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Fotosammlungen mit Archivierungs-Software ordnen

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Fotosammlung
Ordnung ist das halbe Fotografenleben: Alben und Boxen sind dafür im Digital-Zeitalter allerdings nicht mehr nötig. (Bild: Remmers/dpa/tmn)

am 22.06.2010 | Von Philipp Laage, dpa

Köln/Hamburg (dpa/tmn) - Wer Digitalfotos auf dem Rechner sammelt, steht vor zwei Problemen: Die Bilder sollen sicher gespeichert sein, und der Nutzer will sie in seiner Sammlung wiederfinden.

Für die Sicherheit empfiehlt es sich, die Fotos mindestens einmal separat abzuspeichern - auf DVDs oder auf einer externen Festplatte. Und um der Sammlung Herr zu werden, gibt es Archivierungs-Software.

Die wesentliche Ansprüche an eine Software sind, dass sich damit Bilder effizient und schnell verschlagworten und wieder auffinden lassen, sagt Nico Barbat vom Magazin «Digitalphoto». Wichtig sei zudem, dass die Daten zuverlässig gespeichert werden und dass die Software das Aufnahmeformat RAW der Kamera unterstützt. «Nützlich ist auch das automatisierte Zuordnen von Schlagwörtern und Metadaten mit der Option, Anpassungen manuell vorzunehmen.»

Kostenlose Programme sind «Picasa» oder auch «iPhoto» für den Mac. Beide bieten eine erste Kategorisierung beim Einlesen der Fotos an, erklärt Markus Linden von der Zeitschrift «Foto-Magazin»: Die Bilder werden automatisch in einer Kategorie abgelegt, die der Nutzer dann zum Beispiel mit «Kindergeburtstag» verschlagworten kann.

«iPhoto» hat wie einige andere Programme eine Gesichtserkennung. Das ist laut Linden sinnvoll, da die Fotos so fast automatisch mit Personennamen versehen werden können. «Sucht der Nutzer zum Beispiel in seiner Sammlung nach einem Bild von Oma und Enkelkind, hilft ihm diese Funktion sehr gut beim Auffinden des passenden Bildes.»

Im Segment zwischen 50 und 100 Euro empfehle sich etwa «Photoshop Elements» oder «ACDSee Foto Manager», so Linden. Hilfreich seien hier die hierarchisch gegliederten Archivierungsoptionen. Urlaubsbilder lassen sich zum Beispiel erst in einem «Europa»-Ordner ablegen, der sich in Länder und Städte gliedert. Die Programme böten auch mehr Möglichkeiten zur Recherche innerhalb der Sammlung.

«Photoshop Elements» setze sich immer mehr durch, da es neben der Bildbearbeitung auch eine einfache Archivierungsfunktion hat, erklärt Barbat. Auch «ACDSee» sei in erster Linie zum Bearbeiten da, eigne sich aber ebenfalls für die Verwaltung. Auch die als RAW-Konverter entwickelten Programme «Adobe Lightroom» oder «Aperture» von Apple hätten einfache Bilddatenbanken im Hintergrund.

Im professionellen Umfeld verbreitet sind «Canto Cumulus» und «Extensis Portfolio», sagt Barbat. Von «Cumulus» wurde eine leicht abgespeckte sogenannte Single-User-Version ausgekoppelt. Daneben gebe es Nischenprogramme wie «iView», «StudioLine» und «pixafe». Die recht hohen Preise - die Version von «Cumulus» etwa kostet rund 350 Euro - rechtfertigten sich durch Funktionsumfang, Tempo und Handhabung. «Picasa beispielsweise ist als Hobbyprogramm eine schöne Geschichte, die Datenbankstrukturen sind aber lange nicht so effizient wie bei höherwertigen Programmen.» Entsprechend hapere es beim Tempo.

Wie gut eine Lösung ist, hängt auch von den Anforderungen ab. Wer nur ab und zu seine Lieben im Urlaub ablichtet, brauche keine komplizierte Verzeichnisstruktur, erläutert Constanze Clauß vom Photoindustrie-Verband in Frankfurt. «Anders sieht es bei einem Liebhaber von Landschaftaufnahmen aus, der im Jahr 10 000 Bäume fotografiert.»

Eines sollten Fotografen aber wissen: Ihre Software kann noch so gut sein, das Archivieren ist trotzdem ein Zeitfresser, sagt Linden. Spezielle Schlagwörter zu vergeben, geht nur manuell. Eine Ausnahme bestehe, wenn die Kamera mit jedem Bild GPS-Daten aufzeichnet und diese Ortskoordinaten mit in die Bilder schreibt.

Infos

Online-Dienste sind kein Ersatzarchiv Zunehmend werden auch Foto-Communitys im Netz zum Bilder ablegen genutzt - laut Markus Linden vom «Foto-Magazin» ist das aber keine befriedigende Lösung. Dafür sei das Upload-Tempo zu gering. Auch das Argument, im Web abgelegte Bilder entlasteten die Festplatte, ziehe nicht: Für eine Foto-Vorauswahl sei auf jedem Computer Platz. Sofern der Nutzer aber Originaldaten hochladen kann und nicht in der Auflösung beschränkt wird, seien die Portale ein guter Sicherungsort für die besten Bilder - für den Fall, dass die Festplatte den Geist aufgibt.
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