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Klein kann groß klingen: Gute Hifi-Kompaktanlagen

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Hifi-Kompaktanlagen
Wenig raumgreifend: Kompaktanlagen nehmen nicht so viel Platz weg - und können trotzdem gut klingen. (Bild: Panasonic/dpa/tmn)

am 05.08.2010 | Von Nadine Hantke, dpa

Berlin (dpa/tmn) - Der Kauf einer neuen Musikanlage ist fast ein Glücksspiel. Denn ordentlich prüfen kann man das HiFi-Gerät nur in den seltensten Fällen. Verlassen kann man sich oft nur auf Ratschläge von Freunden und Bekannten oder auf Tests.

Aktuelle HiFi-Kompaktanlagen hat die Stiftung Warentest kürzlich unter die Lupe genommen - mit einem positiven Gesamtergebnis. Gleich 8 von 14 getesteten Modellen erhielten das Testurteil «gut». 6 davon schnitten in der wichtigsten Kategorie, dem Ton, mit «gut» ab. Überraschend für die Tester: Das günstigste Gerät im Test, die UMS 5800 DEC von Panasonic, bewerteten die sechs Testhörer besser als viele der teureren Konkurrenten. Es erhielt die Gesamtnote 2,5.

«Wir waren sehr zufrieden mit den getesteten Modellen und beeindruckt von dem, was die kleinen Anlagen leisten», sagt Kirstin Wohlfart von der Stiftung Warentest. Testsieger wurden die SC-PMX4EG von Panasonic und die CMT-HX70BTR von Sony. Beide kosten rund 270 Euro und sind der Kauftipp der Warentester. Im Hörtest schnitt die Sony-Anlage mit einer glatten 2,0 am besten ab.

Von Discounter-Angeboten für 70 oder 80 Euro rät Expertin Wohlfart ab. Bei diesen Geräten fielen Klang und Funktionen dem Preis zum Opfer. Auch Christoph de Leuw, Redakteur bei der Zeitschrift «Audio Video Foto Bild» hält nichts von Geräten unter 100 Euro: «Da ist die Tonqualität schon sehr kompromissbehaftet.» Ab 300 Euro könne man dann richtig gute Qualität erwarten, samt guter Optik mit hochwertigen Hölzern oder Metall.

Dass es auch günstiger geht, zeigt jedoch der Vergleich der Stiftung Warentest. Das mit 365 Euro teuerste Gerät von Kenwood erreichte nur Platz drei. Doch grundsätzlich würde auch der HiFi-Experte der Zeitschrift «Audio», Bernhard Rietschel, mindestens 400 Euro für eine Kompaktanlage ausgeben. «Mit jedem 50er, den man investiert, merkt man die Qualitätssteigerung», sagt Rietschel.

Bei günstigen Kompaktanlagen müssen Verbraucher vor allem bei den Funktionen und in der Verarbeitung Abstriche machen. «Man sollte auf vernünftige Anschlüsse achten. Wenn aus den Boxen nur ein einziges Kabel kommt, kann das nichts Ordentliches sein», meint Rietschel. Auch die Verarbeitung der Boxen sei ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Ein Blick hinter den Lautsprecher kann aufschlussreich sein: Verbirgt sich hier eine rohe Spanplatte oder massives Holz?

Eine Musikanlage kann insgesamt nur so gut sein wie ihre Boxen. «Daher sollte man auf solide Lautsprecher achten, vor allem, wenn man nicht so viel Geld ausgeben möchte», rät Christoph de Leuw. In der unteren Preisklasse seien die schwereren Boxen meist die besseren, in der gehobeneren Preisklassen müsse das nicht zwangsläufig gelten.

Auch kann man nicht immer von der Lautsprechergröße auf die Qualität schließen. «Es kommt immer darauf an, wie die einzelnen Komponenten aufeinander abgestimmt sind», erklärt Warentesterin Wohlfart. Sehr kleine Boxen könnten aber zum Beispiel den Bass schon aus physikalischen Gründen nicht so gut wiedergeben wie große Lautsprecher, und sie stoßen auch bei der möglichen Lautstärke schneller an ihre Grenzen.

In der Ausstattung variieren HiFi-Kompaktanlagen stark. Während sich einige nur auf die CD- und Radio-Wiedergabe beschränken, warten andere mit Netzwerk-, USB-Anschluss, iPod-Dockingstation oder Bluetooth-Funktion zur kabellosen Anbindung von Kopfhörern auf. Die SC-PMX4EG kann die abgespielte Musik sogar auf den USB-Stick aufnehmen. De Leuw rät in den unteren Preisklassen jedoch zu einer eher schlanken Ausstattung. «Die günstigen Geräte sollten mit einem guten Klang und wenig Schnickschnack überzeugen», meint der Experte.

Infos

Boxen richtig aufstellen für guten Klang Zwischen den beiden Boxen und dem Hörer sollte sich optimalerweise ein gleichschenkliges Dreieck bilden. Am besten stehen die Lautsprecher auf Ohrhöhe auf Boxenständern. Müssen die Lautsprecher im Regal stehen, dann möglichst weit entfernt von der Wand und mit Abstand zu den Nebengeräten. Wenn möglich, sollten die Lautsprecher außerdem nicht direkt rechts und links neben der Anlage platziert werden. Dann verpufft der Stereo-Effekt.
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