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Kameras zum Lotsen und Schlucken: Trends der photokina

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Photokina
Die photokina im Blick: Die Fotoindustrie zeigt auf der Messe in Köln ihre Neuheiten. (Bild: dpa)

am 16.09.2010

Köln (dpa) - Immer kleiner und immer raffinierter: Kameras sind mittlerweile in so gut wie jedem Haushalt Standard. Sie helfen bei der Ortsbestimmung per GPS und dabei, Bilder schnell im Internet zu zeigen. Der Pixel-Konkurrenzkampf scheint vorbei zu sein.

Sie können Schiefes geraderücken, Porträts anhübschen und Fotos ruckzuck fertigmachen fürs Internet: Kameras mit vielen technischen Finessen stehen im Mittelpunkt, wenn die photokina als weltgrößte Fotomesse am 21. September beginnt. Deutlich zeigt sich: Die Digitalkameras werden kleiner, kompakter, haben zusätzliche Funktionen und intelligente Technik eingebaut - und sie werden etwas teurer. Weil es der Nutzer in der Regel eher bequem mag, soll ihm möglichst nicht mehr als ein Druck auf den Auslöser abverlangt werden. Zu den Trends gehören auch neue 3D-Entwicklungen für Kamera, Camcorder oder TV-Geräte.

Der Fotomarkt bleibt ein Wachstumsmarkt, weltweit wie auch in Deutschland. Daran habe auch das Krisenjahr 2009 nichts geändert, zeigt sich die Branche optimistisch. Heutzutage gehöre die Ausstattung mit Kamera, Handy oder Smartphone in praktisch jedem Haushalt und für alle Altersklassen zum Standard, sagt der stellvertretende Vorsitzende des Photoindustrie-Verbands (PIV), Henning Ohlsson.

Jede Generation verlangt der Fotoindustrie andere Innovationen ab: Lässt den Fotografen das Gedächtnis im Stich, kann die moderne Kamera aushelfen, wie der PIV verspricht. «Gesichtswiedererkennung, Motiv-Erkennung und Ortsbestimmung sind für die Kameras von morgen, wie sie auf der photokina gezeigt werden, kein Problem mehr», heißt es zu angekündigten Neuheiten für die internationalen Branchenschau in Köln. Die Geräte identifizieren Menschen und Mimik, können sich über GPS oder andere Systeme mit Daten etwa über abgebildete Gebäuden versorgen und sich diese merken.

Vor allem jüngere Fotografen und Filmer spricht eine neue Software an, mit der schon per Kamera bestimmt wird, welches Foto oder welche Clips schnell ins Web sollen. Beim Anschluss der Kamera an PC oder Notebook wird die Verbindung zur Internetplattform automatisch hergestellt, die Bilder werden auch gleich in das erforderliche Webformat konvertiert, wie die Kölner Messegesellschaft als Veranstalterin ankündigte.

Gefragt bei den Hobbyfotografen ist auch das Filmen und Fotografieren mit nur einem Gerät. Die digitalen Aufnahmesysteme in Fotokamera oder Camcorder können dies gleichzeitig, der Nutzer müsse nur einmal auf den Auslöser drücken. «Intelligente Automatiken übernehmen den Rest», meinte die Messe. Verwackeln - Problem Nummer eins des Hobbyfotografen - soll bald der Vergangenheit angehören, glaubt man den Versprechungen der Hersteller. Die Technik verfeinere die Bildstabilisation immer weiter.

Orientierung sollen die Kameras geben und durch unbekanntes Terrain lotsen: Laut Anbieter-Infos greifen die Hightech-Geräte dabei auf WiFi-Stationen oder das europäische Galileo-System zurück. «Über intelligente Verknüpfungen mit dem Internet wird der Fotograf interessante Informationen über alles Wissenswerte im Umfeld seines Standpunktes erfahren.»

«Kameras sind zu einem Lifestyle-Produkt avanciert, das aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken ist», betonte Ohlsson. In fast allen Haushalten gebe es eine oder mehrere Kameras, die sogar häufiger vorhanden seien als Fahrrad, CD-Spieler oder Auto.

Spezialisten treten ebenfalls auf bei der photokina: So werden für die Medizin winzige Kameras in der Größe einer Tablette gezeigt, die der Patient schluckt, um Bilder seines Dünndarms zu erhalten. Für die Polizeiarbeit könne eine neue Software eine lange vermisste Person auf einem Foto künstlich altern lassen, was die Fahndungsarbeit unterstütze.

Vorbei zu sein scheint der Konkurrenzkampf über Pixel und immer höhere Auflösungen. Ein Berufsfotograf meinte: «Es sind diesmal keine grundlegenden Entwicklungen etwa in der Verbesserung der Bildqualität oder bei hoher Bildauflösung zu erwarten. Da gab es ja auch schon sehr viel Entwicklung in den vergangenen Jahren.» Der 45-Jährige sagt: «Diese photokina zeichnet sich eher durch viele kleinere Veränderungen aus, kosmetische Funktionen bei den Porträtaufnahmen oder Geotagging-Spielereien.»

Infos

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