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BerichteMobile World Congress: Gigahertz-Chips am Horizont
![]() Das neue Samsung-Flaggschiff Galaxy S II hat einen Doppelkern-Prozessor und eine 8-Megapixel-Kamera mit Voll-HD-Videoaufnahme. (Bild: Samsung/dpa/tmn) am 17.02.2011 | Von Andrej Sokolow und Renate Grimming, dpa Barcelona (dpa/tmn) - Mit neuen Chips für Smartphones und Tablets steht eine Leistungsexplosion bevor. Die NFC-Technik soll das Leben erleichtern, und die iPad-Herausforderer gibt es endlich zum Anfassen: Der Mobile World Congress zeigt die Trends der Mobilfunk-Branche. Auf dem PC gehört das Gigahertz-Wettrüsten der Vergangenheit an, bei Prozessoren für Smartphones und Tablet-Computern fängt es gerade erst an. Neue Chips, die auf dem (14. bis 17. Februar) in Barcelona vorgestellt wurden, sollen ab 2012 eine mobile Leistungsexplosion bringen - ohne dass im Handumdrehen die Batterie leergesaugt ist. Die Zahlen sind nahezu erschütternd für das, was man sonst von einem Handy gewohnt ist. Bei Texas Instruments soll die Chip-Familie OMAP-5 eine Taktfrequenz bis zu vier Gigahertz (GHz) schaffen. Qualcomm verspricht für seine neuen Snapdragon-Chips 2,5 GHz pro Rechenkern. Konkurrent Nvidia will seinen Vierkern-Prozessor mit dem Code-Namen Kal El schon im Spätsommer auf den Markt bringen. Damit wären zum Beispiel Tablets mit hoher Bildschirm-Auflösung möglich, heißt es bei dem Unternehmen. Die neuen Geräte können allerdings von Rechenpower auch gar nicht genug kriegen. Bildbearbeitung, Videoschnitt, Spiele - das sind alles rechenhungrige Anwendungen. Beispiel 3D-Handy: Das Optimus 3D von LG hat zwei Fünf-Megapixel-Kameras, die dreidimensionale Videos in HD- Auflösung aufnehmen. Auf dem 4,3 Zoll (knapp 11 cm) großen Bildschirm sollen sich 3D-Filme auch ohne Spezialbrille betrachten lassen. ![]() Das neue Samsung-Flaggschiff Galaxy S II hat einen Doppelkern-Prozessor und eine 8-Megapixel-Kamera mit Voll-HD-Videoaufnahme. (Bild: Samsung/dpa/tmn) Sony Ericsson präsentierte in Barcelona das seit langem erwartete «Playstation-Handy» Xperia Play, das im März auf den Markt kommen soll. Wenn man das Gerät aufklappt, kommt unter dem 4 Zoll großen Bildschirm statt Tastatur die typische Playstation-Steuerung hervor. Samsung brachte sein neues Smartphone-Flaggschiff Galaxy S II mit. Die Kerndaten: Doppelkern-Prozessor, Acht-Megapixel-Kamera mit Voll-HD-Video, ein 4,3 Zoll großer AMOLED-Bildschirm, der besonders stromsparend sein soll. Dazu wirkt das nur 8,49 Millimeter flache Gerät extrem dünn. Diese Handys laufen wie die meisten anderen Messe-Neuheiten mit Googles Betriebssystem Android. In Barcelona wurde deutlich, wie stark die erst vor ein paar Jahren gestartete Plattform ist. Gezeigt wurden auch erste Tablet-Computer mit Android 3.0 (Honeycomb) angekündigt, das Google für die digitalen Schiefertafeln optimiert hat. Als erster Hersteller will Motorola seinen Honeycomb-Tablet-PC Xoom noch im März auf den Markt bringen. Lange wird Motorola damit allerdings nicht allein auf dem Markt sein, alle großen Hersteller werden ihre Geräte spätestens ab dem Sommer anbieten. Auch LG wird für sein LG Pad Googles neues Betriebssystem nutzen und setzt noch 3D-Funktion für Filmaufnahmen drauf. Das Flyer von HTC lässt sich neben der üblichen Finger-Navigation über das Multitouch-Display auch mit einem Stift bedienen. Damit kann man auf Dokumenten und selbst auf Webseiten handschriftliche Notizen hinterlassen und diese später wieder abrufen. Einen Ausblick darauf, was in Zukunft alles möglich sein könnte, bot das junge Unternehmen ptpt (gesprochen petit petit). Petit ist das französisch Wort für klein. Die Firma zeigte eine Softwareoberfläche, die auf dem Tablet die Inhalte nicht mehr unter App-Icons organisiert, sondern nach dem, was der Nutzer gerade braucht. So lassen sich Informationen wie Kontaktdaten, E-Mails, Tweets und Dokumente programmübergreifend sortiert nach Personen, Dingen, Zeit oder Orten abrufen. Ein weiterer Trend ist die NFC-Funktechnologie, die das Leben in vielen kleinen Dingen leichter machen kann. Ein Telefon mit NFC-Chip anstelle einer Bankkarte einzusetzen, sei nur eine der vielen Möglichkeiten, die die Technologie bietet, sagt Rüdiger Stroh vom NFC-Spezialisten NXP. Ein Handy könne damit alles sein: Etwa ein Schlüssel für das Auto, die Haustür oder ein Hotelzimmer - aber auch eine Bahnfahrkarte oder ein Konzertticket.
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