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«Positiv-Magazin» wird ein Jahr alt

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Positiv-Magazin wird ein Jahr alt
Die Journalistin Gertrud E. Warnecke bevorzugt positive Meldungen. (Bild: dpa)

am 15.02.2011 | Von Sabine Maurer, dpa

Königstein (dpa) - Bei ihr gibt es keine Unfälle, keine Naturkatastrophen und keine Kriege. Stattdessen schreibt die Journalistin Gertrud E. Warnecke aus Königstein auf ihrer Internetseite nur Positives. Am 15. Februar 2010 ging das Positiv-Magazin online.

Das berichtet über den Geburtstag der Oma des Verteidigungsministers, über Meerschweinchen im Liebesrausch und die «schielende Heidi» aus dem Leipziger Zoo. Mit diesem Online-Magazin will die 69-Jährige («Ich denke immer positiv») einen Kontrapunkt zu den vielen schlechten Nachrichten in den Medien setzen. Am 15. Februar 2010 ging es online. Nach Angaben der Herausgeberin ist es das weltweite Erste seiner Art.

Seitdem klicken täglich zwischen 800 und 1000 Menschen auf die Internetseite der guten Nachrichten. «Das hat sich wirklich rasant entwickelt», sagt Warnecke zufrieden in ihrer lichtdurchfluteten Wohnung im noblen Königstein im Hochtaunuskreis. Dort ist nicht nur ihr Zuhause, sondern auch ihr Arbeitsplatz. Von ihrem Schreibtisch aus blickt Warnecke direkt in einen riesigen Park. Jeden Morgen sucht sie dort in der «FAZ», der «taz» und im Internet nach guten Nachrichten und formuliert diese um. «Ich schreibe aber auch eigene Texte, zum Beispiel über medizinische Themen und Buchbesprechungen», sagt sie. Dreimal täglich wird die Seite aktualisiert.

Die Idee zu einem Magazin mit ausschließlich positiven Nachrichten ist nicht neu. Bereits vor 20 Jahren kam Warnecke auf die Idee. Schon damals nervten sie die vielen schlechten Nachrichten. Das müsse doch nicht immer so breitgetreten werden, meint sie. Auch im privaten Umfeld reagiert sie mit Unverständnis, wenn etwa ausführlich über Krankheiten gesprochen oder über den weniger schönen Strand im Urlaub gejammert wird.

Doch vor 20 Jahren traute sie sich angesichts der hohen Druck- und Vertriebskosten nicht, ein Positiv-Magazin zu veröffentlichen. «Ich dachte, das liest eh keiner.» Sie konzentrierte sich auf andere Aufgaben, so gab sie ein Hochglanz-Magazin mit Themen rund um den Taunus heraus. Das rechnete sich jedoch nicht, nach zehn Jahren wurde es Anfang 2010 eingestellt. Fast gleichzeitig fiel der Startschuss des Positiv-Magazins. Warnecke war zunächst skeptisch, ob die Seite ein Erfolg werden würde. Doch sie bekommt mittlerweile ausschließlich begeisterte Leserbriefe aus der ganzen Welt.

«Ich glaube, den Massenmedien-Machern ist gar nicht bewusst, wie viel psychischen Schaden sie durch die ewigen Katastrophenmeldungen anrichten», schreibt etwa ein Leser. In einem Berliner Unternehmen gehöre es mittlerweile für die Angestellten zum Pflichtprogramm, den Arbeitstag mit dem Lesen des Positiv-Magazins zu beginnen. «Sie haben mir geschrieben, dass seitdem das Arbeitsklima besser ist», sagt Warnecke, die nur in einem Punkt nicht ganz glücklich ist: Sie würde mit ihrem Positiv-Magazin gerne mehr Geld verdienen.

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