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Blu-ray: Sichere Backups oder Auslaufmodell?

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Ist die Zukunft wirklich «blau»?
«Die Zukunft ist blau», hatten Hersteller der Blu-ray Disc den Verbrauchern vor Jahren versprochen. Als Speichermedium für den Computer wird die Scheibe mit der hohen Kapazität aber immer noch wenig eingesetzt. (Bild: Koark/dpa/tmn)

am 16.06.2011 | Von Renate Grimming, dpa

Berlin (dpa/tmn) - Die Blu-ray Disc hat sich allmählich als Filmmedium etabliert. Eine Erfolgsgeschichte wie die der DVD war ihr bisher nicht beschieden. Als Medium für die Archivierung könnte sie aber durchaus noch über Jahre ihre Stärken ausspielen.

Gut drei Jahre nach dem langen Formatstreit entwickelt sich die Blu-ray Disc (BD) zu einer wichtigen Größe im Markt. Doch im PC-Bereich kann sie sich in Konkurrenz zu den aktuellen Terabyte-Festplatten nur schwer behaupten. Nur wenige Notebook-Hersteller setzten auf das Format. Dabei habe die Blu-ray viele Stärken, sagt Ralf Wolf, Marketing-Direktor des Herstellers Sony Optiarc Europe, eines Gemeinschaftsunternehmens von Sony und NEC. So eigne sich die Scheibe vor allem optimal für eine sichere Langzeitspeicherung.

Eigentlich war die Blu-ray Disc angetreten, die Erfolgsgeschichte der DVD fortzuschreiben. Die DVD hatte die CD als Speichermedium in kürzester Zeit abgelöst, die Verbraucher schätzten die Scheibe als leistungsfähige Allzweck-Lösung. So etwas werde es aber künftig nicht mehr geben, sagt Wolf. Wichtig sei, dass der Verbraucher unter vielen Möglichkeiten wählen könne: «Die Welt ist heute hybrid.» Es werde auch künftig eine Vielzahl von Speichermöglichkeiten geben.

Einen großen Vorteil der BD sieht Wolf darin, dass sie deutlich langlebiger sei als etwa die DVD. Außerdem habe sie selbst keine optischen Elemente wie eine Festplatte und könne daher auch nicht verschleißen. Die Stiftung Warentest habe sie erst kürzlich einem Test unterzogen und festgestellt, dass sie mindestens 15 und bis zu 30 Jahre Daten sicher aufbewahren könne.

In ihrer August-Ausgabe vom vergangenen Jahr kamen die Warentester allerdings noch zu einem anderen Urteil: Damals war die DVD als zuverlässigstes Medium aus dem Test hervorgegangen. Von den elf getesteten Blu-ray-Rohlingen hatten gerade einmal drei die Daten befriedigend gespeichert.

Bei den Verbrauchern habe in Bezug auf optische Speicher über die Jahre eine Konditionierung stattgefunden, sagt Wolf. Nicht alles, was technisch verfügbar ist, werde gleich vom Massenmarkt akzeptiert. Viele Nutzer griffen aus Gewohnheit wie damals zur DVD heute zur Blu-ray Disc. Zudem biete die BD bei einer Menge Speicherplatz auch ein ideales Ordnungsmedium.

Möglicherweise hat sich die Industrie bei der Entwicklung und Markteinführung aber auch selbst ein Bein gestellt. «Die Blu-ray ist zwar besser als die DVD, aber sie kommt fünf Jahre zu spät», sagt Hartmut Gieselmann, Redakteur der Fachzeitschrift «c't». Die Industrie habe sich lange mit Fragen des Kopierschutzes aufgehalten, was die Entwicklung deutlich verzögert hat. Auch der jahrelange Formatstreit mit der HD-DVD als Nachfolgemedium habe viel Zeit ins Land gehen lassen.

Außerdem seien BD-Brenner für Notebooks lange Zeit sehr teuer gewesen, sagt Gieselmann. Erst seit kurzem seien die Preise hier unter die «magische Grenze» von 100 Euro gefallen. Gegen die heute immer billiger werdenden Terabyte-Festplatten komme die BD aber nicht an. Für ein Back-up sei es heute billiger und schneller, einfach zwei Festplatten zu nehmen.

Und inzwischen hat Apple-Chef Steve Jobs bereits die «Post-PC-Ära» ausgerufen, sagt Gieselmann. Die kleinen schlanken Notebooks verzichten immer häufiger überhaupt auf ein optisches Laufwerk, in die derzeit boomenden Tablets passt es schlicht nicht hinein. «Große Datenbestände werden heute eher per Upload ausgetauscht», sagt Gieselmann. Auch wenn die BD für die Archivierung robuster sei: «In 20 Jahren werden optische Datenträger so out sein wie heute die Disketten.»

«Niemand kann sagen, was in 15 Jahren sein wird», hält Wolf dagegen. «Wir sind gerade erst im HD-Zeitalter angekommen.» Dass es auch künftig einen Platz für die BD geben werde, ist sich Wolf sicher. Derzeit arbeite die Industrie bereits an ihrer Weiterentwicklung. 3D-Filme mit ihren großen Datenbeständen haben der «BDXL» den Boden bereitet. Die Scheibe habe mit vier Layern eine Speicherkapazität bis zu 128 Gigabyte, sagt Wolf. Vor allem die Filmindustrie werde auf das neue Format setzen. «Aber auch für Nutzer von 3D-Camcordern könnte sich die Blu-ray XL durchsetzen.»

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