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VPN für Privatnutzer: Sicherer Tunnel durchs Internet

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VPN
Ab durch den Tunnel: VPN bietet eine sicheren Zugang zu einem bestimmten Netzwerk über das Internet. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)

am 14.07.2010 | Von Philipp Laage, dpa

München (dpa/tmn) - Beim Verschicken von Daten übers Internet lässt sich niemand gerne zugucken. Das gilt bei privater wie auch bei geschäftlicher Post. Wer sichergehen will, sendet seine Datenpakete in einem Tunnel. Virtual Personal Network lautet das Stichwort, kurz: VPN.

Das VPN bildet von einem entfernten Rechner aus eine verschlüsselte Verbindung zu einem bestimmten Computernetzwerk, erklärt Gunnar Troitsch von der Computerzeitschrift «Chip» in München. Der Rechner, von dem aus auf das Netzwerk zugegriffen wird, sei dann so ins Netzwerk integriert, als wäre er lokal mit ihm verbunden. Die Datenpakete würden dann über das Internet abhörsicher und verschlüsselt übertragen.

VPN biete nennenswerte Vorteile gegenüber einer offenen Kommunikation über das Internet, sagt Jens Tölle vom Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie (FKIE) in Wachtberg. «Nutzer können sich die VPN-Verbindung wie einen Tunnel vorstellen, der durch den unsicheren Raum des Internets führt.»

VPNs werden zum Beispiel auch häufig an Universitäten eingesetzt, sagt Mark Perseke vom Online-Magazin «Netzwelt» aus Hamburg. Studenten können sich von außerhalb mit dem Netzwerk verbinden, auf den Uni-Katalog zurückgreifen und haben Zugriff auf Recherchemöglichkeiten. Der Client, die auf dem zugreifenden Rechner installierte VPN-Software, weise dem Benutzer eine neue IP-Adresse zu, die den Gast quasi zum Uni-Netzwerk gehörend ausgibt. Der Client müsse dann die Adresse des Servers kennen. Die kann entweder öffentlich zugänglich sein, oder der Nutzer verbindet sich über einen privaten, individuellen Schlüssel. Das ist das übliche Vorgehen.      

Mittlerweile sei VPN auch für Privatnutzer interessant, so Troitsch. Es eigne sich unter anderem gut für Gamer, die zusammen über das Netzwerk zusammenspielen möchten. «Über das VPN können Zocker heute über die ganze Welt verteilt in einem Netzwerk zusammen spielen und das ohne großen technischen Aufwand.»

Um ein VPN einzurichten, braucht der Nutzer eine Software. Die gebe es in vielerlei Ausführungen kostenlos im Internet als Freeware, sagt Troitsch. Entscheidend sei, dass Server und Client die gleiche Software verwenden. Größere Firmen- oder Uni-Netzwerke böten meist eigene VPN-Programme, ergänzt Perseke. «Einmal eingerichtet müssen Nutzer hier in der Regel nur ein Passwort bestimmen und den Servernamen eingeben, um sich zu verbinden.»

Es gibt zwei VPN-Lösungen, mit denen Einsteiger zurechtkommen, sagt Troitsch. Das sei zum einen der «Fritz!»-Fernzugang: die VPN-Variante des Router-Herstellers AVM erlaube ein einfaches Einrichten der Verbindung. Eine Alternative ist die VPN-Software Hamachi. «Die Basic-Version ist kostenlos und so intelligent, dass sie die üblichen VPN-Hürden meist selbstständig nimmt.»

Damit eine Verbindung hergestellt werden kann, müssten beide Rechner online sein, sagt Troitsch. Der VPN-Client arbeitet dezent im Hintergrund und benötigt kaum Rechnerressourcen. Wird der Client etwa auf dem Notebook installiert, besteht Troitsch zufolge die einzige technische Hürde darin, dass der Client die IP-Adresse des Netzwerks, mit dem er sich verbinden will, erkennen muss. Grundsätzlich lasse sich über ein VPN alles im Netzwerk anstellen, was auch in einem realen, physischen Netzwerk möglich ist. Einschränkungen ergäben sich höchstens durch die Client-Geräte.

«Tatsächlich bietet VPN aber sogar mehr Möglichkeiten als der Fernzugriff über andere Internetprotokolle und Webdienste», sagt Troitsch. Allerdings sei es nur etwas für ambitionierte Nutzer, ein VPN mit Server und Client komplett selbst einzurichten, so Perseke. Ob sich das lohnt, hänge auch vom Anwendungszweck ab. Wer den Server selbst einrichtet, müsse sich beispielsweise mit den Firewall-Einstellungen richtig auskennen, damit externe Geräte auch erkannt werden und Verbindung herstellen können.

Ist der Server einmal eingerichtet, lasse sich beispielsweise auch jedes NAS-Gerät von jedem Ort der Welt über ein VPN ansprechen, erklärt Troitsch. «Der Nutzer kann im Hotelzimmer seinen Laptop aufklappen, die VPN-Verbindung einrichten und Musik von seinem Heimrechner abspielen.» Generell könne der Nutzer auf die gleiche Netzwerkumgebung wie zu Hause zugreifen, also beispielsweise auch auf Geräte wie den Drucker. Dazu kommt: VPN-Tunnel sind sehr sicher und eigentlich nicht abhörbar.

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