IT-News World - tägliche PC-, Internet- und IT-NewsIT-News World:   Home | Hier werben | Impressum |
 

 
 

Anzeige 
 
Startseite Aktuelles Berichte Tipps Spiele Surftipp Netzwelt News-Archiv
 
 
IT-News World » Berichte » Bildschirme von PC und Notebook stören den Schlaf

Berichte

Bildschirme von PC und Notebook stören den Schlaf

Bewertung:
Bildschirme von PC und Notebook stören den Schlaf IT-News-World.de 5 5 1
Bildschirme stören den Schlaf
Noch ist die Wirkung von hellem Displaylicht zur Nachtzeit nicht gänzlich erforscht. Wissenschaftler vermuten aber, dass Menschen schlechter schlafen, wenn sie abends am Rechner arbeiten. (Bild: Remmers/dpa/tmn)

am 21.09.2010 | Von Marina Leunig, dpa

Berlin/Regensburg (dpa/tmn) - Forscher vermuten, dass Licht vom Computerbildschirm den Schlaf stört. Wer am nächsten Morgen fit sein will, sollte also abends auf die Arbeit am Computer verzichten.

E-Mails schreiben, auf Facebook tratschen oder im Netz einkaufen: Es gibt viele gute Gründe, um abends vor dem Rechner zu sitzen. Doch wer kurz vor dem Schlafengehen auf helle PC- oder Notebook-Displays starrt, schläft wahrscheinlich schlechter. Denn das Licht der Geräte bringt die innere Uhr des Menschen gewaltig aus dem Takt, wie verschiedene Untersuchungen vermuten lassen.

Schon zehn Minuten normaler Badezimmerbeleuchtung reichen aus, um die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin zu stören. Dies zeigen Studien der Arbeitsgemeinschaft (AG) Schlafforschung an der Charité Berlin. Das Hormon regelt den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus des Menschen und macht ihn bei Einbruch der Dunkelheit müde. Die Ergebnisse der Versuche lassen vermuten, dass helle PC-Bildschirme den natürlichen Rhythmus ebenfalls aus dem Gleichgewicht bringen. «Auch wenn das noch nicht durch diese Studien bewiesen ist», schränkt Dieter Kunz ein, der Chefarzt der Abteilung für Schlafmedizin an der Psychiatrischen Universitätsklinik der Charité im St. Hedwig-Krankenhaus ist und die AG leitet.

Eine britische und eine US-amerikanische Arbeitsgruppe wiesen bereits vor zehn Jahren ein Fotopigment im Auge des Menschen nach. Dieses signalisiert dem Körper, ob es Tag oder Nacht, Sommer oder Winter ist. Es reagiert insbesondere auf blaues Licht. «Das blaue Licht zeigt dem Körper quasi 'Es ist Tag, sei wach'», erklärt Charité-Forscher Kunz. Bildschirme haben hauptsächlich einen kalt-weißen Lichtanteil, und die Forscher vermuten, dass das Fotopigment hier in ähnlicher Weise reagieren könnte. Der Mensch werde also immer wacher, je länger er in das helle Licht schaut, und schlafe dann schlechter.

Auch Schlafforscher Prof. Jürgen Zulley vom Schlafmedizinischen Zentrum des Universitätsklinikums Regensburg warnt vor Bildschirmarbeit zu später Stunde. Jede Beschäftigung am Abend aktiviere den menschlichen Körper. «Arbeiten und daddeln am Computer ist aber besonders negativ für den Schlaf, weil man so konzentriert und nah am hellen Bildschirm sitzt», erklärt der Experte. Vor allem Kinder sollten zu fortgeschrittener Uhrzeit besser nicht mehr am Rechner hocken.

Und was, wenn Kinder und Erwachsene nicht auf den Computer, sondern ins TV starren? «Fernsehgeräte haben wahrscheinlich einen geringeren negativen Einfluss», erklärt Dieter Kunz. Das Gerät stehe weiter weg, und die Lichtquelle ist nicht so grell wie ein PC-Schirm. Das sieht auch Schlafforscher Zulley so. Dennoch rät er abends eher zum Lesen eines Buches. «Wenn ich dazu keine Lust habe, höre ich alternativ leise Musik - Hauptsache Körper und Geist kommen zur Ruhe.» Der Fernsehmarathon am Abend mache hingegen unruhig und wach.

Gerade das allabendliche «Runterkommen» fällt vielen Menschen schwer. Jede zweite Frau und jeder vierte Mann in Deutschland schläft schlecht, ergab eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse. Die Umweltreize durch elektronische Geräte sind dafür aber nur eine mögliche Erklärung. Die Betroffenen fühlen sich nach eigenen Angaben vor allem durch beruflichen Stress oder private und gesundheitliche Sorgen um ihre Nachtruhe gebracht.

