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Bei Facebook nicht jedem alles zeigen

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Facebook
Bei Facebook kann man selbst entscheiden, wem man was zeigt. (Bild: dpa)

am 23.03.2011

München (dpa/tmn) - Der Chef, die Freundin und die eigene Mutter: Auf Facebook landen sie immer häufiger zusammen in der Freundesliste. Nutzer müssen aber nicht jedem von ihnen alles zeigen.

«Wer nicht will, dass alle 300 Kontakte gleichermaßen die Urlaubsfotos sehen, kann sie unter seinen Privatsphäre-Einstellungen gezielt freigeben», sagte Kommunikationsberater Klaus Eck aus München. Das gleiche gilt für Pinnwandeinträge oder andere Teile des eigenen Profils.

Facebook-Mitglieder klicken zunächst oben rechts auf «Konto» und «Privatsphäre-Einstellungen». Unter «Inhalte auf Facebook teilen» können sie daraufhin auswählen, für wen sie etwa Status, Fotos und Beiträge oder die familiären Beziehungen freigegeben. Über die Auswahl «Benutzerdefiniert» lassen sich auch Ausnahmen hinzufügen: Die Freunde lesen so zum Beispiel auf der Pinnwand mit, nur der Chef nicht. Berufliche Kontakte und private Bekannte lassen sich so trennen. «Das ist zwar aufwendig, aber es geht», sagte Eck.

Immer öfter schickt nämlich auch der Chef eine Freundschaftsanfrage - und er sieht erst einmal alles, wenn der Nutzer sie akzeptiert. In vielen Unternehmen dient das Netzwerk dazu, Kontakt mit Kunden und Mitarbeitern zu pflegen. «Es ersetzt gerade in Kommunikationsberufen häufig schon die Email», erklärte Eck. Das Problem: «Die meisten wollen Facebook ausschließlich privat nutzen, fügen aber auch berufliche Kontakte hinzu.»

Die derzeitige Entwicklung des sozialen Netzwerks zeigt aber auch, dass sich Berufliches und Privates immer stärker vermischt. In vielen Firmen werde es zumindest in Marketing, PR und Kundenservice eine Voraussetzung sein, sich auch mit seinem privaten Profil auf Facebook zu bewegen, sagte der Kommunikationsexperte. «Wer das nicht will, muss damit umgehen können.» Sich zu verweigern, gehe immer weniger und führe zu beruflichen Nachteilen.

Nutzer sollten sich auf Facebook vom Freundschaftsbegriff verabschieden, rät Eck. «Die 300 Kontakte, die ein junger Mensch dort vielleicht hat, sind niemals alles Freunde. Wer das Netzwerk nicht mehr als privaten Raum wahrnimmt, wird dort auch vorsichtiger mit dem sein, was er von sich veröffentlicht.» Grundsätzlich gelte im Netz: Erst nachdenken, dann posten. «Wir rennen ja auch nicht in Unterwäsche auf die Straße raus. Und selbst wenn nur alle meine 300 Freunde meine Bilder sehen können, ist das schon längst nicht mehr ein privater Rahmen.»

Das Netzwerken auf Facebook bietet aber auch berufliche Vorteile: Gerade über lose Bindungen ergeben sich Eck zufolge oft echte Chancen. «Ich erlebe immer häufiger, das Facebook-Mitglieder auf ihrer Pinnwand schreiben, dass sie einen neuen Job suchen. Oft meldet sich daraufhin ganz schnell ein passender Kontakt, der einem weiterhilft.»

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