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Freemailer bieten immer mehr

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Freemailer bieten auch Textverarbeitung
Schreib's im Browser: Viele Freemailer wie Google-Mail bieten schon die Textverarbeitung im Netz. Ein installiertes Office-Paket braucht es nicht mehr. (Bild: Warnecke/dpa/tmn)

am 24.11.2010 | Von Andreas Thieme, dpa

München (dpa/tmn) - Die Mailadresse nur für elektronische Post nutzen - das war einmal. Mittlerweile bieten die Freemailer weit mehr. Ihre neuen Zusatzdienste machen das Netz-Postfach zum Onlinespeicher, zur Textverarbeitung oder zum Medienplayer - und das kostenlos.

Mailen, Dokumente bearbeiten, Fotos zeigen - mit E-Mail-Postfächern im Internet ist immer mehr möglich. Auch Onlinespeicherplatz gehört inzwischen fast schon zum Standard. Was dort gespeichert ist, muss nicht mehr sorgfältig ausgewählt und in eine Mail gezwängt werden. Auch große Datenmengen wie Fotoalben oder Videos können Freunden per Link zugänglich gemacht werden. Der Empfänger bekommt dann mit der Einladungsmail höchstens noch kleine Thumbnails mitgeschickt, also eine Voransicht der Bilder, die nur wenige Kilobyte groß sind, erklärt Alexander Zollondz vom Computerportal Netzwelt.

An E-Mails angehängte Dokumente können inzwischen immer öfter auch direkt im Browser betrachtet werden. Bei Hotmail lässt sich etwa ein Lebenslauf per Doppelklick direkt öffnen, im webbasierten Modus von Microsoft Office bearbeiten und im Postfach speichern. Auch hier kann per Link eine Berechtigung zum Lesen oder auch Schreiben an Freunde oder Kollegen gesendet werden. Die webbasierte Office-Applikation arbeitet dabei versionsunabhängig, erklärt Dorothee Ritz von Microsoft. «Auch ältere Office-Versionen lassen sich problemlos online öffnen».

Textdateien können auch Nutzer von Google-Mail im Netz bearbeiten. Hier heißt die Online-Bearbeitungsfunktion Google Docs beziehungsweise Texte und Tabellen. Im Postfach können nicht nur Dokumente bearbeitet, sondern auch ganz neu erstellt werden.

Änderungen an Dokumenten können von jedem Internet-Computer aus vorgenommen werden, sagt Tino Anic vom Internetanbieter 1&1, zu dessen Mutter United Internet die Freemailing-Dienste GMX und Web.de gehören. «Die Mailadresse soll zukünftig möglichst alle Kommunikationskanäle der Nutzer im Internet zusammenfassen.» In Zukunft gehörten auch die Verknüpfung mit sozialen Netzwerken und das direkte Abspielen von Audio- und Videoinhalten zum Netz-Postfach.

Nicht jedes Online-Postfach ist aber auch gleichzeitig eine Online-Festplatte, in der die Musiksammlung oder ganze Filme abgelegt werden können. Bietet Hotmail mit 25 Gigabyte derzeit den größten Speicher bei den Freemailern, sind es bei Web.de zum Beispiel nur 112 Megabyte. Anbieter wie Freenet oder GMX haben den virtuellen Speicher in ein sogenanntes Media-Center ausgelagert: Hier schwankt der Inklusive-Speicherplatz zwischen wenigen Megabyte und einem ganzen Gigabyte. Gegen Aufpreis kann der Speicher teilweise vergrößert werden.

Ein Manko der webbasierten Dienste: Sicherheitslücken lassen sich bei der Nutzung nicht gänzlich ausschließen, sagt Ekkehard Valta, Referent für Telekommunikations-, Tele- und Mediendienste beim Bundesdatenschutzbeauftragten in Bonn. Datenmissbrauch durch Dritte sei theoretisch möglich, beispielsweise wenn das System des Nutzers mit einem Trojaner infiziert ist. «Das betrifft sowohl den Online-Speicher, wenn etwa das Passwort entwendet wird, als auch lokal gespeicherte Daten.»

Auf keinen Fall sollten Nutzer vergessen, sich beim Postfach abzumelden - besonders, wenn sie nicht vom eigenen PC aus auf die Mails und Dateien zugreifen. «Speichert der Browser die Anmeldedaten, haben Dritte leicht Zugriff darauf», gibt Valta zu bedenken. Grundsätzlich müssten sich Nutzer darüber im Klaren sein, dass es auch auf den Servern der Anbieter zu Fehlern kommen kann. Unter Umständen könnten also auch Daten verloren gehen, die im Online-Speicher abgelegt wurden.

Infos

Vorsicht bei wichtigen Daten Anwender sollten wichtige private Daten wie TAN-Listen oder Kontoverbindungen besser nicht auf webbasierten Speichern sichern, rät Tatjana Halm von der Verbraucherzentrale Bayern in München. Auch bei Rechnungen, Passwörtern oder Kontaktlisten ist Vorsicht geboten, denn für den Verbraucher sei oft nicht nachvollziehbar, aus welchem Land der Anbieter stammt und inwiefern rechtliche Datenschutzbestimmungen eingehalten werden. Sind die Daten auf ausländischen Servern gespeichert, gelten deutsche Datenschutzbestimmungen nicht.
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