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IT wird zum Strom aus der Steckdose

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Cloud-Dienste
Das Unternehmen Strato bietet Cloud-Dienste zum Speichern an. Auf der CeBIT wirbt es für seinen Online-Speicher HiDrive. (Bild: Strato AG)

am 24.02.2011 | Von Peter Zschunke, dpa

Berlin (dpa) - Die CeBIT ist nicht mehr das große Mammutereignis. Das zentrale Treffen der IT-Branche setzt jetzt aufs Networking und will Unternehmen wie Privatanwendern die Vorteile der Cloud vor Augen führen - die Dienste aus dem Netz sind das zentrale Thema der Messe.

Wenn am Dienstag (1. März) die Computermesse ihre Tore öffnet, interessiert sich kaum jemand für Computer. Alle Blicke richten sich auf die Cloud, das zentrale Thema der Messe. Die Vorstellung einer kaum fassbaren Daten-Wolke verspricht grenzenlose Möglichkeiten für eine Informationstechnik, die Unternehmen und Privatanwendern das Leben leichter machen will.

«Aus Sicht des Anwenders ist die Cloud nichts anderes als ein Service aus der Steckdose», erklärt der Deutschland-Chef von Hewlett-Packard, Volker Smid. Aus der Perspektive des IT-Anbieters ist die Sache schon komplexer: Riesige Server-Farmen stellen die Infrastruktur bereit für ganz unterschiedliche Dienste von der Prozessorleistung bis zur speziellen Software-Anwendung.

Das Geschäft mit der Informationstechnik im Unternehmen übernimmt Erfolgsrezepte aus der Welt der Privatanwender. Beim US-Konzern Salesforce.com sagt Zentraleuropa-Chef Joachim Schreiner: «Unsere Verkaufsplattform App Exchange arbeitet ähnlich wie der App Store von Apple. Dort gibt es in einer Web-2.0-Umgebung über 1000 Business-Applikationen als Software as a Service (SaaS).»

Neben dem Modell der Apps wirkt vor allem Facebook als Vorbild. «Daheim tauschen die Menschen mit Anwendungen wie Twitter oder Facebook Informationen aus und arbeiten zusammen, ohne dies eine einzige Minute lernen zu müssen», sagt Schreiner. «Für uns ist es unverständlich, warum das im Unternehmen nicht gehen soll.» Das von Salesforce entwickelte Soziale Netzwerk heißt Chatter. In dieser Anwendung folgen die Mitarbeiter Datenobjekten - das können neben Personen auch Dokumente, Support-Anfragen, Vertriebschancen oder Anwendungen sein. Sobald sich der Status eines Datenobjekts verändert, wird der Mitarbeiter benachrichtigt, sei es am Arbeitsplatz oder auch auf mobilen Geräten.

«Niemals zuvor in der Geschichte der Menschheit hatten wir solche Fähigkeiten, miteinander zu kommunizieren und Informationen zu verwalten», sagt der Geschäftsführer des kanadischen Content-Management-Spezialisten Open Text, Tom Jenkins. Dabei sei ein Wandel vom Google-Modell zum Facebook-Modell zu beobachten - bei Facebook stammten die Informationen nicht mehr aus einer Datenbank, sondern von anderen Menschen. «Jetzt werden wir von Kunden gefragt, wie sie das Facebook-Modell der Kommunikation ins Unternehmen bringen können.» Open Text hat dafür die Software Social Workplace entwickelt.

Cloud plus Social, so lautet auch das Motto beim Darmstädter IT-Unternehmen Software AG. Unter dem Schlagwort «extreme collaboration» sollen über organisatorische und geografische Grenzen hinweg Menschen und ihre Kompetenzen zusammengeführt werden, um gemeinsam Innovationen herbeizuführen.

Private Nutzer von Computern und Smartphones benutzen Cloud-Dienste oft bereits, ohne sich dessen bewusst zu sein. Klassische Cloud-Anwendungen sind die Web-Mail, aber auch Software für die Online-Bearbeitung von Dokumenten aller Art, von Texten bis Fotos. Nach Google forciert jetzt auch Microsoft die private Software-Nutzung im Netz.

Bereits etabliert sind zudem Cloud-Dienste für das Speichern persönlicher Daten. Neben Google und Microsoft gibt es hier auch kleine leistungsfähige Anbieter wie dropbox.com. Das Berliner Unternehmen Strato wirbt zur CeBIT für seinen Online-Speicher HiDrive - damit könne «jeder einen guten Eindruck vom Arbeiten und Leben in der Cloud gewinnen», erklärt Strato-Chef Damian Schmidt.

Hewlett-Packard verbindet den privaten Drucker mit der Cloud: Das Gerät hat eine E-Mail-Adresse, an die man zum Beispiel ein Foto schicken kann. Ist der Drucker eingeschaltet, gibt er das Bild sofort aus.

Das Leben und Arbeiten mit der Cloud lasse sich auf einer Messe gut vermitteln, sagt HP-Manager Smid. «Man braucht keine CeBIT mehr, um einen PC zu zeigen.» Hewlett-Packard verzichtet daher schon seit mehreren Jahren auf den repräsentativen Messestand. Diesmal aber soll den Besuchern unter dem Dach der CeBIT-Schau «Cloud Computing World» das breit aufgestellte Cloud-Modell aus Hardware, Software und Diensten in seinem Zusammenspiel präsentiert werden.

«Klassische Messen sind Teil einer Vergangenheit, zu der wir nicht mehr gehören», meint auch Salesforce-Manager Schreiner. Dennoch ist das Unternehmen in diesem Jahr zum ersten Mal in Hannover dabei und erklärt diesen «Testballon» mit dem veränderten Ansatz der Messe: «Die CeBIT hat sich ein neues Konzept gegeben und will einen Schwerpunkt aufs Networking legen, Menschen zusammenbringen und Themen in den Vordergrund stellen.»

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