Mit Gottvertrauen durchs Netz
Mit Gottvertrauen durchs Netz
IT-News-World.de
5
5
am 20.10.2005 | von Alfred Krüger
Deutsche Surfer haben wenig Angst im Internet, weniger jedenfalls als die Franzosen. Am ängstlichsten sind die Engländer und die US-Amerikaner – aus gutem Grund. Sie sind besser über die Gefahren informiert, die im Netz der Netze lauern können, und surfen deshalb vorsichtiger durchs World Wide Web. Phishing und Identitätsdiebstahl sind für sie keine Fremdworte mehr. Viele User in den USA und Großbritannien haben Internetbetrügereien schon am eigenen Leibe oder in der näheren Umgebung erlebt. Auch online gilt das alte Sprichwort: Aus Erfahrung wird man klug – glaubt man einer Untersuchung, die das US-Sicherheitsunternehmen RSA kürzlich veröffentlichte.
Zahl und Höhe der Online-Transaktionen steigen
Befragt wurden 603 deutsche, französische, britische und US-amerikanische Internetnutzer nach ihren finanziellen Online-Transaktionen und ihrer Furcht, Opfer krimineller Internetbetrüger werden zu können. Die RSA-Studie kommt dabei zu einem zwiespältigen Ergebnis. Sie stellt zunächst fest, dass Zahl und durchschnittliche Höhe der finanziellen Online-Transaktionen tendenziell zunehmen und – bezogen auf den September 2005 – durchschnittlich 153 US-Dollar pro Internetnutzer ausmachen. Immerhin vierzig Prozent der Befragten sagten, dieser Betrag sei bei ihnen höher als noch vor einem Jahr. Die Briten sind im Online-Geldausgeben mit einer durchschnittlichen Monatssumme von 231 US-Dollar führend, die US-Amerikaner geben demgegenüber nur rund 129 Dollar pro Monat online aus. Das ist das eine, für Online-Unternehmen aller Art positive Ergebnis der RSA-Befragung.
Auch die Furcht vor Internetbetrügern wächst
Die Kehrseite der Online-Medaille sieht weit weniger rosig aus. Zwar steigt der Wert der Online-Transaktionen tendenziell in allen Ländern an. Doch gibt es insbesondere in den USA und in Großbritannien offenbar eine nicht zu vernachlässigende Minderheit von Internetnutzern, die ihre finanziellen Netzaktivitäten gezielt zurückfährt. Sechzehn Prozent der befragten US-Bürger, 13 Prozent der Briten und immerhin noch neun Prozent der Franzosen erklärten, sie würden derzeit weniger Geld im Netz ausgeben als früher. Die Deutschen sind am vertrauensseligsten. Nur sechs Prozent haben ihre Netzausgaben in den letzten Monaten reduziert. Das Bewusstsein für potenzielle Netzgefahren sei in den einzelnen Ländern eben unterschiedlich ausgeprägt, erklären die RSA-Spezialisten diese ungleiche Entwicklung.
Deutsche Surfer eher ahnungslos
Phishing, Identitätsdiebstahl und andere Online-Betrügereien werden von den Deutschen offenbar weniger als akute Bedrohungen wahrgenommen, als es bei Briten und US-Bürgern der Fall ist. Die Deutschen surfen mit viel Gottvertrauen, während Briten und vor allem US-Bürger bei ihren Netzaktivitäten mittlerweile wesentlich vorsichtiger geworden sind. Kein Wunder, meint Art Coviello von RSA. Vor allem die US-Bürger hätten beispielsweise die Welle von Einbrüchen in US-Datenbanken hautnah miterlebt. Sie seien auch wesentlich öfter direkte Zielscheibe von Internetbetrügern und wüssten deshalb über Internetgefahren besser Bescheid als ihre „Kollegen“ aus Deutschland oder Frankreich. Während neun von zehn US-Internetnutzern Begriffe wie etwa Phishing oder Identitätsdiebstahl mit Inhalten füllen können, weiß lediglich ein mageres Drittel aller deutschen und französischen Surfer etwas mit diesen Begriffen anzufangen.
