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Crowdfunding: Viel Kleinvieh macht auch Mist

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Die Band «Evelyn Kryger»
Die Band «Evelyn Kryger» will über das Konzept «Crowdfunding» möglichst viele Internetnutzer dazu bewegen, kleine Geldbeträge für die Produktion ihrer ersten CD zu zahlen. (Bild: dpa)

am 18.02.2011 | Von Kathrin Streckenbach, dpa

Berlin (dpa) - Das Problem kennen viele Künstler: Man hat eine Idee, aber keine Ahnung, wie man sie finanzieren soll. Das Konzept Crowdfunding soll Abhilfe schaffen und möglichst viele Internetnutzer dazu bewegen, kleine Geldbeträge für fremde Projekte zu zahlen.

Jonas Holland-Moritz hat einen Traum: Mit seiner Band Evelyn Kryger will er eine CD veröffentlichen. Dafür spielen, singen und trommeln die fünf Studenten aus Hildesheim und Hannover in ihrem Studio, was das Zeug hält. «Aufnehmen, layouten, promoten - das kriegen wir alles alleine hin», sagt er. «Was fehlt, sind 1000 Euro, um die CD zu pressen.»

Um Geld zu sammeln, haben sich die Musiker eine ungewöhnliche Sponsoren-Aktion überlegt: Statt einen Kredit aufzunehmen oder sich bei einem Musiklabel zu bewerben, stellen sie ihre Idee auf der Internetplattform vor. Dort können Nutzer für Kulturprojekte oder Kleinunternehmer spenden. Jetzt hoffen die Musiker darauf, dass möglichst viele Menschen ihnen kleine Summen geben und so genügend für die CD zusammenkommt. Frei nach dem Motto: Viel Kleinvieh macht auch Mist.

Crowdfunding heißt dieses Konzept, auf das neben Startnext auch andere Plattformen wie oder  setzen. Das Vorbild der deutschen Anbieter ist die amerikanische Website , die als Pionier des Crowdfundings gilt. «Die Plattform sammelt jedes Jahr rund 20 Millionen US-Dollar und hat bereits mehr als 2800 Projekte erfolgreich unterstützt», sagt der Mitgründer der Plattform MySherpas, Markus Zabel.

Davon sind die deutschen Seiten noch weit entfernt, doch langsam entwickelt sich die Idee auch hierzulande: MySherpas sammelte in einem Monat mehr als 6 500 Euro, auf Startnext investierten seit Oktober 2010 rund 570 Unterstützer etwa 20 000 Euro in verschiedene Projekte.

Startnext schätzt auf der Grundlage des Kulturfinanzberichts 2010, dass die private Unterstützung im Kulturbereich zwischen 5 und 10 Prozent liegt. Den großen Rest finanziere der Staat. «Im Gegensatz zu Amerika wird die Kultur hier vor allem aus der öffentlichen Hand oder durch institutionelle Freundeskreise gefördert», sagt eine Sprecherin. «Es gibt kaum eine projektorientierte private Unterstützung. Da muss es einen Bewusstseinswandel geben.»

Für die «Balkan-Ska-Gypsy-Disco-Schlager-Techno»-Band Evelyn Kryger sieht das Geldsammeln auf Startnext so aus: Zwei Monate lang dürfen sie ihr Projekt vorstellen, und andere Nutzer können per Mausklick Geld dafür ausgeben. Kommt innerhalb eines vorher festgelegten Zeitraumes die Summe zusammen, fließt die Förderung an den Künstler. Wenn nicht, erhalten die Sponsoren ihr Geld zurück. Startnext kassiert für jedes gelungene Projekt vier Prozent Provision, fünf Prozent kommen außerdem in einen Fonds, der künftig zusätzlich zu den Sponsoren neue Projekte unterstützen soll.

Das Geld bleibt bis zum Ende des Projektes Erfolg auf einem Konto. Als Dankeschön erhalten die Förderer kleine Geschenke von den Künstlern. Für drei Euro bekommen die Fans von Evelyn Kryger beispielsweise ein Lied geschenkt, für 40 Euro einen eigens für sie komponierten Song, für 500 Euro gibt es Evelyn Kryger sogar selbst - bei einem Privatkonzert.

Neun Unterstützer haben die Musiker gewonnen, rund 140 Euro sind in ihrem Topf gelandet. Für die restlichen 970 Euro haben sie noch anderthalb Monate Zeit. Jonas Holland-Moritz ist optimistisch, dass die Summe zusammenkommt. Doch warum sollte man ihr Projekt unterstützen? Evelyn Krüger sind erfrischend offen bei ihrer Antwort: «Wir werden die CD in den Player legen und dazu tanzen», sagen die Fünf. «Uns wird es dann sehr gut gehen und wir werden euch davon erzählen...»

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