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Photokina rückt Systemkameras in den Fokus

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Canon bietet bei seiner EOS 60D ein großes Display für die 18-Megapixel-Fotos und HD-Videos. (Bild: Canon/dpa/tmn)

am 20.09.2010 | Von Peter Zschunke, dpa

Berlin (dpa/tmn) - Bei anspruchsvollen Hobbyfotografen sind sie zunehmend beliebt: Systemkameras bieten eine Wechseloptik, sind aber nicht so sperrig wie Spiegelreflexkameras. Zusammen mit HD-Video, 3D und Geo-Tagging gehören sie zu den wichtigsten Trends der photokina.

Wechselobjektive bieten für jedes Motiv die richtige Optik. Daher greifen auch Hobbyfotografen zur Spiegelreflexkamera, obwohl diese für das entspannte Fotografieren eigentlich zu sperrig ist. Eine Alternative sind die sogenannten Systemkameras, wie sie auf der photokina in Köln (21. bis 26. September) besonders im Blickpunkt stehen.

Rund 1300 Aussteller aus etwa 50 Ländern zeigen in Köln ihre Produkte und Dienstleistungen. Den Rückgang bei der Ausstellerzahl um etwa 14 Prozent führt die Messeleitung auf eine Konsolidierung bei kleineren Unternehmen zurück. «Die Großen sind alle da», erklärt photokina-Sprecher Michael Steiner. Die Messe erwartet mehr als 150 000 Besucher.

Zu den Pionieren der Systemkameras gehört der japanische Hersteller Olympus, der auf der vergangenen photokina 2008 zusammen mit Panasonic den Standard Micro Four Thirds vorgestellt hat, als einheitliches Konzept für den Anschluss von Objektiven. «Viele Endverbraucher wünschen sich kompakte Produkte mit einer Top-Bildqualität und einfachen Bedienkonzepten», sagt Elisabeth Claußen-Hilbig von Olympus. «Deshalb war die Einführung des Kamerasystems auf Basis des Micro-Four-Thirds-Standards extrem erfolgreich.» In Japan liege der Anteil der Wechselobjektivkameras ohne Spiegel bereits bei mehr als 40 Prozent.

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Canon bietet bei seiner EOS 60D ein großes Display für die 18-Megapixel-Fotos und HD-Videos. (Bild: Canon/dpa/tmn)

«Das ist das am schnellsten wachsende Segment», heißt es auch bei Sony zu den Systemkameras. Auf der photokina zeigt der Hersteller das Modell NEX-5, das einen etwas größeren Sensor bietet als Micro Four Thirds. Die neue Kamera packt gehobene Kameratechnik (14,2 Megapixel, Full-HD-Video, Empfindlichkeit bis 12 800 ISO, 3D-Panorama, HDR-Funktion) in ein kleines Gehäuse mit einem Gewicht von 500 Gramm einschließlich Objektiv. Mit einem Preis ab 599 Euro werden vor allem diejenigen Hobbyfotografen angesprochen, denen die Kompaktkamera nicht mehr ausreicht.

Diese aber stellen nach wie vor den Löwenanteil der im vergangenen Jahr in Deutschland verkauften 8,56 Millionen Kameras. Die kleinen Kompakten bieten eine breite Palette von Angeboten für verschiedenste Zielgruppen und Einsatzgebiete. Fujifilm setzt mit der FinePix Real 3D W3 auf die 3D-Welle: Hier simulieren zwei Objektive und zwei Sensoren das menschliche Auge. Fotos und Videos erscheinen auf einem 3D-Fernseher in dreidimensionaler Wirkung.

Integrierte GPS-Empfänger versehen Fotos mit «Geo-Tags», so dass man sie auf interaktiven Karten anordnen kann. Weitere Trends sind «Multishot»-Funktionen, die aus einer Serie von Aufnahmen das beste Foto auswählen. HDR-Funktionen hingegen verschmelzen mehrere Fotos mit unterschiedlicher Belichtung zu einem einzigen Bild, das die Helligkeitsunterschiede in verschiedenen Bereichen eines Fotos berücksichtigt (High Dynamic Range).

Canon und Nikon werben mit neuen Spiegelreflexkameras um die Gunst der ambitionierten Hobbyfotografen. Dabei geht es inzwischen mehr um Produktpflege und Verbesserungen im Detail als um die ganz große Innovation.

Canon bringt zur photokina die EOS 60D als Nachfolgerin der 50D mit: Zu einem Preis von 1149 Euro bietet die Spiegelreflexkamera eine Auflösung von 18 Megapixel sowie die Möglichkeit, Full-HD-Videos aufzunehmen. Auf den gleichen Trend setzt Nikon mit der D3100, die in der Auflösung mit 14,2 Megapixel eine Etage tiefer angesiedelt ist und ab Ende des Monats für 649 Euro zu haben ist.

Fotos und Filme halten die unwiederbringlich verflossene Zeit fest. Sie haben damit einen besonderen emotionalen Wert, der alle Generationen anspricht, wie Constanze Clauß vom Photoindustrieverband betont: «Die Fotografie kennt keine Nachwuchsprobleme.»

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