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BerichteHardware neu nutzen statt wegwerfen
![]() Schade um die Festplatten: In einem Gehäuse hätten sie noch als Backup-Medium dienen können. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn) am 19.07.2011 | Von Dirk Averesch, dpa Berlin (dpa/tmn) - Verkaufen, spenden oder ab zum Wertstoffhof: Werden Computer und andere elektronische Geräte nicht mehr gebraucht, scheint ihr Weg vorbestimmt. Doch mit ein wenig Bastelei lässt sich der alten Hardware neues Leben einhauchen. Hier einige Vorschläge. Hardware ist heute oft schon nach wenigen Jahren überholt, und neue Geräte kommen ins Haus. Die alten Schätze werden eingemottet oder verschrottet - dabei lassen sie sich häufig noch in einem anderen Bereich weiternutzen. Das fordert zum Beispiel auch die neue europäische Abfallrahmenrichtlinie, in der erstmals die Wiederverwendung festgeschrieben wurde. «Die Weiterverwendung der Elektro- und Elektronikgeräte ist ein Beitrag zum Umweltschutz», heißt es zum Beispiel beim Umweltbundesamt. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Einige Vorschläge: Ein Tipp, der sehr einfach umzusetzen ist. Auch wenn es nur 20 Gigabyte (GB) sind, eignet sich eine ausrangierte Festplatte als externer Speicher zur Datensicherung. Dazu wird nur ein USB-Gehäuse benötigt, das im Handel wenige Euro kostet - entweder in der Baugröße 3,5 Zoll für PC-Festplatten oder in der Größe 2,5 Zoll für Festplatten aus Notebooks. Achtung bei den Anschlüssen: Ältere Platten haben einen IDE-, neuere einen SATA-Stecker. Auch wenn am eigenen Notebook oder PC noch kein USB-3.0-Port vorhanden ist, lohnt es, ein Gehäuse zu kaufen, das den neuen schnellen USB-Standard unterstützt. Sowohl ein alter PC als auch ein außer Dienst gestelltes Notebook oder Netbook taugen als Netzwerkspeicher für zu Hause. Alles, was unnötig ist und Strom verbraucht, sollte ausgebaut werden, also Grafik-, Sound- oder TV-Karte. Manuel Schreiber von der Computerzeitschrift «Chip» empfiehlt als Software zum Betrieb eine alte Windows-Lizenz zusammen mit der Freeware . Beim Installieren sollte «Install as a service, started with Windows» gewählt werden, damit das Programm mit Windows startet. Nutzer, die auf den Mini-Server zugreifen wollen, benötigen den kostenlosen . ![]() Schade um die Festplatten: In einem Gehäuse hätten sie noch als Backup-Medium dienen können. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn) Wer keinen Festplattenrekorder oder netzwerkfähigen Receiver sein Eigen nennt, kann seinen ausgedienten PC zur Heimkino-Zentrale im Wohnzimmer machen, die Filme, Bilder, Musik oder Internetradio ausgibt. Verfügt der Rechner noch nicht über die passenden TV-Anschlüsse wie HDMI, lohnt es sich Schreiber zufolge, eine günstige Grafikkarte zu kaufen, die solche Schnittstellen hat. Software, die den Rechner zum Media Center macht, ist oft kostenlos - so etwa das Open-Source-Programm , das sich mit diversen Fernbedienungen versteht. Außerdem gibt es zahlreiche Benutzeroberflächen (Skins) und (Plug-ins) für die Freeware. Eine Erweiterung kann zum Beispiel sogenannte Emulatoren - kleine Programme, die alte Konsolen oder Computer wie den Amiga simulieren - sowie die dazugehörigen Spiele einbinden. Damit wird das Media-Center auch zur Spielkonsole. Ein alter WLAN-Router gehört noch längst nicht zum alten Eisen. Er kann zum Beispiel zu einem sogenannten Repeater umfunktioniert werden, einem Funkverstärker, der die Reichweite des WLAN-Netzes zu Hause erhöht - beispielsweise in weit entfernte Stockwerke oder in den Garten hinein. Am einfachsten funktioniert das mit Routern gleicher Hersteller per Wireless Distribution System (WDS). AVM, Hersteller der weit verbreiteten Fritz-Boxen, . WLAN-Router, die kein WDS unterstützen, kann die freie Linux-Gerätesoftware oft doch noch zum Repeater machen. Benötigt man einen zweiten Monitor und hat ein ausrangiertes Notebook zur Hand, lässt sich der mobile Computer in einen Zweitbildschirm für den PC verwandeln. Weil Notebooks keinen Videoeingang haben, wird eine Spezialsoftware wie Maxivista benötigt: Diese installiert eine virtuelle Grafikkarte auf dem PC und täuscht Windows vor, dass ein weiterer Bildschirm am Rechner angeschlossen ist, erklärt der Entwickler Gunnar Bartels. Das Betriebssystem vergrößert deshalb die Desktop-Oberfläche und verteilt diese auf beide Grafikkarten. Die virtuelle Grafikkarte sendet schließlich ihren Teil der Oberfläche per LAN oder WLAN an das Notebook. Dort läuft ein kleines Anzeigeprogramm, das den zweiten Desktop-Teil an das Notebook-Display ausgibt. Aus Rechenkraft kann Haftkraft werden - mit einem angeklebten Magnet machen sich alte Prozessoren und andere Chips gut als Kühlschrankmagneten. Diese simple wie dekorative Idee ist beim Hardware-Hacking-Wettbewerb der Computerzeitschrift «c't» entstanden. Abgeschraubte Kühlkörper von Prozessoren oder Grafikkarten eignen sich zum Beispiel auch als Visitenkartenhalter oder Briefständer. Links
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