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Eine für alles: Die Universalfernbedienung

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Universalfernbedienung hilft bei Geräte-Überfluss
Viele Couchtische sehen aus wie Grabbelkisten im Elektromarkt. Universalfernbedienungen helfen, das Wirrwarr loszuwerden. (Bild: Warnecke/dpa/tmn)

am 18.08.2011 | Von Andrej Sokolow, dpa

Berlin (dpa/tmn) - In vielen Wohnzimmern stapeln sich die Fernbedienungen. Wer wieder einen aufgeräumten Couchtisch haben will, hat eine wachsende Palette von Universalfernbedienungen zur Auswahl. Fortgeschrittene Modelle bieten viel Komfort - sind aber nicht billig.

Also, der Reihe nach: Eine Fernbedienung für den Fernseher, eine für den DVD- oder Blu-ray-Player. Vielleicht auch noch eine für den Satelliten- oder Kabel-Empfänger, eine für die Heimkino-Anlage und eventuell auch noch eine für Musiksystem oder Netzwerk-Player. Die Wohnzimmer werden von immer mehr Geräten in Beschlag genommen, entsprechend sieht mancher Couchtisch aus wie die Grabbelkiste in einem Elektronik-Markt. Mit anderen Worten: Noch nie war der Bedarf an einer guten Universalfernbedienung so stark wie heute.

Fernbedienungen, die versprechen, alle Geräte aus einer Hand zu kontrollieren, sind nicht neu. Allerdings wirken die neuen Modelle mit Farb-Bildschirm und PC-Anbindung im Vergleich zu den Einfach-Knopfregistern der Vergangenheit wie Gadgets aus der Zukunft. Zudem treten inzwischen auch Smartphones wie Apples iPhone auf diesem Feld an: Entsprechende Apps machen es möglich.

Wer eine Universalfernbedienung sucht, trifft auf eine Zwei-Klassen-Gesellschaft. Da sind auf einer Seite die Billig-Varianten, die schon für wenige Euro zu haben sind, aber dafür mit einer umständlichen Programmierung abschrecken. In langen Tabellen müssen die eigenen Geräte gefunden und entsprechende Codes in die Fernbedienung getippt werden. Klappt es trotzdem nicht, kann man dem Gerät die einzelnen Funktionen «beibringen», indem das Signal der Original-Fernbedienung kopiert wird.

Wer auf solche Arbeit keine Lust hat und auch noch mehr Bedienungskomfort über die klassischen Knöpfchenreihen hinaus wünscht, kommt auch auf seine Kosten - muss aber deutlich mehr bezahlen. Beim Schweizer Hersteller Logitech etwa soll man für das Flaggschiff Harmony 1100 satte 399 Euro hinblättern - im Handel bekommt man das Gerät allerdings zum Teil schon um die 150 Euro günstiger als die unverbindliche Preisempfehlung.

Für den stolzen Preis gibt es unter anderem einen 3,5 Zoll (8,9 cm) großen berührungsempfindlichen Bildschirm, den der Nutzer selbst mit Symbolen und Funktionen befüllen kann. Zudem lassen sich mit einem Zusatzgerät, dem sogenannten RF-Extender per Funkbrücke auch Geräte steuern, die etwa hinter verschlossenen Türen im Schrank stehen und von Infrarotstrahlen nicht erreicht werden können. Das Basiskonzept einer komfortablen Universalfernbedienung hat Logitech in der kleineren Harmony One umgesetzt, die 110 bis 180 Euro kostet.

Ein «Killer-Feature» von Harmony-Reihe ist die «Aktionssteuerung», eine Funktion, die etwa auch der Konkurrent bei seinen Prestigo-Fernbedienungen anbietet. Die Grundidee: Für eine bestimmte Aktivität werden die Einstellungen aller benötigter Geräte gespeichert und mit nur einem Knopfdruck abgerufen. Das heißt, wenn man sich etwa eine DVD ansehen will, genügt ein Knopfdruck, damit Fernseher, Player und Heimkino-Anlage mit den richtigen Einstellungen starten.

Für einzelne Geräte müssen keine Codes mehr herausgesucht, sondern nur noch Hersteller und Modell im Computer eingetragen werden. Die Codes werden dann aus einer Datenbank abgerufen. Die Chancen, dass der eigene Fernseher oder Verstärker darunter sind, stehen gut: Unterstützt werden mehrere hunderttausend Geräte.

Die etablierten Hersteller mit ihrer jahrelangen Erfahrung bei Ergonomie und Technik von Universalfernbedienungen bekamen zuletzt aber frische Konkurrenz. Die Smartphones, die mit ihrem Computer-Herz als Plattform für alle möglichen Funktionen dienen, versuchen sich auch als Fernbedienungen. Ein klares Handicap haben sie allerdings gegenüber ihren klassischen Brüdern: Die Telefone haben keine Infrarot-Schnittstelle, über die sie direkt mit den meisten Unterhaltungselektronik-Geräten kommunizieren könnten.

Für die neuesten Fernseher oder Player mit WLAN-Anbindung ist das kein Problem. Für sie können etwa Samsung, LG, Sony oder Philips kostenlose Apps anbieten, über die sich zumindest verschiedene Geräte des einen Herstellers bedienen lassen. «Wirklich blöd ist, dass jeder Hersteller bislang nur die eigenen Produkte unterstützt», bemängelte jüngst die .

Um vom Smartphone aus Kontakt zu herkömmlicher Technik aufzunehmen, müssen sich Anbieter Umwege einfallen lassen. So fungiert etwa der kleine schwarze Zylinder (UVP 99 Euro) als «Übersetzer»: Die Bluetooth-Verbindung zum iPhone wird von ihm in Infrator-Signale umgewandelt. Die für knapp 70 Euro ist dagegen ein Infrarot-Adapter, der direkt auf das Telefon aufgesteckt wird.

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