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Facebook: Einsteiger-Tipps für die Weitersag-Maschine

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Facebook: Einsteiger-Tipps für die Weitersag-Maschine IT-News-World.de 0 5 3
Facebook-Anmeldung
Vernetzt mit aller Welt: Facebook hat rund 670 Millionen Mitglieder, Tendenz: steigend. (Bild: Warnecke/dpa/tmn)

am 08.06.2011 | Von Christof Kerkmann, dpa

Hamburg (dpa/tmn) - Statusmeldungen und Links, Fotos und Videos: Facebook ist eine Weitersag- und Kommentier-Maschine. Neulinge sollten sich von den vielen Funktionen nicht abschrecken lassen - und Zeit für den Datenschutz nehmen.

Wenn das Internet zu einem globalen Dorf zusammenwächst, ist Facebook der Marktplatz: Hier treffen sich fast alle. Weltweit sind mehr als 670 Millionen Menschen beim US-Anbieter registriert. In Deutschland sind 20 Millionen Nutzer dabei, Tendenz stark steigend. Was das soziale Online-Netzwerk kann, wie man die anschwellende Informationsflut in den Griff bekommt und wie man seine Daten schützt - ein Überblick für Einsteiger.

Der Kasten mit der Frage «Was machst Du gerade?» animiert ständig dazu, neue Statusmeldungen abzusetzen. Fotos und Videos sind im Nu hochgeladen. Und wer irgendwo im Internet den «Gefällt mir»-Button mit dem nach oben gestreckten Daumen klickt, befördert direkt einen Link in sein Profil. «Facebook ist ein Kommunikationsmittel. Dort kann man ganz leicht Sachen weitersagen», erklärt Annette Schwindt, die ein Buch zum Thema geschrieben hat.

Zentrales Element ist der «Live Stream» auf der Startseite - eine Art persönlicher Nachrichtenticker. Dort ist nicht nur zu sehen, wenn Freunde das aktuelle Fußballspiel kommentieren oder Urlaubsfotos hochladen. Wer sich mit einem Klick als Fan von Medien oder Marken, Bands oder Schauspielern bekennt, bekommt von ihnen Info-Häppchen vorgesetzt. «Ich kann die Nachrichten sehr effektiv auf mich zuschneiden», sagt Facebook-Expertin Schwindt. Was nicht mundet, wird mit einem Klick aufs «X» wieder vom Menü verbannt.

Mit Weggefährten von früher und heute kommen schnell 100 oder 200 Facebook-Freunde zusammen - sehr unübersichtlich. Wer für Ordnung sorgen will, legt am besten Listen an (im Menü unter «Konto/Freunde bearbeiten»). Darüber lässt sich steuern, wer welche Inhalte sehen kann. «Ich habe zum Beispiel eine Liste für geschäftliche Kontakte, die weniger von meinem Profil sehen dürfen als enge Freunde», erklärt Annette Schwindt.

Facebook als Spielwiese
Vernetzt mit aller Welt: Facebook hat rund 670 Millionen Mitglieder, Tendenz: steigend. (Bild: Warnecke/dpa/tmn)

Zudem hilft diese noch wenig genutzte Funktion, die Informationsflut zu kanalisieren. Über «Neueste Meldungen» können Nutzer die Nachrichten einer bestimmten Liste auswählen. Und mit einem Trick lassen sich auch Fanseiten auf Listen setzen. So entstehen Ticker der Marke Eigenbau. Wie das geht, lässt sich .

Wer häufiger im kleinen Kreis diskutieren will, kann die relativ neue Gruppenfunktion nutzen. Ob Kegelclub oder Abi-Jahrgang: «Die Gruppen eignen sich super, um mit einer begrenzten Zahl von Nutzern zu kommunizieren», sagt eine Facebook-Sprecherin.

Das Unternehmen beschränkt sich nicht mehr auf die Kommunikation im eigenen Netzwerk: Es hat seine Plattform zu einer Zentrale für die digitale Kommunikation ausgebaut. Nutzer können E-Mail, SMS und Chat in einem Postfach bündeln und erhalten dafür auf Wunsch eine eigene Mail-Adresse mit der Endung «@facebook.com». So kommt auch die Post vom Netzwerk-Abstinenzler an. Facebook hat dieses Feature Schritt für Schritt eingeführt, mittlerweile müssten es fast alle Mitglieder nutzen können.