Vater Staat soll helfen
Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, verlangen die meisten Internetnutzer, dass die fraglichen Online-Firmen und -Banken ihnen den durch Betrug entstandenen Schaden – etwa beim Online-Banking - ersetzen sollen. Aber auch hier gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den vier Ländern. Während sich die Franzosen eher bei den Internethändlern und Banken schadlos halten möchten, bauen die Deutschen eher auf Vater Staat, der ihnen – wie auch immer – den entstandenen Schaden ersetzen soll. Der Gesetzgeber solle außerdem bestehende Gesetze verschärfen oder neue erlassen, um die Täter stärker in die Pflicht zu nehmen.
Weitere News aus Netzwelt
25.06.2008 | Alfred Krüger | Anfang Juli schlug das Sicherheitsunternehmen Kaspersky Alarm. Die russischen Schadprogrammfahnder hatten gefährliche Trojaner in der freien Wildbahn des Internets aufgespürt: Ransomware - Schadprogramme, die Dateien im Opfer-PC verschlüsseln und ihre Opfer anschließend erpressen. Kaspersky rief daraufhin die Webgemeinde auf, bei der Entschlüsselung mitzuhelfen. Kritiker vermuteten einen PR-Gag. Und tatsächlich zeigt sich jetzt, dass es gar nicht nötig ist, den Schlüssel herauszufinden. Ein simples Recovery-Programm reicht aus, damit man wieder an die Daten kommt.
Weiter lesen ...
16.05.2008 | von Alfred Krüger | Alle Jahre wieder legt die Business Software Alliance (BSA) ihren Pirateriebericht vor. Es geht um raubkopierte Software und die Schäden, die dadurch bei den Softwarefirmen entstehen. In Deutschland, so berichtet die BSA in ihrem jüngsten Pirateriebericht, ist der Anteil raubkopierter Software 2007 auf 27 Prozent zurückgegangen. Weltweit verzeichnet die BSA jedoch einen Anstieg um drei Prozent auf 38 Prozent. Die Zahlen werden vom US-Marktforschungsinstitut IDC ermittelt und sind mit Vorsicht zu genießen.
Weiter lesen ...
13.05.2008 | von Alfred Krüger | Vom Schreibtisch aus in ferne Galaxien? Microsoft macht’s möglich – mit WorldWide Telescope. Die Software erlaubt einen digitalen Blick durch verschiedene Weltraumteleskope in die unendlichen Weiten des Universums. Wer die technischen Möglichkeiten besitzt, kann sogar ein eigenes Teleskop über die neue Software aus dem Haus Microsoft fernsteuern. Die Daten, die WorldWide Telescope benutzt, stammen von verschiedenen Teleskopen auf der Erde und der Erdumlaufbahn. Wer WorldWide Telescope benutzen möchte, braucht allerdings einen in jeder Hinsicht überdurchschnittlich leistungsfähigen PC. Es gilt das Motto: Mehr ist immer besser.
Weiter lesen ...
04.05.2008 | von Alfred Krüger | Das Pokern um die Übernahme von Yahoo durch Microsoft ist vorerst vorbei. Microsoft hat sein Übernahmeangebot offiziell zurückgezogen. Yahoo wird dem Redmonder Softwarekonzern nicht einverleibt. Das gab Microsoft-Chef Steve Ballmer heute in einem Brief an Yahoo-Chef Jerry Chang bekannt. Zwischen beiden hatte es noch in den letzten Tagen Gespräche gegeben – aber offenbar in der Sache keine Annäherung. Obwohl Microsoft den Preis noch einmal um zwei Dollar pro Aktie von 31 auf 33 Dollar angehoben haben soll, zeigte Chang sich offenbar nicht willig. Analysten gehen nun davon aus, dass der Kurs der Yahoo-Aktie kräftig sinken wird.
Weiter lesen ...
30.04.2008 | von Alfred Krüger | eBay rüstet auf in Sachen Sicherheit. Nicht nur in Australien, sondern nun auch in Deutschland gilt: In bestimmten Fällen müssen eBay-Verkäufer ihre finanziellen Transaktionen künftig über den Bezahldienst PayPal abwickeln. PayPal ist eine eBay-Tochter und bietet Käufern, die per PayPal zahlen, eine Absicherung bis zu 1000 Euro. Der PayPal-Zwang soll für Verkäufer eingeführt werden, die gewisse Mindestkriterien nicht erfüllen. In Australien wurde der PayPal-Zwang bereits vor rund drei Wochen angekündigt.
Weiter lesen ...
Weitere News aus dem Bereich Netzwelt »