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Alle basteln am eigenen Tablet-PC

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iPad
Seitdem Apple das iPad auf dem Markt gebracht hat, arbeitet die Konkurrent fieberhaft ein eigenen Konzepten für Tablet-Computer. (Bild: dpa)

am 10.08.2010 | Von Peter Zschunke, dpa

Berlin (dpa) - Déjà-vu-Erlebnis für die PC-Hersteller: Wie bei Einführung der Netbooks vor zwei Jahren sorgt eine neue Kategorie digitaler Geräte für Furore. Damals war Asus mit seinem Eee-PC der Vorreiter. Jetzt hält das iPad von Apple die Branche in Atem.

Nach dem Verkauf von mehr als drei Millionen iPads wollen fast alle PC-Hersteller auf den anfahrenden Zug aufspringen. «Der Tablet-Computer dürfte der nächste Trend sein», heißt es beim PC-Marktführer Hewlett-Packard. Auch andere Hersteller basteln zurzeit emsig an ihren Konzepten. Bis zur Markteinführung der Geräte dauert es allerdings noch. Das liegt vor allem an der Software.

Der Erfolg des Tablet-Computers hänge «entscheidend davon ab, ob es für den Endverbraucher gut nutzbare Applikationen gibt», erklärte HP-Sprecherin Eleonore Körner. Hewlett-Packard startet zweigleisig in die neue Gerätekategorie - den Tablet-PC «HP Slate» soll es sowohl mit Windows 7 als auch mit dem Betriebssystem webOS von Palm geben. Hewlett-Packard hatte den Smartphone-Pionier im April für 1,2 Milliarden Dollar übernommen, nachdem das 2009 mit dem Betriebssystem webOS eingeführte Smartphone Palm Pre trotz guter Kritiken die Verkaufserwartungen nicht erfüllen konnte.

Warum zwei verschiedene Betriebssysteme für ein Gerät? Hewlett- Packard will so unterschiedliche Zielgruppen für seinen Slate ansprechen. «Wenn der Tablet-PC auch im Unternehmen erfolgreich sein soll, muss er mit seinem Betriebssystem einfach in die existierende IT-Landschaft einzubinden sein», erklärt Körner - und diese ist eben meist auf Windows ausgerichtet. Für kommerzielle Anwender soll es daher voraussichtlich im Herbst einen Slate mit Windows 7 geben. Für einen Slate mit webOS, der sich dann eher an Privatanwender richtet, gibt es noch keine genaue Zeitplanung.

Die webOS-Software wurde speziell für Geräte mit berührungsempfindlichem Bildschirm (Touchscreen) entwickelt. Wie das iOS von Apple dient auch webOS als Plattform für Apps aller Art. Letztlich sind es diese Anwendungen, die darüber entscheiden, für welche Zwecke sich ein Tablet-Computer einsetzen lässt. Dem Apple- System hat das auf einem Linux-Kern aufgesetzte webOS voraus, dass es von vornherein für Multitasking geeignet ist: Mehrere Apps lassen sich gleichzeitig nutzen, der Anwender kann flott zwischen ihnen umschalten.

Multitasking und die vertraute PC-Umgebung sind die Vorteile von Windows 7, das Microsoft unbedingt zum Erfolg auf den neuen Tablet-Computern führen will. Ein erster Anlauf mit dieser Art von Geräten fand vor rund zehn Jahren nur begrenzte Reichweite. Jetzt wollen laut Microsoft-Chef Steve Ballmer gleich mehrere Hersteller mit Windows 7 auf dem Tablet PC starten.

«Die Entscheidung beim Betriebssystem ist noch offen», sagt Produktmanager Jörg Wissing vom Netbook-Pionier Asus. Der Hersteller aus Taiwan bereitet unterschiedlich große Tablet-Computer vor. «Wir sind in der Entwicklungsphase und halten Augen und Ohren offen, was die Anwender brauchen», erklärte Wissing. Asus und andere wollen mit ihren Modellen dort ansetzen, wo das iPad von Apple kritisiert wurde - vor allem bei der fehlenden USB-Schnittstelle zur Anbindung eines Druckers oder einer externen Festplatte.

Der Tablet-PC wird somit zur nächsten großen Bühne im Wettbewerb zwischen Apple, Microsoft und Google - der Suchmaschinen-Anbieter ist mit seinem Betriebssystem Android auch für das Tablet gut aufgestellt. Wie massiv das iPad die Branche durcheinanderwirbelt, zeigt die Studie eines Analysten der Deutschen Bank, wonach Apple im Markt für mobile Computer vom siebten auf den dritten Platz springt, wenn man das iPad mit den Notebooks in eine Schublade steckt.

Das Berliner Unternehmen WeTab GmbH will seinen Tablet-PC im September auf den Markt bringen. Wie die geplanten Modelle anderer Hersteller will sich auch das WeTab mit einer offeneren Technik vom iPad absetzen: Das Betriebssystem WeTab OS beruht auf Linux und ist mit Android kompatibel. Diese Software sei «optimal an die Anforderungen eines Touchscreens angepasst», erklärt WeTab-Sprecher Christian Soult. «Die dadurch ermöglichte intuitive Bedienung bietet schnellen Zugriff auf eine umfassende Welt von Applikationen und multimedialen Inhalten.» Und mit Blick auf den Trendsetter iPad verspricht das WeTab: «Alle wichtigen Anschlüsse, mit denen man auch vorhandene Geräte wie Kamera, Drucker, Tastatur oder Fernseher nutzen kann, sind vorhanden.»

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