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Guter Klang und AGB-Mängel: Download-Läden für Musik

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Download-Läden für Musik
Per Klick zum Hit: Mehr als 40 Download-Läden für Musik gibt es in Deutschland mittlerweile. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)

am 13.07.2010 | Von Nadine Hantke, dpa

Berlin (dpa/tmn) - Der Musikkauf per Mausklick boomt. Immer mehr Titel werden legal übers Internet gekauft. Die Lieblingssongs in guter Soundqualität herunterzuladen, ist kinderleicht. Doch alle deutschsprachigen Musikshops haben auch ihre Tücken.

Mehr als 49 Millionen Songs und fast 8 Millionen digitale Alben haben Musikfans hierzulande im Vorjahr gekauft. Dem Bundesverband Musikindustrie zufolge sind das so viele wie noch nie. «Über 40 deutschsprachige Online-Musikdienste bringen legal Musik an den Konsumenten», sagt Daniel Knöll vom Verband. Doch das Web-Geschäft scheint den Kinderschuhen nach wie vor nicht ganz entwachsen zu sein: Im jüngsten Vergleich von Musikshops durch Stiftung Warentest schnitt kein Portal «gut» ab. Die Bestnote 2,6, («befriedigend»), ging an Musicload («musicload.de»), hinter dem die Telekom steht.

Abwertungen gab es anderswo wegen des Umgangs mit Nutzerdaten und Mängeln in den AGB. «Gestört haben uns schwer zu findende oder schwammige Informationen über Kaufbedingungen und Lizenzen und unverständliche AGB», sagt Simone Vintz, Projektleiterin bei der Stiftung. Auch die Zahlungsmodalitäten seien nicht immer optimal.

Diese Defizite haben etwa Apples iTunes Store einen guten Platz gekostet - trotz des besten Angebots. «Auch wer Exotisches oder Klassisches sucht, wird es bei iTunes finden», weiß Matthias Rößler vom Technikportal Chip-Online. Aktuelle Chart-Hits gibt es dagegen überall mehr oder weniger lückenlos.

Nicht überall ist der Zugriff auf die Songs wirklich komfortabel - bei Musicload dagegen schon: Der Testsieger punktete mit seiner guten Produktsuche. «Bei anderen Portalen muss ich mich erst durch lange Listen klicken, bis ich finde, was ich suche», sagt Vintz.

Pluspunkte sammelten Musicload und die Zweit- und Drittplatzierten - die Shops von Media Markt («dpaq.de/Media_Markt») und Saturn («mp3.saturn.de») - auch bei der Zahlung. Die Telekom kassiert über die Telefonrechnung, die Elektromarkt-Ketten über Guthabenkarten. Das erspart Käufern, ihre Daten online angeben zu müssen.

Beim Nokia Music Store («music.nokia.de») etwa geht es allein mit Kreditkarte. Daher reichte es beim Test nur für ein «ausreichend». «Bei vielen Anbietern merkt man, dass der Musikshop nur Nebengeschäft ist. Das sieht man auch den Websites an», findet Vintz. Was die Qualität der Musik angeht, haben die Experten nichts zu bemängeln. «Alle Portale bieten Musik in Super-Qualität», so Rößler.

Im Mittel kostet ein Album rund zehn, Songs kosten etwa einen Euro. Wer vergleicht, kann bei Alben aber deutlich sparen. Und in der Regel etwas billiger als bei der Konkurrenz sind Songs beim MP3-Laden von Amazon («Amazon.de/mp3»). «Wer Wert auf einen günstigen Preis legt, kann auch bei Media Markt Schnäppchen machen», rät Rößler.

«Wie oft ich die Musik anhören oder kopieren darf, ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich», sagt Vintz. Recht kompliziert ist es bei Napster («napster.de»): Die dort heruntergeladenen Songs sind mit einem Digitalen Rechte-Management (DRM) ausgestattet und lassen sich dadurch nicht auf allen Playern abspielen.  

«Wer nur ab und zu Songs oder Alben herunterlädt, sollte Anbieter bevorzugen, die nicht allzu viele persönliche Daten haben wollen», rät Vintz. Dazu zählen etwa Musicload, Media Markt und Saturn. Für Fans von Schlagern oder auch Jazz hat dieser Tipp aber einen Haken: Sie werden nur bei iTunes richtig große Auswahl finden. «Da muss ich dann eventuell in Kauf nehmen, dass die AGB nicht lupenrein sind» - oder in den Laden gehen und CDs kaufen.

Infos

Digital-Radio und YouTube-Clips Eine Ergänzung zu den Download-Läden sind digitale Radiostationen wie «lastfm.de» oder «deezer.de». Dort lassen sich viele Songs komplett und kostenlos anhören, allerdings nicht herunterladen. Zum Speichern von YouTube-Clips als MP3s gibt es spezielle Programme. Doch wer sie nutzt, befindet sich in einer rechtlichen Grauzone. Ein weiterer Nachteil ist die schlechte Soundqualität der Clips.

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