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BerichteUnterhaltungselektronik updaten: Was lohnt sich?
am 11.08.2011 | Von Andreas Thieme, dpa Berlin (dpa/tmn) - Updates gibt es nicht nur für Computer, sondern auch für Unterhaltungselektronik. Sie beheben bei Fernsehern und Konsolen Fehler oder stellen neue Funktionen bereit. Doch nicht immer ist ein Firmware-Update kostenlos - und oft auch gar nicht nötig. Computerbesitzer kennen das: Das Betriebssystem will sich ständig aktualisieren. Software-Updates gibt es seit einer Weile aber auch für Unterhaltungselektronik. In diesem Bereich spricht man oft auch von einer Aktualisierung der Firmware. Die Updates sind teils kompliziert und langwierig - und deshalb lästig. Bei vielen Geräten kommt man aber nicht darum herum. Der Vorteil von Updates liege vor allem darin, dass Hersteller die Funktionen von Blu-ray-Playern, Spielekonsolen, Receivern oder Fernsehern auch nach dem Kauf noch erweitern oder anpassen können, sagt Michael Schidlack, Bereichsleiter Consumer Electronics beim IT-Branchenverband Bitkom in Berlin. Wer früher zum Beispiel einen Fernseher gekauft hätte, wäre immer einen Kompromiss eingegangen, weil die Technik des Geräts unabänderlich war. Einerseits lassen sich durch Aktualisierungen Fehler in der Software korrigieren, die im Entwicklungsprozess unbemerkt geblieben sind, sagt Andreas Stumptner von der Zeitschrift «Video Home-Vision». Andererseits werde immer öfter im Nachhinein die Bild- und Tonqualität von TV- oder Abspielgeräten optimiert, oder die Geräte bekommen aktuelle Codecs oder ganz neue Funktionen - vom Medienstreaming im Heimnetzwerk für den Blu-ray-Player bis zu Energiespareinstellungen für die Spielkonsole. Teils sind die Updates auch schlicht notwendig, damit TV oder Player überhaupt noch ihren Dienst verrichten - zum Beispiel wenn es um aktuelle Kopierschutzmechanismen für Medieninhalte geht. Neuerungen können aber auch nerven: Viele Updates sind langwierig und lästig, sagt Andreas Stumptner. Automatische Updates gebe es in der Unterhaltungselektronik bisher praktisch nicht. Oft sei es schwierig herauszufinden, wofür die Aktualisierung eigentlich gut ist. Zudem könne es in Ausnahmefällen vorkommen, dass Geräte durch das Einspielen neuer Firmware bisherige Funktionen einbüßen. Als Faustregel gilt deshalb: «Wenn keine Störungen vorliegen, muss man sich nicht mit jedem Update herumschlagen», empfiehlt Stumptner. Bei Geräte-Fehlern lohne es sich aber in jedem Fall, nach aktueller Firmware zu suchen, entweder unter «Support» oder «Service» auf der Homepage oder durch Nachfrage beim Hersteller. Auf der sicheren Seite seien Verbraucher nur mit offiziellen Updates von der Hersteller-Seite, warnt Tatjana Halm von der Verbraucherzentrale Bayern. Sie rät davon ab, auf eigene Faust im Netz zu suchen. Dort finden sich mitunter gehackte oder modifizierte Firmware-Versionen. Keinesfalls sollte man für angebliche Updates persönliche Daten angeben. Mitunter kann es sein, dass der Hersteller für eine Update oder die Freischaltung von Funktionen per Firmware-Update Geld verlangt, erklärt Halm. Hier sollte der Verbraucher darauf achten, dass die Gegenleistung klar benannt wird. Beseitigt ein Update nicht wie erhofft einen Fehler oder verursacht gar neue Fehler, sollten diese reklamiert werden - «am besten direkt beim Hersteller», sagt Stumptner. Diese knüpfen aber meist einen Haftungsausschluss an ihre Updates. Will heißen: Man ist selbst dafür verantwortlich, wenn das Gerät beim Einspielen der Firmware, dem sogenannten Flashen, Schaden nimmt. Anders sieht es aus, wenn ein Update beim Kauf als integrativer Bestandteil des Geräts ausgezeichnet wird, sagt Carsten Ulbricht, Rechtsanwalt aus Stuttgart. In diesem Fall gelten Update und Gerät als «gemeinsame Kaufsache», und Verbraucher haben einen Gewährleistungsanspruch von bis zu sechs Monaten, in denen das Gerät vom Hersteller repariert oder ersetzt werden muss, sofern es nicht funktioniert. Im Extremfall sei eine Minderung des Kaufpreises oder der Rücktritt vom Kaufvertrag möglich. Dass beim Update via selbstgebrannter CD, USB-Stick oder Netzwerk etwas kaputt geht, sei aber unwahrscheinlich, sagt Stumptner. Auf gar keinen Fall dürfe man das Gerät aber während des Update-Vorgangs ausschalten oder den Netzstecker ziehen - es sei denn, das Gerät fordert ausdrücklich dazu auf. Im Zweifelsfall sollte man bei der Hotline des Herstellers anrufen.
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