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Tablets unter der Wolke: Die CeBIT 2011

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Serverfarm
Am anderen Ende der Wolke: In Serverfarmen stehen massig Speicherplatz und Rechenkapazität für cloudbasierte Anwendungen zur Verfügung. (Bild: Strato AG/dpa/tmn)

am 15.02.2011 | Von Dirk Averesch, dpa

Hannover (dpa/tmn) - «Pro»,«lab» und «life» sind keine neuen Top-Level-Domains. Die Abkürzungen stehen für die Säulen der CeBIT 2011, für Fachbesucher, Forscher und Verbraucher, die auf der Messe Tablets ausprobieren und 3D-Technik erleben können.

Über Hannover schwebt eine Wolke. Niemand kann sie sehen, aber alle reden darüber. Die sogenannte Cloud steht für das Auslagern von Diensten und Daten ins Internet. Ziel des Cloud Computing ist es, auf lokalen Rechnern möglichst keine Software mehr zu installieren und Rechenarbeit auf Serverfarmen zu verteilen. Idealerweise arbeitet der Anwender nur noch im Browser. Die Wolke ist eines der großen Themen auf der (1. bis 5. März).

Dass Hardware wichtig bleibt, zeigt die Masse neuer Tablet-PCs, die neben 3D-Elektronik und Prozessoren mit integrierter Grafik (Intel Sandy Bridge und AMD Fusion) im Fokus stehen. «Tablets sind das Thema im Moment, das man auch auf der Messe erleben kann», sagt CeBIT-Sprecherin Anne-Kathrin Seibt.

Ein neuer Trend im Trend sind Tablets, die sich in Netbooks verwandeln können. So zeigt Asus (Halle 17/Stand J06) das 10-Zoll-Gerät Eee Pad Slider mit ausfahrbarer Tastatur und Android 3.0 (Honeycomb). Das gleichgroße Eee Pad Transformer lässt sich an eine Tastatur mit Zusatzakku anstecken und läuft mit Windows 7. Beide Neuheiten arbeiten mit Tegra-Mobilprozessoren von Nvidia und sollen ab dem Frühjahr erhältlich sein. Samsung (17/D38) will seinen Tablet Sliding PC 7 mit SSD-Platte und Auszieh-Tastatur ab April anbieten.

Fujitsu (2/B38) stellt einen neuen 10,1-Zoll-Tablet namens Slate vor und setzt auf Windows 7 als Betriebssystem. Bereits auf dem Markt ist der Inspiron Duo von Dell (2/B30). Das ebenfalls mit Windows und einem 10,1-Zoll-Touchscreen ausgestattete Gerät lässt sich entweder als Netbook oder mit umgeklappter Tastatur als Tablet-PC verwenden. Auch von MSI (17/C38) wird es Neues geben, zum Beispiel den Angelow, einem All-in-One-PC mit zugehörigem Tablet zum Sofa-Surfen, der als Konzept bereits im Januar auf der CES in Las Vegas zu sehen war.

Asus Eee Pad Transformer
Am anderen Ende der Wolke: In Serverfarmen stehen massig Speicherplatz und Rechenkapazität für cloudbasierte Anwendungen zur Verfügung. (Bild: Strato AG/dpa/tmn)

WLAN ist Tablet-Standard, immer mehr Geräte haben auch UMTS als ständige Verbindung zur Internet-Wolke. Ihr ist mit der Cloud Computing World (Halle 4) eine Sonderausstellung gewidmet. Dabei ist das Prinzip nicht neu, Webmailer gibt es seit Jahren. Doch durch schnelles Internet und neue Browser-Technologien sind inzwischen viel - auch grafisch - anspruchsvollere Anwendungen möglich: von der Musik- und Videowiedergabe bis hin zu Textverarbeitung, Bildbearbeitung, gemeinsamem Arbeiten oder Spielen im Broswer.

Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und die Universität des Saarlandes (9/A30) zeigen im Messebereich «lab» ihre Technologie XML3D, mit der 3D-Grafik in herkömmliche HTML-Internetseiten eingebaut werden kann. Das ist zum Beispiel für Spieler interessant. Als Demonstrationsobjekt haben die Forscher unter anderem eine 3D-Wikipediaseite von Venedig vorbereitet.

Große Datenmengen übers Netz zu verschieben, wird immer selbstverständlicher. Der Webhoster Strato zeigt auf der CeBIT eine neue Funktion für seinen Online-Speicherdienst Hi-Drive, den es für Privatanwender in Größen von 20 Gigabyte (2 Euro monatlich) bis 2000 Gigabyte (30 Euro) zu mieten gibt. Neu ist die Möglichkeit, sich von eingeladenen Freunden Dateien hochladen zu lassen. Bislang konnte man nur Downloadlinks für die virtuelle Festplatte verschicken.

Den Preis, den die Cloud fordert, ist Vertrauen. Damit das Prinzip schlanker und kostengünstiger Hardware auf Anwenderseite funktioniert, müssen immer mehr Daten ins Internet übertragen und dort auch gespeichert werden. «Eine große Herausforderung für die neue Technologie ist die zuverlässige Absicherung gegen Datenschutzpannen und etwaige Abhängigkeiten von einzelnen Cloud-Anbietern», heißt es bei der Fraunhofer-Gesellschaft, die auf der CeBIT zahlreiche Projekte ihrer Institute vorstellt - vom Cloud-Security-Labor bis zum Fitness-Avatar fürs Smartphone (9/B36).

Wem die Cloud zu viel Kontrolle auf Anbieterseite bedeutet, wird seine Daten weiterhin lokal speichern. Auf der Messe gibt es zu diesem Zweck zum Beispiel neue Festplatten und Netzwerkfestplatten (NAS) zu sehen, die vor allem durch schnellere Datenübertragung und USB 3.0 (Super-Speed-USB) auffallen. Der neue Anschluss soll theoretisch Datenraten von bis zu 5 Gbit/s (625 MB/s) erreichen, also bis zu zehnmal schneller sein als USB 2.0 (Hi-Speed-USB). Laut dem USB Implementers Forum sind bislang 170 Consumer-Produkte zertifiziert.

Die Brücke ins Wohnzimmer schlägt die 3D-Technologie. An die neuen 3D-Displays mit HDMI-1.4-Schnittstelle finden Konsolen oder Bluray-Player direkt und ohne PC Anschluss. Noch funktioniert 3D nicht ohne die recht klobigen Shutter-Brillen. Erste 3D-Displays, die ohne Brille auskommen, hat Toshiba für Ende 2011 angekündigt. Laut dem Branchenverband gfu bemüht sich die Industrie derzeit um einen Standard, der mehr Brillen und bessere Preise bringen soll. Ans Design hat sich etwa LG schon gewagt und vom französischen Brillenhersteller Alain Mikli ein Modell entwickeln lassen, das bequem sitzen soll.

Bildergalerie
ServerfarmAsus Eee Pad TransformerFitness-Avatar fürs SmartphoneSamsung Sliding PC 73D-Shutterbrille
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