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Mit dem Rechner fernsehen - Web-TV macht's möglich

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Web-TV
Voll im Bilde: Fernsehen auf dem Monitor ist dank spezieller Portale und Mediatheken kein Problem. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)

am 27.07.2010 | Von Thomas Schörner, dpa

Leipzig/München (dpa/tmn) - Die Fußball-Bundesliga ohne Fernseher verfolgen? Ein Computer mit schnellem Internetzugang macht's möglich. Ruckeln und schlechte Auflösung braucht dabei keiner zu fürchten. Das ist längst nicht mehr die Regel.

Im Internet finden Fernsehfreunde viele TV-Inhalte. Diese sind auch kostenlos verfügbar - oft sogar noch Tage und Wochen nach der Ausstrahlung. Alles, was man zum Schauen am Monitor benötigt, ist ein PC oder Laptop mit flotter Internetanbindung.

«Generell ist ein Breitbandanschluss mit mindestens DSL 2000 nötig», erklärt Manuel Köppl, Redakteur der Computerzeitschrift «Chip». Wer immer noch per ISDN oder Modem im Netz unterwegs ist, hat das Nachsehen: Videos laufen dann nur sehr langsam, in schlechter Qualität und Auflösung oder ruckelnd.

Ist der Internetzugang schnell genug, lassen sich viele TV-Sender direkt über deren Internetauftritte auf den Computer streamen. Doch für den Zuschauer wird das Umschalten zwischen den Sendern dabei schnell unhandlich. Hier hilft zum Beispiel der Onlinedienst Zattoo. Das Angebot funktioniert wie eine Fernbedienung und lässt den Nutzer problemlos zwischen den einzelnen Programmen wechseln. Nur ein Benutzerkonto anlegen und ein Plugin installieren - schon wird der Internetbrowser zum Fernseher.

«Zattoo besitzt ein großes Senderangebot und einen eigenen Programmguide», erläutert Köppl die Vorteile des Onlinedienstes. Mehr als 100 Fernseh- und Radiosender bietet Zattoo als kostenlosen Stream ab - darunter auch Spartensender der Öffentlich-Rechtlichen wie ZDF-Neo oder Eins-Festival, die viele Zuschauer per Antenne nicht empfangen können.

Die großen Privaten wie RTL, ProSieben oder Sat.1 gibt es hingegen auf «Zattoo» nicht zu sehen, nur vereinzelte Privatsender wie DMAX oder Sport1 erlauben dem Dienst das Streaming. Ein weiterer Nachteil: Die Bildqualität ist noch nicht ganz auf Fernsehniveau. «Die Qualität ist vergleichbar mit «guten» Youtube-Videos», sagt Thomas Köhre von der Fernsehfachzeitschrift «Digitalfernsehen» in Leipzig. Wer nicht unbedingt die HD-Qualität der Heimkinoanlage erwartet, dürfte mit Zattoo aber zufrieden sein.

Hochauflösende Bilder finden Zuschauer aber zum Teil in den Online-Mediatheken der Öffentlich-Rechtlichen. «Die Qualität wächst mit der Auflösung und der Datenrate des Onlinevideos», erklärt Köhre.

ARD, ZDF und Co. bieten einen großen Teil ihres regulären TV-Programms in Mediatheken an. «Derzeit sind gut 60 Prozent des ZDF-Hauptprogramms abrufbar», erklärt ZDF-Sprecher Jörg Berendsmeier. Die Sendungen sind nach Ausstrahlung noch zwischen 24 Stunden und fünf Jahren im Netz verfügbar. Über 20 Millionen Abfragen verzeichnet das Zweite dort monatlich. Zu den beliebtesten Inhalten der ZDF-Mediathek zählen Kabarett-Formate, Fernsehfilme und Dokumentationen. Vom Sender angekaufte Spielfilme und Serien sind aus rechtlichen Gründen in der Regel nicht in den Mediatheken zu finden.

Eine Mischung aus kostenfreiem Archiv und Video auf Abruf finden Fernsehschauer bei den großen Privatsendern. Sat.1 und ProSieben bieten mit Maxdome.de ein gemeinsames Portal für Onlinefernsehen, und auch RTL ist vertreten. «Unsere User rufen auf RTLnow.de pro Monat bis zu 16 Millionen Videos ab, dementsprechend mehr als 500 000 Videos pro Tag», sagt Christian Nienaber von RTL interactive in Köln. Die User kämen vor allem auf die Seite, wenn sie den Sendetermin verpasst haben. Auch US-Serien wie «CSI» seien nach Ausstrahlung noch meist eine Woche lang umsonst online.

Um herauszufinden, welche Inhalte bei den einzelnen Anbietern online verfügbar sind, bieten sich Suchportale wie Sendungverpasst.de an: Dort sind Links aufgelistet, die direkt zum Stream der gewünschten Sendung führen.

Sogar den Video- oder Festplattenrekorder kann das Internet ersetzen. Doch Vorsicht: «In der Regel sind Onlinerekorder-Dienste illegal», warnt Köppl von «Chip». Nach einem Urteil vom Bundesgerichtshof aus dem Jahr 2009 verstößt eine kommerzielle Vervielfältigung gegen das Urheberrecht und ist nur in Ausnahmefällen erlaubt. Zu den Ausnahmen zählen Web-Angebote wie Safe.tv oder Bong.tv. Diese sind legal, aber für den Nutzer kostenpflichtig. Der Kunde erhält jeweils ausschließlich den Download einer individuell für ihn angelegten digitalen Aufzeichnung der Sendung. Wie gehabt muss der Nutzer auch den digitalen Videorekorder vor dem eigentlichen Sendetermin programmieren.

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