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Telefonieren für lau: Werbung macht's möglich

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Telefonieren für lau
Geschenkt gibt es nichts: Wer umsonst telefonieren will, muss dafür Werbung lesen - und manchmal auch darauf antworten. (Bild: Remmers/dpa/tmn)

am 19.10.2010 | Von Daniel Rademacher, dpa

Berlin (dpa/tmn) - Es klingt zu schön, um wahr zu sein: Zum Hörer greifen, stundenlang telefonieren und am Ende nichts dafür bezahlen. Solche Angebote gibt es tatsächlich. Doch sie haben einen Haken: Der Kunde muss Werbung akzeptieren, mitunter sogar jede Menge.

So ist es nicht ungewöhnlich, dass ein Anbieter Dutzende SMS, MMS oder E-Mails mit Werbung pro Monat versendet. Und wer glaubt, dass man die Reklame-Post dann ähnlich wie die Werbung aus dem heimischen Briefkasten schnell und ungesehen entsorgen und dennoch die Gratis-Kontingente nutzen kann, der irrt. «Man muss meist auf einzelne Angebote aktiv reagieren», erklärt Marc Kessler vom Telekommunikationsportal Teltarif.

So ist es zum Beispiel beim Netzclub von O2 nötig, einmal im Monat auf eine Werbung zu antworten. Tut man das 30 Tage lang nicht, meldet sich der Anbieter zunächst und stuft den Benutzer später unter Umständen in den normalen, kostenpflichtigen Tarif ein, wie es auf der Homepage des Clubs heißt. Den Angaben zufolge entstehen durch das Aufrufen von Werbung aber keine zusätzlichen Kosten.

Um im Spiel zu bleiben, sollte man also auf mindestens ein Angebot pro Monat antworten - meist ist ein mitgeschickter Link anzuklicken. Die Werbung wird über ein Nutzerprofil individuell zugeschnitten. Josefine Milosevic von der Zeitschrift «connect» empfiehlt, in jedem Fall genau zu schauen, welche Werbebotschaften auf einen zukommen könnten, also mit welchen Unternehmen der Anbieter Verträge abgeschlossen hat. «Denn Werbung wird man in jedem Fall erhalten», betont Milosevic.

Wer sich an die Bedingungen hält, kann aus unterschiedlichen Tarifen wählen - von der Gratis-Internet-Flat über Freiminutenpakete oder Gratis-SMS bis hin zu Kombinationsprodukten. «Kann man mit Werbung leben, dann bekommt man mitunter einen vergleichsweise hohen Gegenwert», findet Marc Kessler. Allerdings ist das Angebot nach seiner Einschätzung längst nicht für jeden Kunden etwas. Die Furcht, sensible Daten könnten an Dritte weitergegeben werden, hält der Experte indes für unbegründet. Bei der Auswahl eines Dienstes sollte man aber darauf achten, wie und ob der Anbieter überhaupt über das Thema Datenschutz informiert.

Josefine Milosevic geht davon aus, dass Angebote wie Netzclub oder der wegen Überarbeitung vorerst eingestellte E-Plus-Dienst Gettings bald kein Nischendasein mehr fristen werden. Die Expertin glaubt, dass früher oder später auch die großen Anbieter wie Apple oder Google werbefinanzierte Gratis-Angebote machen: «Die werden sich solche Umsatzquellen schlicht nicht entgehen lassen.»

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