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Fertig für die Räumlichkeit: 3D stößt ins Heimkino vor

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3D-Heimkino
Helikopter im Wohnzimmer: 3D-Fernseher sollen Filme plastischer machen. (Bild: Philips/dpa/tmn)

am 01.07.2010 | Von Sven Appel, dpa

Hamburg (dpa/tmn) - 3D ist beliebt: Von «Coraline» über «Avatar» bis hin zu «Oben» ist im vergangenen Jahr rund ein Dutzend Kinofilme auch in räumlicher Darstellung gelaufen.

In diesem Jahr werden es nicht nur deutlich mehr sein, 3D kommt auch ins Heimkino: Eine ganze Reihe 3D-tauglicher Fernseher und Abspielgeräte bringen die Hersteller in den kommenden Monaten auf den Markt.

Aber lohnt es sich, jetzt schon einen dieser Fernseher zu kaufen? «Bisher gibt es wenig Inhalte», sagt Christoph de Leuw von der Zeitschrift «Audi Video Foto Bild» in Hamburg. Derzeit sei nur etwa eine Hand voll 3D-Titel auf Blu-ray erhältlich. «Aber es werden mehr.» Und der Umstand, dass die Technik beim Publikum ankommt, sei an der Beliebtheit der 3D-Kinofilme zu sehen.

Alle großen TV-Geräte-Hersteller bieten Modelle an, die 3D-Bilder wiedergeben können. Der niederländische Elektronikkonzern Philips etwa macht die Flachbildfernseher seiner 8000er- und 9000er-Serien «3D ready». «Die Geräte sind für 3D vorbereitet», erklärt Georg Wilde von Philips Deutschland in Hamburg. Wer jetzt einen dieser Fernseher kauft, soll ihn später einfach für den 3D-Einsatz aufrüsten können.

Dafür muss er allerdings ein Zusatzpaket kaufen. Philips nennt es Upgrade-Kit. Es kostet knapp 300 Euro und enthält neben zwei sogenannten Shutter-Brillen, die 3D-Gucker aufsetzen müssen, einen Infrarotsender. Über den Infrarottransmitter erhält die Brille vom Fernseher Signale für den dreidimensionalen Betrieb.

Sony bietet ebenfalls entsprechende Fernseher an, die sich mit einem Zusatzpaket aufrüsten lassen. Als Einstiegsmodell dient der HX8 mit 40-Zoll-Diagonale für knapp 2200 Euro. Zum Vergleich: Bei Philips geht es bei rund 1900 Euro los. Im Juli will Sony eine Serie neuer 3D-Fernseher mit integriertem Infrarottransmitter herausbringen.

Von Panasonic gibt es die 3D-Plasma-Fernseher TX-P65VT20 und TX-P50VT20 mit Diagonalen von 165 beziehungsweise 127 Zentimetern. Beide müssen nicht mehr aufgerüstet werden. Samsungs 3D-Modelle sind alle von Haus aus entsprechend ausgestattet. Das Einstiegsgerät ist der C750 in 40 Zoll für knapp 1400 Euro mit eingebautem DVB-T- und Kabel-HDTV-Tuner. Darauf, dass ein HDTV-Empfänger im Gerät ist, sollten Käufer auch achten, rät Christoph de Leuw.

Die neuartigen Fernseher stellen auch herkömmliche Fernseh- und Filmsignale in 3D dar. Von echter Räumlichkeit ist das allerdings meilenweit entfernt. Es handelt sich eher um einen ersten Schritt in Richtung räumlicher Darstellung. Die Tatsache, dass es 3D-TV-Geräte nicht im unteren Preissegment gibt, hat einen Grund: «Für ein gutes 3D-Bild brauchen sie einen sehr guten Fernseher», erläutert Roland Seibt von der Zeitschrift «Video/Homevision». Das bedeute gleichzeitig, dass die Fernseher im 2D-Modus ebenfalls ein sehr gutes Bild liefern.

Der Fernseher ist die eine Seite des dreidimensionalen Heimkinos. Die andere besteht aus dem passenden Zuspielgerät. Ein DVD-Player nützt gar nichts. Und auch die meisten Blu-ray-Spieler auf dem Markt geben 3D-Inhalte nicht wieder. Glücklich kann sich schätzen, wer einen Player hat, der sich via Softwareupdate 3D-fähig machen lässt. Das gilt zum Beispiel für Philips' Heimkinoanlage 360 Sound. Und der Blu-ray-Spieler BDP-7500S2 vom gleichen Hersteller kann von Haus aus 3D darstellen. Weitere Geräte sollen laut Georg Wilde folgen.

Sony hat mit dem BDP-S470 ebenfalls ein 3D-fähiges Blu-ray-Gerät im Programm. «Das Gerät benötigt aber noch ein Software-Update», sagt Sprecher Gerrit Gericke. Der S570 sei dagegen «3D-fertig». Fernseher und Zuspielgerät miteinander zu verbinden, sei völlig problemlos, wenn das auf direktem Wege passiert, sagt Roland Seibt. Das 3D-Signal über einen AV-Receiver im Heimkino zu leiten, funktioniere mit den derzeit erhältlichen Receivern nicht. 3D-fähige Modelle kommen erst noch, so Seibt.

Um die dreidimensionalen Bilder sehen zu können, müssen die Nutzer eine Shutter-Brille tragen. Die gibt es teilweise zum Fernseher dazu, teils muss sie mit den erwähnten Starterpaketen extra gekauft werden. Dass eine solche Brille wirklich gut auf der Nase sitzt, lässt sich nicht ohne weiteres behaupten. «Aber im Kino akzeptieren sie die Zuschauer schließlich auch», sagt Christoph de Leuw.

Kaufkriterien für TV-Geräte, die sich allein auf die 3D-Wiedergabe beziehen, gibt es dem Experten zufolge nicht. Wissen sollten Nutzer aber: Mit den 3D-Fernsehern können sie auch ganz herkömmliches Fernsehen gucken - und das ist auch gut so. Denn bis TV-Sender dreidimensionale Inhalte ausstrahlen, dürfte noch viel Zeit vergehen. Wenn es so weit ist, werden die Zuschauer dafür jedoch ihre bisherige Empfangstechnik für DVB-C- oder Sat-TV weiternutzen können.

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