Geöffnet hat sich Facebook auch gegenüber Software-Entwicklern: Sie können im Online-Netzwerk eigene Programme anbieten. Beliebt sind vor allem Spiele: Simulationen wie «Farmville» und Quizspiele haben Millionen von Fans. So nützlich oder witzig das ist, Experten raten zur Vorsicht. Denn die Anwendungen verlangen meist den Zugriff auf die privaten Daten.

Die Mitteilungsmaschine verarbeitet viel Persönliches. Da ist Datenschutz wichtig - zumal das Online-Netzwerk wegen seines Umgangs mit Nutzerdaten einige Male Negativschlagzeilen gemacht hat. Das Unternehmen betont, keine Daten an andere zu verkaufen. Neugierig ist es trotzdem: Neulingen wird etwa angeboten, die E-Mail-Konten nach Freunden zu durchforsten. Die Adressen nutzt es, um Nicht-Mitglieder per Mail einzuladen - ein umstrittenes Vorgehen. Der Hamburger Datenschützer Johannes Caspar empfiehlt, dabei nicht versehentlich berufliche Kontakte preiszugeben. Zudem sollte ein beruflich genutztes iPhone nicht mit Facebook synchronisiert werden, damit beispielsweise ein Arzt nicht versehentlich Einblick in den Kreis seiner Patienten gewährt.

Auch die eigenen Kontakte sollen vielleicht nicht alles mitbekommen. Datenschützer empfehlen daher, sich genau mit den Einstellungen auseinanderzusetzen und beispielsweise die Sichtbarkeit des Profils zu beschränken. Die von Facebook vorgeschlagene Option, dass «Freunde von Freunden» etwas sehen dürften, sei Augenwischerei, erklärt Caspar, dessen Behörde in Deutschland für das Online-Netzwerk zuständig ist. Schnell hätten mehr als 10 000 Menschen Zugriff.

«Wer nicht von jedermann gefunden werden möchte, kann sein Profil unter einem Pseudonym anlegen», rät er besonders Vorsichtigen - auch wenn Facebook das ablehne und in seltenen Fällen Nutzerkonten mit falschem Namen sperre. Annette Schwindt rät dagegen, den echten Namen anzugeben, aber in den Privatsphäre-Einstellungen das Auftauchen des eigenen Profils in in- und externen Suchergebnissen verhindern. Generell warnt Datenschützer Caspar, dass auch in der «überschaubaren und scheinbar abgeschlossenen Welt» des sozialen Netzwerks Privates öffentlich werde.

Die Entwickler von Facebook schrauben permanent im Maschinenraum der Plattform herum. Das beschert den Nutzern viele neue Funktionen, etwa Umfragen unter Freunden oder das Einchecken an Orten mit mobilen Geräten. Doch das hohe Innovationstempo irritiert manchen. «Selbst viele Hardcore-Nutzer kennen nicht alle Funktionen», weiß Facebook-Expertin Annette Schwindt.

Gerade wenn es um die Privatsphäre geht, kann ein unbedarftes Herumklicken peinliche Folgen haben. Schwindt rät daher, sich mit der Technik auseinanderzusetzen und Fachblogs zu lesen. Da gibt es mittlerweile eine ganze Reihe: Das von , aber auch mit dem Schwerpunkt Technik oder mit dem Fokus auf Marketing. Auch der Unternehmensberater bloggt zu Social Media und Facebook.

Das Unternehmen selbst informiert auf eigenen Seiten zum Beispiel über und . Außerdem verweist es auf den - er werde ständig verbessert, betont eine Sprecherin. Wer sich einliest, versteht die vielen Knöpfe der Weitersag-Maschine besser.

Schwindt, Annette: Das Facebook-Buch, 2. Auflage, O'Reilly-Verlag, 307 Seiten, ISBN-13: 978-3897215894.

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