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Flittern: Wenn beim Twittern das Herz klopft

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«Hach ja!»
«Hach ja!»: Für eine Liebesbekundung braucht es heute nur 140 Zeichen. (Bild: dpa)

am 15.04.2011 | Von Peter Zschunke, dpa

Berlin (dpa) - Twitter ist wie das wirkliche Leben. Hier finden sich Geltungsdrang, Kommunikation, Konflikte - und die Liebe. Auf der Web-Konferenz re:publica gaben jetzt drei Twitterinnen eine Einführung in die Kunst des Flitterns: Flirten auf Twitter.

Einst schrieb man sich dreiseitige Liebesbriefe, heute reichen 140 Zeichen. «Twitter ist die heißeste Partnerbörse, die es gerade gibt», sagt Teresa Bücker, «der Geheimtipp unter den Flirt-Plattformen.» Die 27-Jährige führt die Teilnehmer der Berliner Web-Konferenz (13. bis 15. April) in die Kulturtechnik des ein - das ist Flirten plus Twittern. Hier klopft das Herz in den digitalen Datenpaketen: Der ersten noch ganz schüchternen Kontaktaufnahme folgt der schon etwas privatere Twitter-Kontakt in Form einer «Direct Message» (DM) und vielleicht ein erstes Treffen im wirklichen Leben.

Für das Flittern gibt es eine eigene Sprache: «Die Zeichen #hach und <3 sind dafür die wichtigsten bei Twitter», erklärt Nadine Lantzsch am Donnerstagabend (14. April) im Friedrichstadtpalast. Der Hashtag (Twitter-Schlagwort) #hach ist ein Seufzer aus tiefstem Herzen, da kann sich auch mal ganz viel Sehnsucht einschleichen. Es gibt sogar schon eine eigene Webseite, die eine Statistik führt, wer wie oft wurde. Und die Zeichenfolge <3 funktioniert wie das Smiley: Man muss den Kopf neigen und erkennt dann ein Herz.

Eine weiteres Flirt-Mittel ist das «Faven» - hier kann man bei einem Tweet des umworbenen Twitter-Mitmenschen ein gelbes Sternchen anklicken, um es als «Favorit» zu markieren. «Wer es unverbindlich mag, gibt zuerst Sterne, dann sein Herz», erklärt Teresa Bücker, die auf Twitter als @fraeulein_tessa unterwegs ist und ansonsten auch beruflich mit dem Web 2.0 zu tun hat, als Social-Media-Managerin für den SPD-Parteivorstand.

«In den DMs geht es ans Eingemachte, da kommen die wirklich großen Komplimente», sagt «fraeulein_tessa». Allerdings kann man mit den falschen Direktmitteilungen auch vieles falsch und die zarten Bande gleich wieder kaputt machen. Die Stuttgarterin Eva Horn rät: «Stilmittel wie Ironie und Wortwitz haben bei mir noch nie geschadet. Da kann man sich durchaus schon mal in einen Tweet verlieben.»

So hat die 27-Jährige einmal den süßen Tweet bekommen: «Du hast grüne Haare? Ich habe nur Deine Augen beachtet.» Auch Eva Horn hat ihren Arbeitsplatz in der Politik, sie arbeitet für die Grünen im Landtag von Baden-Württemberg.

Und was kommt nach der DM? «Auf jeden Fall das erste Date», antwortet die 25-jährige Nadine Lantzsch, die für das feministische Gemeinschaftsprojekt Mädchenmannschaft schreibt und als @lantzschi twittert. Die Flitterer sind gut vernetzt und geben gern Empfehlungen weiter: In Anlehnung an den «Follow Friday» (#ff) mit der Nennung von besonders interessanten Twitterern an jedem Freitag wollen sie mit dem Hashtag «#filf» - für «Fall in Love Friday» - auf lohnende Flirt-Accounts aufmerksam machen.

Dazu passt auch das Schlusswort von Eva Horn, alias @habichthorn: «Klar gibt es ein großes Risiko beim Flittern. Man riskiert nicht mehr und nicht weniger als sein Herz. Aber was wäre das Leben ohne ein bisschen Risiko?!»

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