tastatur
Die vielen Sonderzeichen in verschiedenen Sprachen sorgen dafür, dass es unterschiedlichste Tastaturen gibt. (Bild: Emily Wabitsch/dpa/tmn)

am 13.09.2011 | Von Peter Zschunke, dpa

Berlin (dpa/tmn) - Die Bedienung der «QWERTZ»-Tastatur ist jedem PC-Anwender vertraut. Der DIN-Standard für die Tastenbelegung wird jetzt aber überarbeitet, es soll Platz für neue Zeichen geben. Der Initiator hat bereits einen Treiber für eine solche Tastatur entwickelt.

Auf der PC-Tastatur kennen sich viele Anwender und Büromitarbeiter blind aus. Probleme gibt es aber auf Reisen, wenn die Zeichen auf der Tastatur an einer ganz anderen Stelle angeordnet sind. Die Internationale Organisation für Normung (ISO) hat zwar Standards für die grundsätzliche Anordnung der Tasten festgelegt. Die Belegung der Buchstabentasten ist aber weiter nach Sprachräumen verschieden. «Es ist ziemlich unmöglich, davon abzugehen», sagt Ahmet Çakir, der Obmann im DIN-Normenausschuss «Ergonomie für Informationsverarbeitungssysteme». «Es hat in der Vergangenheit viele Versuche gegeben, aber das hat nie geklappt.»

Im deutschen Sprachraum ist die «QWERTZ»-Tastatur üblich - nach der Reihenfolge der Buchstabentasten am linken oberen Rand. In den USA, aber auch in Italien und anderen Ländern ist der Buchstabe Z auf der üblichen Tastatur nach unten verlegt. Stattdessen wandert das Y in die obere Reihe: Das Ergebnis ist die «QUERTY»-Tastatur.

Die ISO gibt den allgemeinen Rahmen für die Tastatur vor, etwa wie groß die Tasten sein sollen, dass es ganz oben eine Reihe mit Funktionstasten und darunter eine Reihe mit alphanumerischen Tasten geben soll. Die Tasten für die Buchstaben folgen in drei Reihen darunter, rechts davon liegen der wie ein Siegertreppchen angeordnete Cursor- oder Navigationsblock und ein Ziffernblock.

Diese MF2-Tastatur wurde 1988 standardisiert und 2008 um «Gestaltungskriterien für physikalische Eingabegeräte» (ISO 9241-410) ergänzt. Diese regeln auch die Gestaltung einer Kompakttastatur, die rechts davon mehr Platz für die Bedienung einer Maus lässt und so dem gefürchteten «Maus-Arm» mit Schmerzen an Ellbogen oder Schulter entgegenwirkt. Inzwischen liege auch eine eindeutige Prüfvorschrift dieser Norm vor, sagt Çakir. Bei Geräten von einigen Herstellern - vor allem aus Fernost - komme es immer wieder vor, dass die Norm nicht eingehalten werde.

Innerhalb dieses ISO-Rahmens geben nationale Normen die Belegung der Tasten vor, wie sie für den jeweiligen Sprachraum sinnvoll ist. Maßgeblich ist hierfür der 1995 beschlossene , der zurzeit überarbeitet wird: Der in Schongau lebende Informatiker Karl Pentzlin hat einen für eine entsprechende Tastatur vorgelegt. Damit wird es möglich, auch die Sonderzeichen aus anderen Sprachen direkt einzugeben. Bislang muss man dafür entweder die Software bemühen oder eine umständliche Tastenkombination mit den Ziffern-Codes des ASCII-Zeichensatzes eingeben.

Der Entwurf Pentzlins sieht vor, für diese Zeichen die bisher nicht genutzten Plätze in Verbindung mit der Taste «Alt Gr» zu verwenden (vom englischen «alternate graphic», zu Deutsch alternativer Schriftsatz). Die bisherige Position der Zeichen soll dabei unangetastet bleiben. «Für Blindschreiber darf sich nichts ändern», sagt der Informatiker. «Es werden nur leere Plätze gefüllt.»

Die erweiterte Tastatur-Zeichenbelegung mit der Bezeichnung T2 macht es möglich, Namen auch dann korrekt einzugeben, wenn sie Sonderbuchstaben haben, die über französische Akzente hinausgehen. So lässt sich etwa der norwegische Buchstabe ø wie in der Insel Utøya direkt mit der Tastenkombination «Alt Gr» plus D eingeben - anstelle des umständlichen ASCII-Codes «Alt» plus 0248. Korrekte Namensschreibung werde nicht nur von internationalen Vereinbarungen gefordert, «sondern ist auch ein Akt des Respektes von Personen und Kulturen», erläutert Pentzlin in der Zeitschrift «DIN-Mitteilungen».

Daneben berücksichtigt die neue Tastaturbelegung zumindest ansatzweise auch typografische Feinheiten wie den Unterschied zwischen einer breiten und einer schmalen Leerstelle oder den Unterschied zwischen Gedankenstrich und Minus-Zeichen. Die korrekte Umsetzung sei dann aber Sache der Software, erklärt Pentzlin. Neben T1 - der bisherigen Tastaturbelegung - und der T2-Variante umfasst der Vorschlag für den Standard auch eine «Experten-Tastatur» T3 mit zusätzlichen Zeichen unter anderem für Minderheitensprachen.

Bis zum 18. November können Stellungnahmen zum Entwurf der Neufassung für DIN2137 abgegeben werden, mit der Verabschiedung wird für Anfang 2012 gerechnet. Ob die Zeichen der erweiterten Tastaturbelegung dann auch von den Herstellern mit eingraviert werden, ist allerdings eine andere Frage. «Das wäre ein großer Schritt, wenn sich eine solche Tastatur durchsetzt», sagt Çakir.

Einen kleinen Schritt in diese Richtung können Windows-Anwender schon jetzt gehen: Pentzlin hat eine für die Tastenbelegung T2 entwickelt. Solange es noch keine Hardware mit den eingravierten Zeichen gibt, kann man sich behelfen, indem man häufig benötigte Zeichen selbst auf den entsprechenden Tasten anbringt.

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