Fast zwei Drittel würden für mehr Schlaf auf die TV-Berieselung verzichten. Vier von zehn Befragten wollen das Surfen im Internet oder Computerspielen sein lassen. Die guten Vorsätze setzt jedoch kaum jemand in die Tat um, lautet ein Umfrageergebnis. Wer abends nicht ohne seinen Rechner auskommt, sollte falls möglich den Blauanteil an seinem Bildschirm runterstellen und die Helligkeit etwas dimmen, empfiehlt Schlafforscher Kunz. «Das macht nur keiner, weil man sich bei der Arbeit am PC ja konzentrieren möchte - und dabei hilft das Licht unserem Gehirn.»

Infos

Auch Standby-Lämpchen können nerven Auch Standby-Leuchten oder Leuchtanzeigen von elektronischen Geräten können im Dunkeln nerven oder den Schlaf stören. «Zu diesem Thema existieren aber noch keine fundierten, wissenschaftlichen Aussagen», erklärt Schlafforscher Dieter Kunz von der Berliner Charité. Sein Eindruck sei, dass bereits diese kleinen Lämpchen Einfluss auf die Schlafqualität haben. «Das kann man aber nicht vorhersagen, den einen nervt es, den anderen nicht», sagt Kunz. Schlafforscher Jürgen Zulley vom Universitätsklinikum Regensburg empfiehlt, im Schlafzimmer generell alle elektronischen Geräte auszuschalten. «Aber nicht weil sie den Schlaf direkt stören, sondern weil man dann auch selber besser abschalten kann und nicht zu vergessen, weil dadurch Strom gespart wird.» Die Tipps für denjenigen, den Lichter stören, sind einfach: abschalten, die Geräte aus dem Schlafzimmer verbannen, die Leuchten abkleben oder einfach eine Schlafmaske aufsetzen.
IT-News als RSS-Feed lesen

« vorheriger Artikel
«Krieg und Frieden» auf dem E-Book-Reader
nächster Artikel »
Spam-E-Mails am besten direkt löschen

Weitere News aus Berichte

Das neue Radio - Was es bei DAB+ zu beachten gibt

24.05.2012 | Von Samuel Acker, dpa | Berlin/München (dpa/tmn) - DAB+ trägt es schon im Namen: Das neue digitale Radio soll ein Plus zum bisherigen Hörfunk bieten - in Form von Bildern, Nachrichten und Infos zu Musiktiteln oder Sendungen. Doch nicht jedes DAB-Radiogerät ist dafür gerüstet.  .  Weiter lesen ...

Kryptische Kürzel - Gerätebezeichnungen sorgen für Verwirrung

23.05.2012 | Von Tobias Hanraths, dpa | Starnberg/Berlin (dpa/tmn) - Wer ein technisches Gerät anschaffen möchte, verliert oft zuerst die Übersicht - und dann die Nerven. Denn viele Hersteller geben ihren Produkten ellenlange und unverständliche Bezeichnungen. So lassen sich die kryptischen Kürzel entziffern:  .  Weiter lesen ...

Apps und Tools für USB-Sticks: Der Mini-PC in der Hosentasche

22.05.2012 | Von Thomas Joos, dpa | Korschenbroich (dpa/tmn) - USB-Sticks sind Alltag. Doch die kleinen Wegbegleiter können nicht nur Fotos, Dokumente und Videos speichern. Wer transportable Programme, sogenannte Portable Apps auf ihnen ablegt, hat seinen Mini-PC immer dabei.  .  Weiter lesen ...

Befehle vom Telefon: Fernsteuerungs-Apps für TV & Co.

18.05.2012 | Von Tobias Hanraths, dpa | Stuttgart (dpa/tmn) - Unterwegs den Router anschalten, aus der Ferne auf die Musiksammlung zugreifen und den Fernseher vom Nebenraum aus steuern: Remote-Apps machen es möglich. Allerdings kochen viele Hersteller ihr eigenes Süppchen, Universallösungen gibt es kaum.  .  Weiter lesen ...

Sprachen pauken für den Urlaub - Neue Apps und Lernprogramme

16.05.2012 | Von Cordula Dernbach, dpa | Berlin (dpa/tmn) - «Hallo», «Tschüss», «Bitte» und «Danke»: Wer im Urlaub mehr als nur diese Sprachfetzen beherrschen will, kann fremde Begriffe und Vokabeln mit elektronischen Helfern lernen. Unter den neuen Programmen gibt es auch Angebote für Kinder.  .  Weiter lesen ...

Weitere News aus dem Bereich Berichte »

 

Handy-Tarife / Oft werden Kunden mit billigen Mobilfunk-Gebühren gelockt. Diese Tarife gelten aber meist nicht lange. (Bild: dpa-infocom)
 
     
 

Anzeige