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Fehlermeldungen bei E-Mails richtig entschlüsseln

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Mailer-Dämonen
Wenn eine E-Mail nicht zugestellt wurde, kann der Absender anhand der Fehlermeldung den Grund herausfinden. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)

am 20.07.2010 | Von Jan Kluczniok, dpa

Hannover (dpa/tmn) - Elektronische Post kommt oft nicht an. Zum Glück erhält der Absender dann eine Nachricht, woran es liegen könnte. Ganz eindeutig sind diese Hinweise zwar nicht. Doch wer ein paar Vokabeln lernt, versteht die Sprache bald.

«Undelivered Mail Returned to Sender» - Diese Nachricht macht unmissverständlich klar, dass eine E-Mail nicht zugestellt werden konnte. Absender ist der sogenannte «mailer daemon» - des Mailer-Dämonen. Dabei handelt es sich keinesfalls um eine Nachricht aus dem Reich Luzifers, sondern um den Hinweis eines hilfreichen Geistes, dem Maildienst-Programm, das auf den Servern der E-Mail-Anbietern läuft. «Kann es eine Nachricht nicht zustellen, generiert es automatisch eine solche Fehlermeldung», erklärt Bert Ungerer vom Fachmagazin für Informationstechnik «iX». Praktischerweise ist die nicht zugestellte Nachricht meist an die Fehlermeldungs-Mail angehängt.

E-Mail-Fehlermeldungen haben verschiedene Ursachen. Grob können sie in zwei Kategorien eingeteilt werden: Meldungen mit einem Fehlercode aus dem Bereich 400 sind temporäre Fehlermeldungen. «Das bedeutet, eine E-Mail konnte vorübergehend nicht zugestellt werden, der Mailserver versucht es aber weiterhin», sagt Ungerer. In diesem Fall sollte der Nutzer erst einmal warten, ob die Mail doch noch zugestellt wird, bevor er etwas unternimmt. Anders sieht es bei Fehlernummern im 500er-Bereich aus. In diesem Fall kann die E-Mail definitiv nicht zugestellt werden. «Gründe hierfür können Tippfehler in der E-Mail-Adresse oder ein volles Postfach sein», sagt Ungerer.

Wichtig ist es, auf den Begleittext zu achten, da es für manche Fehler verschiedene Ursachen geben kann. Meldet der Mailer-Dämon zum Beispiel «Mailbox quota exceeded» ist einfach nur das Postfach des Empfängers voll. «Unrouteable domain» bedeutet, dass die Domain hinter dem @-Zeichen nicht existiert und «unknown user» heißt, dass die Empfänger-Adresse nicht existiert, zum Beispiel bei Tippfehlern vor dem @-Zeichen. In solchen Fällen empfiehlt es sich, die E-Mail-Adresse noch einmal zu prüfen. «Oder man ruft den Empfänger an und bittet ihn, sein Postfach zu leeren oder die Adresse noch einmal durchzugeben», rät Ungerer.

Es kann aber auch sein, dass eine Mail vom Server zurückgewiesen wird, obwohl die Adresse korrekt ist. Dies kann mit Abwehrmaßnahmen gegen Spam-Mails zusammenhängen. Einer Studie der Europäischen Agentur für Internetsicherheit (ENISA) zufolge waren 95 Prozent aller E-Mails im Jahr 2009 Spam. Dementsprechend stark versuchen die E-Mail-Provider den Spammern Einhalt zu gebieten - zum Beispiel mit Analyse-Tools und Sperrlisten. Wer zum Beispiel beim E-Mail-Anbieter GMX eine Mail an einen sehr großen Verteiler schickt und viele Fehlermeldung erhält, kann für eine bestimmte Zeit keine Mails mehr an GMX-Nutzer versenden. «Wir vermuten in solchen Fällen, dass der Absender Adressen verifizieren möchte, zum Beispiel zum Versand von Spam-Mitteilungen, und sperren den Absender vorübergehend», erklärt Holger Neumann von GMX.

Zudem kontrollieren Spam-Filter bei den Anbietern auch die Stimmigkeit zwischen Mailserver und Absenderadresse. E-Mails, die mit einer Adresse versendet werden, die nicht zu den Mailservern des Providers gehören, werden in der Regel zurückgewiesen, erklärt Ungerer. Abhilfe bei Problemen mit Spam-Filtern kann der Versand über ein anderes Nutzerkonto schaffen. Schließlich besitzt der durchschnittliche deutsche Internetnutzer im Schnitt drei private E-Mail-Adressen, hat der IT-Branchenverband Bitkom ermittelt.

Unter bestimmten Umständen kann der Nutzer auch mit gefälschten Fehlermeldungen konfrontiert werden. Denn Würmer und Versender von Spam nutzen oftmals gefälschte Mailer-Dämon-Meldungen, um User dazu zu bringen, schädliche Anhänge zu öffnen. Meist reicht schon ein Blick in die Betreffzeile, um eine falsche Dämon-Meldung zu identifizieren. Gefälschte Mailer-Dämon-Meldungen sollte man ungeöffnet löschen.

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