IT-News World - tägliche PC-, Internet- und IT-NewsIT-News World:   Home | Hier werben | Impressum |
 

 
 

Anzeige 
 
Startseite Aktuelles Berichte Tipps Spiele Surftipp Netzwelt News-Archiv
 
 
IT-News World » Netzwelt » Verzichtet Microsoft auf Windows-Desktop-Suche?

Netzwelt

Verzichtet Microsoft auf Windows-Desktop-Suche?

Bewertung:
Verzichtet Microsoft auf Windows-Desktop-Suche? IT-News-World.de 0 5 1

am 31.01.2005 | von Alfred Krüger

Aus Erfahrung wird man klug – das gilt auch für Microsoft. Die kartellrechtlichen Auseinandersetzungen, mit denen sich der Softwaregigant in den USA und in Europa konfrontiert sah, zeigen offenbar Wirkung. Um nicht erneut in ähnliche Konflikte hineingezogen zu werden, will der Redmonder Softwarekonzern seine Desktop-Suche nicht in künftige Versionen des Windows-Betriebssystems integrieren, berichten US-amerikanische Medien. Gleichzeitig wurden Gerüchte laut, dass der Start der hauseigenen MSN-Suchmaschine unmittelbar bevorstehe.

Microsoft hat seine Marktmacht missbraucht
In den USA war es der Internet Explorer, dessen Einbettung in alle Windows-Betriebssysteme für Microsoft zu erheblichen kartellrechtlichen Schwierigkeiten führte. In Europa wurde insbesondere die Einbindung des Windows Media Players moniert. Die EU-Kommission verhängte im letzten Jahr gegen Microsoft aus diesem Grunde ein Rekordbußgeld in Höhe von 497 Millionen Euro und verpflichtete den Konzern, eine Windows-XP-Version ohne den Media Player auf den Markt zu werfen. In beiden Fällen wurde Microsoft vorgeworfen, seine absolute Dominanz auf dem Markt für Betriebssysteme in unzulässiger Weise ausgenutzt und seinen Konkurrenten auf dem Browser- bzw. Media-Player-Markt erheblich geschadet zu haben. Ähnliche Auseinandersetzungen möchte sich der Softwarekonzern bei der Desktop-Suche künftig offenbar ersparen.

Microsoft bei der Desktop-Suche in der Defensive
Im Oktober letzten Jahres trumpfte Suchmaschinenfirma Google als Erste mit einem kostenlosen Werkzeug auf, das den heimischen PC ebenso schnell durchforsten sollte, wie man es von Google im Web gewohnt war. Die neue Google-Desktop-Suche sorgte für Furore. Sie wurde als Kampfansage an Microsoft interpretiert, brach Google mit seinem Suchprogramm doch in einen Bereich ein, der bis dato Microsoft vorbehalten schien: dem Desktop bzw. dem heimischen Windows-PC. Die bisher gültige Markt- und Funktionsaufteilung zwischen Microsoft und Google schien sich aufzulösen. Die Suchmaschinenfirma hatte ihre Suchkompetenz vom Web auf den PC des Anwenders ausgeweitet. Microsoft schien in der Defensive.



Keine Windows-Desktop-Suche?
Es dauerte nur zwei Monate, bis die Redmonder Softwareschmiede zum Gegenschlag ausholte, ihre eigene Desktop-Suche auf den Markt brachte und über alle Microsoft-Kanäle vermarktete. Sofort wurden Stimmen laut, die eine Integration dieser Desktop-Suchfunktion in künftige Windows-Versionen vorhersagten. Diesen Spekulationen schob Microsoft nun einen Riegel vor. Während eines Forums zum Thema Suchtechnologie, das kürzlich an der renommierten Harvard Business School in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts veranstaltet wurde, erklärte Mark Kroese, leitender Mitarbeiter von Microsoft, dass derzeit keine Pläne existierten, die Desktop-Suche in künftige Windows-Versionen zu integrieren. Die Anti-Trust-Auseinandersetzungen hätten Wirkung gezeigt, führte Kroese weiter aus. Seine Firma würde jetzt zweimal darüber nachdenken, welche Technologien seinen Windows-Betriebssystemen hinzugefügt würden, welche nicht. Im Übrigen seien solche Entscheidungen bei Microsoft Chefsache. Bill Gates höchstpersönlich werde sie in enger Zusammenarbeit mit den Anwälten der Firma treffen.

MSN-Suche soll offenbar am 1. Februar starten
Während sich Microsoft bei der Desktop-Suche offenbar zurückhalten will, steht der Start der neuen MSN-Suchmaschine US-Medienberichten zufolge unmittelbar bevor. Bereits am 1. Februar soll die alte MSN-Suche, die ihre Ergebnisse bisher von Yahoo bezog, vollständig durch die hauseigene Suchmaschine ersetzt werden. Die neue MSN-Suche wurde im November letzten Jahres als weltweite Beta-Version gestartet. Der Betatest scheint zufrieden stellend ausgefallen zu sein. Denn seit Januar diesen Jahres begann MSN damit, immer mehr Suchanfragen an die neue hauseigene MSN-Suche weiterzuleiten.

