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«FeedSpeaker»: Web-Nachrichten für Blinde

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Der «FeedSpeaker»
Ein Stuttgarter Student hat den «Feedspeaker» entwickelt. (Bild: feedspeaker.com)

am 01.04.2011 | Von Julia Nonnenmacher, dpa

Stuttgart (dpa) - Nachrichtenportale im Internet gibt es wie Sand am Meer. Jetzt hat ein Stuttgarter Student ein Webseite für Blinde gestaltet, die Sehbehinderten die Nachrichtenwelt im Netz aufbereitet.

Ein Stuttgarter Student hat ein Internet-Portal entwickelt, das Blinden den Zugang zu aktuellen Nachrichten im Netz öffnet. Der von Veljko Sekelj wird allein mit der Stimme und der Leertaste der Computertastatur gesteuert. «Es ist wichtig für die Gesellschaft, dass auch sehbehinderte Menschen die Möglichkeit haben selbstständig im Internet tagesaktuelle Nachrichten abzurufen», sagt der 32-Jährige, der die Website an der Hochschule der Medien entwickelt hat.

Das Portal präsentiert sieben Kategorien: Tagesthemen, Wirtschaft, Unterhaltung, Gesundheit, Sport, Technik und weltweite Nachrichten. Wer etwas über Gesundheit wissen will, drückt auf die Leertaste und sagt: «Health». Dann werden die zehn meistgelesenen Artikel zu diesem Bereich aufgelistet, die Überschriften werden vorgelesen.

Jeder Artikel ist mit einer Zahl versehen. Somit kann ein Blinder den gewünschten Artikel leichter auswählen. Soll der dritte Bericht vorgelesen werden, drückt er die Leertaste und sagt «link three». Geht dabei die Orientierung verloren, kann man jederzeit die Leertaste drücken und «help me» sagen. Dann geht es zurück auf die Startseite, wo man erneut eine Kategorie auswählen kann. «Damit der Blinde weiß, dass die Seite lädt, gibt es ein Signal in Form eines Pieptones. Er muss ja schließlich wissen, was gerade passiert», sagt Sekelj.

Innerhalb von zwei Wochen entwickelte der Student im November vergangenen Jahres seinen «FeedSpeaker». Einen Monat später belegte er bereits den zweiten Platz bei dem europaweit ausgeschriebenen INKA Award. Mitte März trat er mit seiner Erfindung in Texas an und gewann dafür den internationalen «South by Southwest Award» der renommierten SXSW-Konferenz. Unterstützt wurde der 32-Jährige von der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg.

«Ich hätte nie gedacht, dass ich mit dieser Erfindung solche Preise gewinnen kann, aber das zeigt mir, dass ich auf dieser Ebene professionell arbeiten kann», sagt Sekelj, der vor einigen Jahren in seinem Heimatland Kroatien eine eigene Software-Firma gegründet hat und sich bereits seit früher Kindheit mit dem Programmieren beschäftigt.

Er habe verschiedene, bereits bestehende Technologien zusammengeführt und mit Spracherkennung, Textwiedergabe und Nachrichtenseiten verbunden. «Es ist toll, dass die Seite von jedem Computer abrufbar ist und nicht erst installiert werden muss. Nicht so gut ist, dass die Seite bis jetzt nur auf Englisch ist.»

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