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Vorsicht, Surf-Turbos!

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am 26.03.2005 | von Alfred Krüger

Einem geschenkten Gaul schaut man angeblich nicht ins Maul. Man ist höflich und bedankt sich trotzdem. Schon im wirklichen Leben ist dies Verhalten schädlich. Wer sich etwa bei der Schwiegermutter für die grasgrünen Ostersocken auch noch überschwänglich bedankt, ist selber schuld, wenn er das nächste Mal den grasgrünen Schlips dazu bekommt. In der Cyberwelt ist es noch wichtiger, dem geschenkten Gaul gehörig auf den Zahn zu fühlen – zum Beispiel bei jenen kostenlosen Programmen, die dem User unter dem Logo „Surf-Turbos“ vollmundig rasantere Geschwindigkeiten auf der Datenautobahn versprechen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt, so genannte „Surf-Turbos“ seien ein Sicherheitsrisiko, und rät von deren Nutzung ab.

Spionage per Surf-Turbo
Die Anbieter, die kostenlose Surf-Turbos im Programm haben, versprechen ihren potenziellen Kunden ein schnelleres Surfen durch das World Wide Web. Die Geschwindigkeitssteigerung soll angeblich dadurch erreicht werden, dass der gesamte Datenverkehr nach Installation des Surf-Turbos über die Proxy-Server des Anbieters geleitet wird. Bei der Übertragung würden die Daten komprimiert, sodass sie für den Kunden schneller erreichbar würden. Ob und inwieweit durch solche Programme tatsächlich ein schnelleres Surfen möglich wird, mag dahingestellt bleiben. Sicher ist laut BSI, dass man sich mit manchem Surf-Turbo ein Programm in den heimischen PC lädt, das es dem Anbieter prinzipiell ermöglicht, den gesamten Datenverkehr mitzulesen, zu analysieren und mit den Daten zu verknüpfen, die der Nutzer vor dem Download angegeben hat. Denn in den meisten Fällen ist vorher eine Registrierung nötig. Wer hier seine realen Daten eingegeben hat, bekommt in Zukunft schlechte Karten: Er kann nach allen Regeln des Schnüffelhandwerks gründlich ausspioniert werden.



Surf-Turbos surfen mit
Surf-Turbos werden oftmals von unseriösen Marktforschungsunternehmen zum kostenlosen Download angeboten. Diese Firmen nutzen die Informationen, die sie über den jeweiligen Surfer erhalten, um über ihn Persönlichkeitsprofile zu erstellen und ihn anschließend mit Werbung zu bombardieren. Das ist aber nur die halbe Miete. Denn mittels Surf-Turbo werden nicht nur die Surftouren lückenlos protokolliert und ausgewertet. Vielmehr können auch sensible persönliche Daten – etwa beim Online-Banking – mitgelesen und ausgeschnüffelt werden.

SSL-Verbindungen werden „aufgebrochen“
Bei einigen Anbietern sind laut BSI selbst verschlüsselte SSL-Verbindungen nicht vor einem Ausspähen geschützt. Die verschlüsselte Verbindung werde auf dem Proxy-Server des Anbieters „aufgebrochen“, ohne dass der User etwas davon merkt. Sein Browser zeigt ihm zwar eine sichere SSL-Verbindung an. Die besteht aber nur zwischen ihm und dem Proxy-Server des neugierigen Anbieters. Hier wird der Datenstrom entschlüsselt und zur weiteren Übertragung etwa an die Webseite der Bank oder Sparkasse erneut verschlüsselt. Dass das auch funktioniert, liegt daran, dass bei der Installation des Surf-Turbos ein Sicherheitszertifikat des Anbieters mitinstalliert und automatisch in die Liste der vertrauenswürdigen Zertifikate aufgenommen wurde.

Auf Surf-Turbos verzichten
Das BSI rät von der Nutzung solcher Surf-Turbos ab, wenn beim Surfen vertrauliche Informationen wie Passworte, PINs, TANs oder personenbezogene Daten übermittelt werden. Aber auch sonst sollte sich jeder Surfer gründlich überlegen, ob ihm die versprochene, meistens aber kaum „fühlbare“ Geschwindigkeitserhöhung wirklich so wichtig ist, dass er auf Anonymität und Datenschutz verzichtet. Es ist wie im richtigen Leben: Auch einem geschenkten Gaul sollte man ins Maul schauen und gründlich auf den Zahn fühlen. Es sei denn, man kann mit grasgrünen Ostersocken nebst passenden Schlipsen problemlos leben…

In diesem Sinne:

HTML-World wünscht frohe Ostern!

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