MSN plant Weblog-Suche
Die neue MSN-Suche wird Suchexperten zufolge zunächst kaum etwas an der bisherigen Aufteilung des Suchmaschinenmarktes ändern. Im November letzten Jahres besaß Google einen Marktanteil von 34,4 Prozent, dicht gefolgt von Yahoo mit 31,8 Prozent. Die MSN-Suche belegte mit 16,5 Prozent den dritten Platz. Während die MSN-Suchergebnisse durchaus mit denjenigen von Google und Yahoo konkurrieren können, liegt Microsoft bei der derzeit boomenden regionalen Suche und im Bereich Multimedia-Suche noch weit hinter der Konkurrenz zurück. Eine Spezial-Suchseite, die das Web vertikal nach regionalen Informationen oder gezielt nur nach multimedialen Inhalten durchforstet, bietet MSN derzeit noch nicht. Ob und wann MSN auch solche speziellen Suchfunktionen anbieten wird, steht noch nicht fest. Offenbar plant Microsoft aber mit MSN Blogbot einen Suchdienst, der sich auf die Suche im weltweit boomenden Bereich der Weblogs spezialisieren wird.

IT-News als RSS-Feed lesen

« vorheriger Artikel
Netlife: Spione im System
nächster Artikel »
Gefängnisstrafe für Wurm-Programmierer

Weitere News aus Netzwelt

Kasperskys lange Leitung

25.06.2008 | Alfred Krüger | Anfang Juli schlug das Sicherheitsunternehmen Kaspersky Alarm. Die russischen Schadprogrammfahnder hatten gefährliche Trojaner in der freien Wildbahn des Internets aufgespürt: Ransomware - Schadprogramme, die Dateien im Opfer-PC verschlüsseln und ihre Opfer anschließend erpressen. Kaspersky rief daraufhin die Webgemeinde auf, bei der Entschlüsselung mitzuhelfen. Kritiker vermuteten einen PR-Gag. Und tatsächlich zeigt sich jetzt, dass es gar nicht nötig ist, den Schlüssel herauszufinden. Ein simples Recovery-Programm reicht aus, damit man wieder an die Daten kommt.  .  Weiter lesen ...

Piratenjäger und ihre Rechenkünste

16.05.2008 | von Alfred Krüger | Alle Jahre wieder legt die Business Software Alliance (BSA) ihren Pirateriebericht vor. Es geht um raubkopierte Software und die Schäden, die dadurch bei den Softwarefirmen entstehen. In Deutschland, so berichtet die BSA in ihrem jüngsten Pirateriebericht, ist der Anteil raubkopierter Software 2007 auf 27 Prozent zurückgegangen. Weltweit verzeichnet die BSA jedoch einen Anstieg um drei Prozent auf 38 Prozent. Die Zahlen werden vom US-Marktforschungsinstitut IDC ermittelt und sind mit Vorsicht zu genießen.  .  Weiter lesen ...

Mit Microsoft ins Universum

13.05.2008 | von Alfred Krüger | Vom Schreibtisch aus in ferne Galaxien? Microsoft macht’s möglich – mit WorldWide Telescope. Die Software erlaubt einen digitalen Blick durch verschiedene Weltraumteleskope in die unendlichen Weiten des Universums. Wer die technischen Möglichkeiten besitzt, kann sogar ein eigenes Teleskop über die neue Software aus dem Haus Microsoft fernsteuern. Die Daten, die WorldWide Telescope benutzt, stammen von verschiedenen Teleskopen auf der Erde und der Erdumlaufbahn. Wer WorldWide Telescope benutzen möchte, braucht allerdings einen in jeder Hinsicht überdurchschnittlich leistungsfähigen PC. Es gilt das Motto: Mehr ist immer besser.  .  Weiter lesen ...

Microsofts Yahoo-Deal vorerst geplatzt

04.05.2008 | von Alfred Krüger | Das Pokern um die Übernahme von Yahoo durch Microsoft ist vorerst vorbei. Microsoft hat sein Übernahmeangebot offiziell zurückgezogen. Yahoo wird dem Redmonder Softwarekonzern nicht einverleibt. Das gab Microsoft-Chef Steve Ballmer heute in einem Brief an Yahoo-Chef Jerry Chang bekannt. Zwischen beiden hatte es noch in den letzten Tagen Gespräche gegeben – aber offenbar in der Sache keine Annäherung. Obwohl Microsoft den Preis noch einmal um zwei Dollar pro Aktie von 31 auf 33 Dollar angehoben haben soll, zeigte Chang sich offenbar nicht willig. Analysten gehen nun davon aus, dass der Kurs der Yahoo-Aktie kräftig sinken wird.  .  Weiter lesen ...

PayPal-Zwang für schlechte Verkäufer

30.04.2008 | von Alfred Krüger | eBay rüstet auf in Sachen Sicherheit. Nicht nur in Australien, sondern nun auch in Deutschland gilt: In bestimmten Fällen müssen eBay-Verkäufer ihre finanziellen Transaktionen künftig über den Bezahldienst PayPal abwickeln. PayPal ist eine eBay-Tochter und bietet Käufern, die per PayPal zahlen, eine Absicherung bis zu 1000 Euro. Der PayPal-Zwang soll für Verkäufer eingeführt werden, die gewisse Mindestkriterien nicht erfüllen. In Australien wurde der PayPal-Zwang bereits vor rund drei Wochen angekündigt.  .  Weiter lesen ...

Weitere News aus dem Bereich Netzwelt »

 

PayPal / Sicherheitslücke bei PayPal? Das Magazin «c't» berichtet, dass sich mit gestohlenen Kreditkartendaten Geld von fremden Konten Geld abheben lässt. (Bild: «paypal.de»)
 
     
 

Anzeige