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AktuellesWurmplage bei Facebook: Neugier als Einfallstor
am 28.04.2011 | Von Wolf von Dewitz, dpa Gelsenkirchen (dpa/tmn) - Spam-Alarm bei Facebook: Nutzer des Netzwerks sollten die Finger von sogenannten Stalker-Funktionen lassen. Die Funktion gibt es nicht - hinter den billigen Einladungen steckt ein Computer-Wurm. Ernsthafte Schäden sind bisher nicht bekannt. Ein sich rasant verbreitender Wurm sorgt derzeit für Unmut im Facebook-Netzwerk. Er setzt auf die Neugier der Mitglieder: Man soll auf einen Link klicken und angeblich sehen können, wer wie oft das eigene Profil angeschaut hat. «Sowas soll man nie tun, auch wenn die Neugier groß ist», warnt Prof. Norbert Pohlmann, Leiter des Instituts für Internet-Sicherheit an der Fachhochschule Gelsenkirchen. Denn mit dem Klick verschickt sich der Wurm automatisch an alle Facebook-Freunde des Nutzers. Die angepriesene Funktion, die auch als Anti-Stalker-App bezeichnet wird, gibt es gar nicht. Der Wurm erreicht die Facebook-Nutzer als Veranstaltungs-Einladung, Pinnwand-Eintrag und sogar im Chat. Mit dem Satz «WOW Jetzt kannst du sehen wer sich dein Profil ansieht!», «Schau dir an wer dein Profil sieht» oder «Meine Top Profil-Stalker» bringt er nach Einschätzung von Pohlmann viele User spontan dazu, dem Link vielleicht auch wider besseren Wissens zu folgen. Tückisch sei zudem, dass die vermeintliche Anti-Stalker-App von Accounts von Freunden verschickt wurde und daher für vertrauenswürdig gehalten wird. Schaden richte der Wurm auf dem Computer aber wohl nicht an, sagte Pohlmann. Sorgen macht dem Internet-Experten allerdings der Datenschutz: «Wenn Unbekannte durch den Wurm auf mein Profil zugreifen können, ist es unklar, was sie mit den Daten machen.» Diese könnten möglicherweise zu Werbezwecken missbraucht werden. Die «Wurmkur» für das eigenen Profil sei verhältnismäßig simpel, sagte Pohlmann. Die Wurm-Einträge mit dem Link sollten auf der Veranstaltungsliste, auf der Pinnwand oder in anderen Profil-Einstellungen einfach gelöscht werden. Pohlmann kritisierte auch die mangelnde Transparenz des Internet-Unternehmens. «Facebook klärt über viele Dinge nicht vernünftig auf.» Zum Beispiel seien deutliche Warnungen vor Würmern und möglichen Gefahren notwendig. Viele Facebook-Mitglieder nehmen den Wurm mit Humor. Die neugegründete Gruppe «Nur Chuck Norris kann sehen, wer auf deinem Profil war...» hat schon Zehntausende Fans. Sprüche über den Actionstar sind im Internet ein Running Gag, weil Norris in seinen Filmen alles kann und alles weiß.
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